11.11.2017, 12:12 Uhr

Elektroauto. Wirklich die Grüne Alternative?

Wenn man Leute heutzutage fragt, was die Zukunft des Automobils sei, dann sagt jeder - ohne lang nach zu denken - „Natürlich das E-Auto“. Doch ist es wirklich die Zukunft, oder nur ein schöner Gedanke? Und gibt es denn auch andere, zukunftstaugliche Antriebe?
Als erstes müsste man sich jetzt einmal fragen, woher der elektrische Strom in so hohen Ausmaßen kommen soll. Der Strom kommt aus Batterien. Und die Batterien? Diese bestehen aus einem Stoff namens Kobalt. Doch woher kommt dieser Stoff? Die Frage nach der Herkunft ist leicht zu erklären. Der Stoff kommt aus dem Kongo. Nur aus dem Kongo! Hier wären wir schon beim ersten Problem. Das E-Auto gibt es erst seit kurzem. Die 500km und mehr-Grenze ist vielleicht in den Träumen der Autobosse enthalten, in der Realität jedoch nicht. Klar, Hersteller geben zwar auf den ersten Blick 400km - und somit einen Wert, der an den 500km schon nagt - an, doch dann steht in irgendeiner Fußzeile kundenorientiert: 190-200km. Was ist damit also gemeint? Nun, das Elektroauto ist erst in der Entwicklungs- oder Anfangsphase. Bis es ein E-Auto mit einer satten KW-Anzahl und einer anschaulichen Kilometer-Leistung gibt, ist es noch ein langer Weg. Mit anderen Worten sind es noch viele Kobalt-Minerale, die im Kongo abgebaut werden, bis es ordentliche Werte gibt. Um auf den Anfang zurück zu kommen: wenn es nur im Kongo Kobalt gibt, dann ist es doch ein bisschen kurzsichtig, zu glauben, dass es diesen Stoff noch ewig gibt. Mit Nachhaltigkeit wird immer geworben, doch ob dies so nachhaltig ist, sei zu bezweifeln.
Eine andere Frage ist, WIE das seltene Kobalt abgebaut wird. Wenn man kurzsichtig denkt, dann glaubt man, dass gut bezahlte Burschen mit Schutzkleidung diesen Stoff abbauen und sich in der Mittagspause fröhlich lachend unterhalten und dabei eine Jause essen. Doch in der Realität gibt es drastische Abweichungen. Anstatt guter Bezahlung müssen die Mitarbeiter zu einem Hungerlohn sich OHNE Schutzkleidung dreckig machen. Gesundheitsvorsorge ist hier fehl am Platz. Bei der Zerkleinerung des Kobalt-Minerals entsteht gefährlicher Kobaltstaub und dieser gelangt natürlich in die Lunge. Dort kann er alles Mögliche anstellen. Von argen Entzündungen bis hin zum nicht heilbaren und somit tödlichen Lungenkrebs. Und die Arbeiter sind Kinder im Alter zwischen 8 und 18 Jahren. In diesem Alter sollte man in die Schule gehen - so denken zumindest wir.
Kurz gesagt: Kobaltabbau ist Raubbau an der Natur unter menschenausbeutenden Bedingungen. Wenn das „grün“ ist, dann ist Sachertorte ein Diätprodukt.
Wir sehen also, dass es bei dem – anscheinend - so coolem E-Auto dann doch auch ein paar nicht so coole Dinge gibt. Selbst wenn es all die vorhin genannten Dinge nicht gäbe, muss man sich fragen, ob es unser Stromnetz aushält, wenn nach der Arbeit jeder sein E-Auto an die Steckdose hängt. Das Stromnetz ist heute schon in vielen Großstädten zum Abend hin, wenn jeder den Fernseher ein knippst, sich eine Tiefkühl-Pizza in den Ofen schiebt und das Licht einschaltet und jetzt im Winter noch die Heizung aufdreht, überlastet. Was also wenn sich das Auto dann auch noch am Strom bedient? Was sagen dann alle Grünen, und angeblich letzten Umweltschützer, wenn es heißt, dass wieder Atom- und Kohlekraftwerke eröffnet bzw. gebaut werde müssen, um die Stromversorgung sicher zu stellen? Dann heißt es sicher wieder: „Nein! Wir waren schon immer gegen das böse, böse E-Auto“
Zu all dem kommt auch noch das Argument Arbeitsplatz dazu. Der Verbrennungsmotor gibt nicht nur ein paar Heinzelmännchen Arbeitsplätze, sondern gleich Hundertschaften an Angestellten - zum Teil auch Arbeitnehmer im Alter 50+. Sollen alle diese Leute nun ihren Job verlieren? Soll es wieder Arbeitslose, wie Sand am Meer geben?
Doch jetzt mal abgesehen von den ganzen Ärgernissen. Es gibt auch Alternativen. Auch schon beim Diesel: Nämlich Ad-Blue. Dies ist ein Harnstoff Gemisch, welches im Auspuff erhitzt wird und sich ausdehnt um Stickoxide und Co. einzufangen und diese im Filter dann unschädlich zu machen. Wer mit Verbrennungsmotoren dann gar nichts mehr zu tun haben will, der kann auch auf die Brennstoffzelle zugreifen.
Natürlich darf man dann auch nicht mehr das Flugzeug benützen, weil dieses ja auch „umweltschädlichen Treibstoff“ verbrennt, aber egal.
In der Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff mit Sauerstoff und es entsteht dabei elektrische Energie und Wasser, welches als „Verbrennungsprodukt“ freigesetzt wird. Wasserstoff wird über erneuerbare Energien (Solarzellen, Windparks, …) erzeugt. Somit ist dieser „Treibstoff“ am umweltfreundlichen und somit, meiner Meinung nach das zukunftstauglichste Antriebskonzept. Natürlich muss dazu gesagt werden, dass überall die Automobilindustrie, was dieses Thema angeht, das Sagen hat. Mag zwar unverschämt und unfair klingen, ist aber verständlich, weil sie viel Geld in die Staatskassen spült. Da fast jede Automarke mit Verbrennungsmotoren das meiste Geld macht, wird sie natürlich sagen, dass die Regierung bei machen Sachen einfach wegschauen soll. Und tut das die brave Regierung? Ja, ganz artig, wie sie ist. Somit wird es den Verbrennungsmotor auch noch länger geben. Ob dies nun gut oder schlecht ist, darüber kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich sag nur eines: Der Berg-Hüttenwirt wird sich sicher nicht von heute auf morgen einen E-Jeep leisten können.
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