Brenner Straße wieder zweispurig befahrbar

Eine Hangexplosion und Mure im Bereich Matreiwald haben umfangreiche Sicherungsarbeiten und eine Sperre der Brenner Straße notwendig gemacht.
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  • hochgeladen von Katharina Ranalter (kr)

WIPPTAL (kr). Ab Dienstagabend wird die Brenner Straße zwischen Schönberg und Matrei ungehindert zweispurig befahrbar sein. Wieder für den allgemeinen Verkehr freigegeben wird Dienstagabend auch die bislang nur für den Anrainerverkehr geöffnete Ellbögener Straße. Mit Behinderungen aufgrund von Baustellen ist dort aber weiterhin zu rechnen.

Murenereignisse

In Summe 19 Muren und Erdrutsche gab es zwischen 9. August und 14. September dieses Jahres entlang der Ellbögener Straße und der Brennerstraße im Wipptal (Bezirk Innsbruck Land). Nach einem Erdrutsch unterhalb der Brenner Autobahn im Bereich Matreiwald Mitte September war die Straße bis kurz vor dem Nationalfeiertag gänzlich gesperrt und ist seitdem einspurig befahrbar. Mit der Sperre der Brennerbundesstraße wurde auch die Ellbögener Straße mit ihren zahlreichen Baustellen wegen drohenden Überlastung für den allgemeinen Verkehr gesperrt.
„Dass wir den Hang in Matreiwald derzeit unter Kontrolle haben und die Brenner Straße ungehindert befahrbar ist, haben wir dem enormen Einsatz aller Beteiligten zu verdanken“, zollt Straßenbaureferent LHStv Josef Geisler den Leistungen der Mitarbeiter des Baubezirksamts Innsbruck, der Landesgeologie, der ASFINAG und die ausführenden Firmen Respekt. Auch im kommenden Jahr werden weitere Arbeiten notwendig sein. „Die geplanten Maßnahmen sollten allerdings ohne eine Sperre der Straße durchgeführt werden können“, erläutert der Leiter des Baubezirksamts Innsbruck, Werner Huber.

Sanierungsarbeiten

Seit der einspurigen Öffnung wurden oberhalb der B 182 drei Fertigteilankerwände als weitere Sicherungsmaßnahme errichtet. Unmittelbar nach dem Ereignis wurden das Hang- und Quellwasser mittels Drainagen gefasst und abgeleitet sowie Zufahrtswege zur Murrinne angelegt. Dann galt es, die Abbruchkante und die bestehenden Stahlbetonankerbalken zu sichern. Um ein möglichst gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen, mussten Netze angebracht werden. Erst dann konnte das Murmaterial am Hang entfernt und die B 182 geräumt werden. Zusätzliche Erd- und Felsanker sowie ein neues massives Schwerlastnetz unmittelbar oberhalb der Landesstraße ermöglichten die einspurige Öffnung der B 182 im Oktober.

Baustellenkette an der Ellbögener Straße

Auch an der Ellbögener Straße wurde in den letzten Wochen und Monaten ohne Unterlass gearbeitet. Allein 13 Muren und Erdrutsche gab es dort im heurigen Sommer aufgrund der wochenlangen Niederschlagsphasen und Wassermengen. Die Mehrzahl der Schäden ist behoben. Bei der Baustelle „Lattererhof“ (km 16,19 bis km 16,42) wird der Verkehr zumindest bis Weihnachten einspurig mit Ampelregelung abgewickelt. Beim „Zachhof“ (km 15,72 bis km 15,79) und an der südlichen Falkasanererbachböschung (km 18,28) sind derzeit zwei talseitige Stützmaßnahmen in Bau. Eine neue Stahlbetonwandkonstruktion soll 2018 im Bereich „Katzenloch Nord“ (km 17,56) errichtet werden. Dort hat sich die Fahrbahn aufgrund der starken Hangwasserzutritte gesetzt. Außerdem soll die L 38 beim Abschnitt „Hennenboden“ (km 12,80 bis km 13,05) stabilisiert werden.

Vier Millionen Euro

Die Kosten für die Maßnahmen zur Sicherung des Hanges in Matreiwald oberhalb der B 182 Brenner Straße betragen rund vier Millionen Euro. Das Land Tirol und die ASFINAG teilen sich die Aufwendungen für die Sicherungsarbeiten. Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen an der L 38 Ellbögener Straße werden zur Gänze vom Land Tirol getragen und belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro. Auch hier sind 2018 weitere Maßnahmen notwendig, die mit 400.000 Euro veranschlagt sind.

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