31.10.2016, 11:40 Uhr

Bildungsreform 2016

Vorsitzender des Fachausschusses der Bundesbediensteten beim Landesschulrat für Niederösterreich und den nachgeordneten Dienststellen und Vorsitzender der Landesvertretung Unterrichtsverwaltung GÖD NÖ Robert Kugler
Das neue Autonomiepaket soll eine Stärkung der Schulen sein.

Die Einführung von sogenannten Schulcluster und zwar getrennt in Pflichtschulen und Bundesschulen soll die "Bildungskraft" der Regionen fördern. Diesem Schulcluster soll ein Clustermanager oder Clusterdirektor vorstehen und trotzdem sollen an den einzelnen Schulen die Direktoren bleiben.
Der Clustermanager ist für Bildungsstrategie, Personalplanung und Zusammenführung der einzelnen Schultypen zuständig.
Im Bereich der Bundesschulen wird jetzt schon die geplante Personalauswahl durch den Direktor gepflegt. Ergo wird es hier keine gravierenden Änderungen geben. Wie gesagt bereits jetzt finden die Vorstellungsgespräche für eine Lehrerstelle beim jeweiligen Direktor der Bundesschule statt. Auch jetzt schon sind die Landesschulräte bei den Bundesschulen nur mehr prüfendes Organ nach Vorgabe der Gesetze.

Durch die Einführung eines Clusterdirektors oder Managers sowohl ím Pflicht- als auch im Bundesschulbereich wird nur noch eine zusätzliche Führungsebene eingezogen, weil die Direktoren trotzdem bleiben.

Die Reform ist ausgelegt bis 2025. Wohl wissend, dass bereits Pilotcluster 2017 eingeführt werden, und diese dann als Muster- und Erfahrungsbeispiele für die weiteren Cluster dienen sollen.

Dazu ist schon anzumerken, das es bereits einige Bundesschulzentren gibt. Das heißt, es sind an einem Standort 2 oder 3 Bundesschulen gebäudetechnisch vereint. Das heißt aber nicht, dass es auch schul- und bildungstechnisch funktioniert. Denn auch in diesen Zentren - und so ähnlich sollen dann ja auch die Schulcluster funktionieren - gibt es mehrere Direktoren und die Zusammenarbeit ist nicht immer sehr ertragreich.

Inwieweit der gewünschte Erfolg in der Bildung durch Zusammenlegung von Schulen erbracht wird, kann man noch nicht beurteilen.

Fakt ist, dass die Schulpartner = SGA ziemlich entmachtet werden.
Fakt ist auch, dass die Länder durch diese Reform an Einfluss verlieren und die Position des BMB gestärkt wird.
Fakt ist auch, dass die Schulaufsichtsorgane = Landes-, Fach- und Pflichtschulinspektoren nur mehr in beratender Funktion und im Qualitätsmanagement arbeiten sollen.

Spannend wird auch die Frage des Unterstützungspersonales sein. Wo ist der neue Clusterdirektor mit seiner Direktion angesiedelt? Wie wird die personelle administrative Ausstattung dort sein?

Noch spannender wird die Frage, wenn es wirklich den geplanten Mischcluster = Pflicht- und Bundesschulen gibt, wer die administrativen Aufgaben für die Pädagogen dann übernimmt. Die Pflichtschulen haben kein Verwaltungspersonal und bei den Bundesschulen wird seit langem gespart, gespart und gespart.

Am spannendsten wird es wieder einmal im Herbst 2017, denn dann soll die Reform der Verwaltungseinrichtungen präsentiert werden - Landesschulräte und BMB.

Conclusio:

Diese Bildungsreform wird keinen Mehrwert weder für die Pädagogik, für die Schüler, für die Eltern noch für die Verwaltung bringen.
Durch die Einführung zusätzlicher hierarchischer Ebenen entstehen erstens mehr Kosten und zweitens wird die Arbeit dieser neuen Führungskräfte durch die äußeren Einflüsse (Befindlichkeiten der Schulleiter, Schulstandorte) enorm beeinträchtigt.

Ziemlich sicher wird sein, dass wir auch in den nächsten Jahren bei den internationalen Studien (Pisa,.....) nicht besser abschneiden werden.

Ziemlich sicher ist, dass unser jetziges Schulwesen - von den Lehrinhalten in allen Bereichen - eines der Besten weltweit ist. Studien hin oder her.

Wie heißt es so schön: Und jährlich grüßt das Murmeltier
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Karl Maurer aus Krems | 29.11.2016 | 19:52   Melden
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