05.04.2016, 16:05 Uhr

"Auf zwei Füßen steht man eben viel besser"

ÖBAU Nadlinger-Chef Gerald Jöchl über neue Zielgruppen, Risiko und Turbo statt Pension. Interview: Christian Trinkl

BEZIRKSBLÄTTER: Wo in St. Pölten Nord vor Kurzem noch Baumax war, eröffnen Sie Ihre erste Filiale. Eine Risiko-Investition?
GERALD JÖCHL: Bis vor Kurzem habe ich gesagt: Ein Standort ist genug. Dann kam die Schließung der Baumax-Märkte und die Möglichkeit den Standort zu übernehmen. Wir haben uns nach kurzer aber intensiver Überlegung dafür entschieden. St. Pölten Nord bietet ein ideales Einzugsgebiet, wir haben tolle, engagierte Mitarbeiter übernommen und werden das Nadlinger-Service nach Norden exportieren.

Definieren Sie das.
Wir glauben, dass den meisten Kunden mit einem nicht mehr überschaubaren Warenangebot 
nicht geholfen ist. Daher bieten wir auch Beratung und Unterstützung durch unsere Mitarbeiter.

Stirbt Ihnen diese Kundenschicht nicht weg – Stichwort Online-Shopping?
Nein, ganz im Gegenteil. Das Internet bietet zwar die Möglichkeit, sich von zu Hause aus
 über das Warenangebot vorab zu informieren, aber kaum die Möglichkeit, auf individuelle Fragen und Wünsche einzugehen. Auch die junge Generation erwartet die Möglichkeit zur Kommunikation mit den Mitarbeitern 
im Geschäft, ist aber kritischer und mobiler. Man hat heute nur eine Chance, um junge
 Kunden zu begeistern.

Wie werden sich die beiden Standorte entwickeln?
Aufgrund der vielen positiven Kunden-Reaktionen sind wir in Bezug auf den Standort Nord recht zuversichtlich. Unser Standort in der Porschestraße ist und bleibt der Nahversorger für den Süden. Zusätzlich bieten wir hier auch ein „Premium-Sortiment“ in verschiedenen Bereichen an, wie z. B. bei Gartenhäusern, Grills, Böden, Fliesen und mehr.

Sie könnten sich eigentlich zurückziehen, Ihr Sohn ist ja bereits in der Geschäftsführung.
(lacht) Ich fühle mich nicht „pensionsreif“ und die gemeinsame Arbeit taugt mir sehr. Sie haben schon recht, es ist eine Herausforderung. Aber die Entscheidung haben wir gemeinsam getroffen, denn ich wollte meiner Familie ja keine Bürde umhängen, sondern unsere Marktposition in St. Pölten auch langfristig absichern. Auf zwei Füßen steht man eben besser als auf einem.
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