Wakis Theaterstadl
Paradiesischer Kampf ums Erbe im Laufhaus

Modesünden im Laufhaus: Sepp Kneisl in Haiwaiihemd und Ringelsocken, Christine Juen in Puffmutti-Outfit und Markus Wackerle grazil in Lack und Leder
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  • Modesünden im Laufhaus: Sepp Kneisl in Haiwaiihemd und Ringelsocken, Christine Juen in Puffmutti-Outfit und Markus Wackerle grazil in Lack und Leder
  • hochgeladen von Julia Scheiring

SEEEFELD (jus). Die Idee, tatsächlich in einem Stadl zu spielen, geisterte schon länger in den Köpfen des "Wakis Theaterstadl"-Teams herum. Heuer wurde sie in die Tat umgesetzt und der Stadl von Obmann Markus Wackerle wurde in ein prächtiges Laufhaus umgestaltet - natürlich nur zu Theater-Zwecken.

Hammer-Regie

Am Freitag, 17. Mai, war es dann soweit: Mit der Premiere von "Wer zuletzt lacht, erbt", wurde die neue Bühne von Joe Spider, Madame Coco und Co. eingeweiht. Luka Oberhammer macht mit ihrem Regiedebüt ihrem Namen alle Ehre und würzte die Komödie ordentlich mit Slapstick. 

Der Inhalt in Kürze: 

Joe Spider, Sohn des berühmten "Nachtclubheinzis" erfährt, dass er nicht der Alleinerbe ist, sondern sein Vermögen mit seinen beiden bis dato unbekannten Halbschwestern Walpurga und Marie-Luise teilen muss – vorausgesetzt, die drei verbringen eine Woche gemeinsam im "Laufhaus zum Paradies". Sollte innerhalb eines halben Jahres ein Kind auftauchen, erbt dieses alles und die Geschwister erhalten den Pflichtteil.

Paradiesvögel im Laufhaus

Wer tatsächlich zuletzt lacht, wird an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten, die Zuschauer hatten jedenfalls genug zum Lachen. Wenn auch die Schauspieler in enge Korsagen gezwängt waren, gaben sie sich herrlich freizügig und unangepasst. Allen voran der einfältige Sascha (Markus Wackerle), der "Trari Trara, er ist schon da" mit seinen Lack-Hacken so grazil über die Bühne tanzt, als hätte er nie etwas anderes getan. Oder Johann "Joe Spider" Spinner (Sepp Kneisl), der mit seinem Wiener Geraunze den völlig charmelosen Zuhälter zum Besten gab und die spitzzüngige Madame Coco (Christine Juen) mit seinem Heiratsunwillen in den Wahnsinn treibt. Und in dieses Rotplüsch-Ambiente platzen ausgerechnet die katholische Oberstudienrätin Dr. Walburga Feinstein (Theres Schmid) und Großstadt-Tussi und Ex-Politiker-Gattin Marie-Luise VON Hohenfels (Inge Heel). 

Gekommen, um zu bleiben

Der ausgeklügelte Plan, die beiden zu vertreiben, will aber nicht so recht aufgehen: Walburga ist schnell von Cocos dümmlichen Schwester Liz und vom Schnaps angetan und bringt im Laufhaus ihre Karriere in Schwung. Und die noble Frau VON Hohenfels ist dem Horizontalen Gewerbe gar nicht so fern, wie man denken möchte. Da nützt weder die schwerhörige Landpomeranze Rosa (Katharina Leitner), die schreiend durchs Etablissement wirbelt, noch tote Ratten und alte Lachsbrote. Nicht verpassen sollte man Rambo (Richard Stöckel), der als Türsteher Schrägstrich Alleinunterhalter tänzerisch alle in den Schatten stellt. Wer am Ende tatsächlich den Geldsegen erhält, kann jeder selbst herausfinden, das Stück wird am kommenden Wochenende noch dreimal aufgeführt.

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