Hüttenberg
Die Proben für den Reiftanz laufen auf Hochtouren

Acht Wochen lang wird jeden Samstag fleißig geprobt. Die Gemeinde Hüttenberg ist im Reiftanz-Fieber
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Der Hüttenberger Reiftanz findet am 16. Juni statt. Es wird bereits fleißig geprobt und vorbereitet.

HÜTTENBERG (stp) Er ist der älteste überlieferte Männer-Kettentanz in Europa und wird alle drei Jahre am Dreifaltigkeitssonntag in Hüttenberg aufgeführt: der Reiftanz. Heuer ist es am 16. Juni wieder soweit, wenn ganz Kärnten auf die 24 Reiftänzer blickt.

Acht Mal wird geprobt

Die Vorbereitungen für das Event laufen bereits auf Hochtouren, seit vier Wochen wird geprobt und auch die traditionellen Reifen werden schon gebunden, berichtet Organisator Rupert Leikam: "Insgesamt wird acht Mal geprobt. Die Orte sind immer unterschiedlich, damit wir schon in der Vorbereitung in den einzelnen Ortsteilen vertreten sind." So findet die nächste Probe am Samstag, 25. Mai, etwa bei den Hochöfen in der Heft statt. Dort wird auch ein Filmteam des ORF vertreten sein, um die Proben zu verfolgen. Eine Probe dauert etwa zwei Stunden.

Eigentlich wird nur bei der Generalprobe vor der großen Veranstaltung in Uniform geprobt. Heuer wird es allerdings am 1. Juni einen zweiten Probe-Termin mit Uniform geben, erzählt Leikam: "Anlässlich der Buchpräsentation von Lisa Wieland im Musikzentrum Knappenberg wird die Probe ein zweites Mal mit Uniform stattfinden." Die Generalprobe findet heuer am 15. Juni beim Schaubergwerk statt. 

"Ein Fehler und alles steht!"

Für die fünf neuen Reiftänzer, die heuer ihre Premiere abliefern werden, sind die Vorbereitungen bei den Proben besonders wichtig, weiß Rupert Leikam: "Der Reiftanz besteht aus vielen komplizierten Tanzfiguren, die den Bergbau darstellen sollen. Da die Tänzer stets durch die Reifen mit dem Vorder- und Hintermann verbunden sind, ist vor allem für Neulinge eine große Herausforderung. Ein Fehler und der ganze Tanz steht." Genau diese Verbundenheit ist allerdings enorm wichtig, fügt er hinzu: "Es symbolisiert den Zusammenhalt unter den Bergbau-Kameraden und dass sich jeder auf den anderen verlassen kann."

Frauen schmücken die Reifen

Die Reifen selbst werden ab dem Pfingstsonntag von 15 Frauen aus der Gemeinde geschmückt. Die Buchsbäume dafür werden von den Männern gefällt, die Blätter schließlich an den Reifen angebracht. "Um einen Reifen mit den Blättern zu schmücken braucht man rund vier Stunden. Dann kommt erst die restliche Dekoration wie die Zeichen der vier Feuerwehren (Anm.: Lölling, Wieting, Hüttenberg, Mühlen) hinzu", so Leikam. 

Eintrittskarten aus Zinn

Die traditionelle "Eintrittskarten" aus Zinn, die von Rupert Leikam selbst hergestellt werden, haben alle drei Jahre ein anderes Motiv, das mit dem Bergbau verknüpft ist. Heuer zeigen die Zinn-Anstecknadeln die "Lumperpute". "Das war im 17. Jahrhundert die Bruderschaftskasse der Bergleute, in die jeder einzahlen musste - quasi die erste Sozialversicherung der Bergleute", erklärt Rupert Leikam.

Der Reiftanz und seine Geschichte

Erstmals 1608 urkundlich erwähnt, ist der Reiftanz der Hüttenberger Knappen das wohl bekannteste und größte Bergmannsfest Österreichs. Die Tänzer – Nachkommen ehemaliger Bergknappen – und die Bergkapelle marschieren in ihren prächtigen Bergmannstrachten am Festplatz auf und zeigen nach dem "Radschlagen" den einmaligen Männer-Kettentanz, der vor allem die Arbeitswelt "unter Tage" darstellt.

Den Abschluss bildet der Ehrentanz der Reiftanzbraut und das "Pritschen" der Ehrengäste. Sie werden auf die „Pritschbank“ gelegt und erhalten entsprechend alter keltischer Symbolik drei Klatschenhiebe – zum großen Gaudium der Zuschauer und für das Wohlergehen während der nächsten drei Jahre bis zum nächsten Hüttenberger Reiftanz.

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Zur Sache: Der Hüttenberger Reiftanz findet heuer am 16. Juni ab 14 Uhr am Festgelände in Hüttenberg statt. Zuvor gibt es eine Festmesse (11 Uhr), ein Platzkonzert der Schambachtaler Blaskapelle aus Bayern (13 Uhr) und einen Auftritt des Kärntner Trommlerkorps (13.45 Uhr).

Autor:

Stefan Plieschnig aus St. Veit

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