11.01.2018, 14:15 Uhr

Budget in Neustift beschlossen: Einstimmig trotz Kritik

NEUSTIFT. Das Wichtigste vorweg: Das Budget in Neustift für das Haushaltsjahr 2018 wurde vom Gemeinderat bei der vergangenen Gemeinderatsitzung am Dienstag einstimmig beschlossen. Das Erstellen des Budgets für 2018 wurde von den Gemeinderäten als anspruchsvoll, aber sehr angenehm bezüglich der Zusammenarbeit beschrieben. Dennoch: Es gab einige Kritikpunkte, vor allem was die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Schulbau in der Kampl betrifft. 

"Projekte werden hintan gestellt"

Konkret geht es um folgendes: Die Differenz zwischen den laufenden Einnamen und den laufenden Ausgaben im Budget 2018 ergibt einen frei verfügbaren Finanzrahmen von rund 950.000 Euro. Dazu kommen zusätzlich einmalige Einnahmen von rund 1,4 Millionen Euro, zu denen unter anderen die Zuwendungen des Landes Tirol aus dem Katastrophenfonds aufgrund der Schäden der Unwetter im Sommer 2017, zählen oder auch Zuwendungen für das Schulprojekt. Der Gemeinde Neustift stehen folglich insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Da der Großteil davon für Verbauungen, Sicherungsmaßnahmen und Ähnliches verwendet wird, stehen der Gemeinde Neustift noch rund 1,25 Millionen Euro zur Verfügung.
Dass davon rund 150.000 Euro für die Zuführung zum Schulbau und 120.000 Euro für die Habichtsgasse (die Straße, die sich neben dem neuen Schulcampus befindet) verwendet werden sollen, sorgte für Kritik seitens einiger Gemeinderäte. Kritisiert wurde, dass diese großen Summen für den Schulbau verwendet werden und somit für andere große Projekte kein Geld mehr zur Verfügung steht – diese Projekte also hintan gestellt werden.


Größere Projekte erst wieder ab 2020/2021

Für Bürgermeister Peter Schönherr ist die Sachlage klar: "Priorität hat zurzeit der Schulbau. Weitere große Projekte parallel zum Schulbau – womöglich auch noch mit Fremdfinanzierung – wären unverantwortlich und würde den nachfolgenden Gemeinderatsperioden einen großen Schuldenberg hinterlassen." Deshalb können bis die Schule abgerechnet ist – also bis 2019 – keiner größeren Projekte angegangen werden, wie beispielsweise das Freizeitzentrum. Dahinter stehe die Überlegung, dass man möglichst viel aus dem Eigenkapital und möglichst wenig aus Fremdkapital finanziert, damit sich die Gemeinde nicht überhebt, so Bgm. Schönherr: "Bis 2019 können Ideen für die nächsten große Projekte gesammelt und Konzepte ausgearbeitet werden. 2020 kann dann in die Umsetzung gestartet werden." 

"In Budget stecken viele Meinungen"

Auch Vizebürgermeister Andreas Gleirscher steht hinter dem Budget für das Jahr 2018 und betont: "Wir sind immer froh über kritische Meinungen – daran sieht man, dass das Budget der Gemeinde von niemandem auf die leichte Schulter genommen wird und es jedem Gemeinderat am Herzen liegt. Der Fokus liegt nun voll auf der Schule – wenn das abgeschlossen ist, kann man im Jahr 2020/2021 mit weiteren großen Projekten für Neustift fortfahren." Zusätzlich zum Schulprojekt hohe Summen in weitere Großprojekte zu stecken, sieht Gleirscher ebenfalls kritisch, weil dann die Gefahr bestehe, dass sich die Gemeinde übernimmt. 
Dass nach Abrechnung der Schule natürlich die Umsetzung weiterer wichtiger Großprojekte für Neustift nötig und wichtig ist, stand für Bürgermeister und Vizebürgermeister außer Frage. 
Bgm. Schönherr resümiert: "Trotz des geringen Spielraums passiert 2018 extrem viel in der Gemeinde – wie beispielsweise die Realisierung des neuen Spielplatzes in der Kampl oder auch des Gehsteiges zwischen Stackler und Autn sowie zahlreiche weitere Projekte."

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