Die "Talenteschmiede" in Stams feiert 50 goldene Jahre

v.l.n.r.: Ernst Vettori, Klaus Sulzenbacher, Nicole Hosp, Direktor Arno Staudacher, Mario Stecher und Schulsprecher Marco Breitenberger.
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  • v.l.n.r.: Ernst Vettori, Klaus Sulzenbacher, Nicole Hosp, Direktor Arno Staudacher, Mario Stecher und Schulsprecher Marco Breitenberger.
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SEEFELD. Nach der mageren Medaillenausbeute bei der Ski-WM 1966 in Portilo/Chile war die Idee geboren – ein Skigymnasium nach dem Vorbild Frankreich, jene Nation, die mit 16 Medaillen (7 davon Gold) dem Rest der Welt davonfuhr. Seither sind die Österreicher im Schisport den anderen Nationen zeitweise eine Nasenlänge voraus, viele Olympia- und WM-Medaillen sowie Weltcupsiege waren in den letzten 50 Jahren das Ergebnis der Talenteschmiede Stams, die auf den drei Säulen aufbaut: Schule - Sport - Internat.

Schigymnasium Stams - ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt

Das Schigymnasium Stams ist heute ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt zur Verbindung von Schule und Leistungssport. Jedes Jahr werden nach einem Auswahlverfahren aus etwa über 100 Bewerbern bis zu 45 neue Schüler aufgenommen, etwa ein Drittel davon erreichen ÖSV-Kader-Niveau. Im aktuellen Schuljahr 2016/17 werden insgesamt 166 SchülerInnen in der Schule unterrichtet.

Fünf Jahrzehnte Spitzensport

Am 30. September 2017 feiert das Schigymnasium Stams ihr 50-jähriges Bestehen, dann werden viele aktuelle und ehemalige Wintersportgrößen zusammentreffen, kündigt Direktor Mag. Arno Staudacher an. Bei einem Kick-off-Event im Vorfeld des „Nordic Combined Triple“ in Seefeld gaben Nicole Hosp, Ernst Vettori, Klaus Sulzenbacher und Mario Stecher Einblick in ihre schulische und sportliche Laufbahn, die in Stams ihren Anfang genommen hat.
Vorrangig waren es Alpine Spitzensportler, die in Stams ihre Karriere begannen, es folgen Skispringen und die Nordische Kombination, die sich in Stams zu einer Erfolgsstory wurde.

Als der Nordische Kombinierer, ehemaliger Olympia-Zweiter und Weltmeister Klaus Sulzenbacher in den 80er-Jahren in Stams zur Schule ging, steckte diese Disziplin noch in den Kinderschuhen. Das Schigymnasium Stams ist eine Lebensschule, erklärt der ehemalige Spitzenathlet, der auch viel Druck aushalten musste: "Man lernt dort vieles über Disziplin und Zielstrebigkeit und ist damit bestens gerüstet für weitere Erfolge.“ Gerade deswegen kann Sulzenbacher diese Privatschule jedem jungen Menschen empfehlen.
Nicht jeder wird irgendwann eine Medaille machen, daher ist hier auch der erfolgreiche Schulabschluss ein wichtiges Standbein, wie Direktor Staudacher betont: "Das duale Ausbildungssystem zeichnet die Schule aus, nur eingewisser kleiner Prozentsatz erreicht Olympia- oder WM-Ehren, daher wird großer Wert auf die schulische Ausbildung gelegt.
Ganz nach oben hat es auch Skisprung-Legende Ernst Vettori geschafft, Gold bei Olympia und Weltmeisterschaft: "Alle meine Vorbilder sind dort zur Schule gegangen. Ich hatte dort eine irrsinnig schöne Zeit." Vettori war danach auch als Trainer und heute als Präsident der Schule tätig.
Von weit her angereist verbrachte auch Mario Stecher die meiste Zeit im Stamser Internat und erfuhr viel Kameradschaft: „Jeder kennt bald jeden. In Stams gibt es kein Gegeneinander, sondern nur ein Miteinander. Das Gemeinschaftsleben spielt eine wichtige Rolle und trägt auch später zum Erfolg bei“
Die Skirennläuferin Nicole Hosp kannte während ihrer Schulzeit in Stams kein Heimweh: „Ich habe mich sehr gut mit meinen Klassenkameraden verstanden. Wir waren eine super Truppe. Man lernt dort nicht nur schulische und sportliche Aspekte, sondern vieles für das Leben.“
Das Schigymnasium Stams bildet eine wichtige Grundlage für das Leben, nicht nur im Sport, das weiß auch Schulsprecher Marco Breitenberger, dessen Springerkarriere nach einer Verletzung vorzeitig endete: "Es ist wie in einer Familie. Als Schulsprecher bin ich das Bindeglied und der Vermittler zwischen Lehrpersonen bzw. Direktor und SchülerInnen, kann so für mehr Verständnis auf beiden Seiten sorgen." In der Schule macht es keinen Unterschied, ob jemand Spitzensportler wird oder nur die Handelsschule abschließt, ohne eine sportliche Karriere, meint Breitenberger.

Medaillenerfolge und Persönlichkeitsentwicklung

Neben der sportlichen und schulischen Disziplin legt das Schigymnasium Stams großen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung seiner Schützlinge. Direktor Arno Staudacher: „Das ständige Bewusstsein für die ganz besondere pädagogische und sportliche Verantwortung und die damit einhergehenden Herausforderungen führten zu einem beständigen Innovations- und Entwicklungsprozess in den Bereichen Schule, Sport und Internat - und nach bald 50 Jahren zu dem, was das Schigymnasium Stams heute immer noch ist: ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt zur Verbindung von Schule und Leistungssport."

Zahlen und Erfolge

Über 1200 Absolventen zählte die Schule seit ihrem Bestehen. SchülerInnen und AbsovlentInnen konnten im letzten halben Jahrhundert 96 Medaillen bei Olympischen Spielen, über 216 Medaillen bei Weltmeisterschaften und 296 Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften erringen.

Highlights im Jubiläumsjahr

Die 50-jährige Erfolgsgeschichte vom Schigymnasium Stams wird am 30. September 2017 im Rahmen eines Festaktes gefeiert.
Zu diesem Anlass werden zahlreiche geladene Gäste, Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie alle Medaillengewinner und die Lehrer der Schule im Bernardisaal des Stiftes Stams erwartet. Mit dem Paul Watzlawick-Ehrenring-Träger Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessman konnte ein hochkarätiger Redner für die Veranstaltung gewonnen werden.
Neben dem Jubiläumsfestakt wird unter dem Motto „Come together“ auch ein Absolvententreffen im Bereich des Schulhofes stattfinden. Im Laufe der nächsten Monate wird das Schigymnasium deshalb gemeinsam mit den Alumni den Kontakt zu den ehemaligen SchülerInnen intensivieren.
Beim traditionellen Fußballspiel „Alpin gegen Nordisch“, welches von „Schiri-Legende“ Konrad Plautz geleitet wird, können sich die „Altstamser“ in einer sommerlichen Disziplin messen.
Der Festakt und das „Come together“ stellen gleichzeitig auch den Startschuss für die weiteren im Jubiläumsjahr stattfindenden Events im Schigymnasium dar. Dazu zählt auch ein hochkarätiges Trainersymposium, welches im Frühjahr 2018 über die Bühne gehen wird.

Eine Schule schreibt Geschichte

Für die hochbegabten SchülerInnen ist das Schigymnasium Stams nicht nur eine Schule, sondern auch ein Zuhause. Die Lehrkräfte übernehmen die Verantwortung für den Spitzensport von morgen und legen dabei größten Wert auf die individuelle Betreuung ihrer Schützlinge. Teamwork und ein respektvoller Umgang werden in der im Jahre 1967 gegründeten Internatsschule groß geschrieben. Sowohl infrastrukturelle als auch personelle Kapazitäten ermöglichen optimale Schul- und Trainingsbedingungen für NachwuchssportlerInnen. Ein Blick in die top-ausgestattete Kraftkammer verrät das harte Training, welches die Youngsters von morgen für ihren Weg zum Erfolg in Kauf nehmen. Nicht umsonst gilt Stams als Inbegriff der österreichischen Erfolge im Wintersport. Neben der sportlichen Ausbildung zählen auch die Unterrichtsarbeit und die Internatsbetreuung zu den drei tragenden Pfeiler des Bildungsgebäudes, welches sowohl eine Handelsschule als auch ein Oberstufenrealgymnasium integriert. Als besonderes Highlight kürt das Skigymnasium Stams einmal im Jahr den “Student of the year”: für seine hervorragenden schulischen und sportlichen Leistungen sowie besonders vorbildliches soziales Verhalten erhielt Sebastian Trixl im letzten Jahr den begehrten Titel.

Autor:

Georg Larcher aus Telfs

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