Bogensport: Rietzer Rainer Meinschad feiert Gold bei ÖM in Kärnten
Mit Indianer-Technik zum Sieg

Lederhose, Holz-Bogen und -Pfeile: Rainer in seinem Element.
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  • Lederhose, Holz-Bogen und -Pfeile: Rainer in seinem Element.
  • hochgeladen von Georg Larcher

RIETZ. Mit einem urigen Indianer-Bogen forderte Rainer Meinschad vom BSC Rietz die heimische Elite heraus – und jubelte am Ende über Gold in der Allgemeinen Klasse der "Primitivbogen"-Schützen! Rund 300 Schützen kämpften am 12./13. Juni bei der Österr. Meisterschaft im 3D-Bogenschießen (nach IFAA-Reglement) in Kärnten um die Medaillen.

Seit 2016 mit Instinkt und Indianer-Bogen

Es war der bisher größte Erfolg für den Instinktiv-Bogenschützen, der erst seit 7 Jahren mit diesem Sport begann. Mit seinem "Penobscort"-Bogen – benannt nach den Indianern, die im 15. Jahrhundert im heutigen Bundesstaat Maine im Nordosten der USA lebten – zeigte Meinschad eine Treffsicherheit, die oft nur hochgerüstete Geräte zustande bringen. Der Rietzer ist der einzige in Österreich, der mit diesem Bogen zu Wettkämpfen antritt, im Vorjahr bei fünf Turnieren sogar viermal gewann.
"Damit schieße ich bereits seit 2016", erzählt der frisch gebackene Österreichische Meister (57), der am Wettkampf-Wochenende über sich hinauswuchs:

"Der erste Wettbewerbstag lief gut. Als ich dann von daheim die Nachricht bekommen habe, ich werde Opa, war das Wochenende für mich gerettet!"

Das wirkte: Mit viel Ruhe und Gefühl trifft der Instinkt-Schütze mehrmals ins Schwarze. Auf einem 3D-Parcours wird auf 3D-Tiernachbildungen geschossen. Die Entfernungen sind nicht bekannt, noch dazu geht es bergab und bergauf. Wald und Wiese, Licht und Schatten sind für die Schützen eine Herausforderung.
Am Samstag lief es von Anfang an gut, am Sonntag ein kurzer Durchhänger, doch am Ende reichte es für die Goldmedaille!

Großer Kraftakt

Mit etwa 60 Pfund, umgerechnet ca. 30 kg, muss Meinschad die auf eine bestimmte Spannung eingedrehte Sehne am filigranen "Doppel"-Bogen ziehen, um den Pfeil über eine Distanz von manchmal mehr als 50 Meter ins nur wenige Zentimeter große Ziel zu befördern.
Bei diesem enormen Kraftakt bleiben nur wenige Sekunden Zeit, um das Ziel zu erfassen, die richtige Körperhaltung einzunehmen, den Pfeil in die Flugbahn zu befördern.

"Ich schätze die Entfernung, nehme das Ziel ins Visier und nehme eine Haltung an, wie es mir mein Gefühl sagt. Es entscheiden hier viele Faktoren, wie gut ich treffe."

Seine Pfeile, die Meinschad ebenso in ausgeklügelter Technik selbst anfertigt, haben eine selten erreichte Präzision: "Ich bin da ganz fanatisch. Es geht zwar viel Zeit drauf, ist aufwändig, aber es macht großen Spaß." Überall, wo der Rietzer mit seinem Penobscot-Gerätauftaucht, sorgt er für Staunen und Interesse, vor allem der zweite Wurfarm ist ein seltener Anblick. "Es gibt zwar Schützen, die haben versucht, diesen Bogen nachzubauen, aber diese Leistung hat keiner erreicht."

"So einen will ich"

"Den Bogen hat damals Markus Plangger, damals in Rietz wohnhaft, hergestellt, nachdem ich sagte: So einen will ich. Auch die ganze Ausrüstung aus Leder, Gürtel, Köcher und Taschen, stellte Plangger her", erzählt der stolze Meister, dessen rosafarbene Lederhose ein Markenzeichen ist: "An der erkennen mich die Leute immer", lacht der Familienvater, der vor allem die Gesellschaft bei den Turnieren genießt: "Wenn ich mal nicht gut schieße, möchte ich zumindest auffallen (lacht)."
Vom Seefelder Josef Neuner, auch ein Meister im traditionellen Bogensport, hat Meinschad viel gelernt. Neuner war übrigens bei dieser ÖM in der Seniorenklasse eine Klasse für sich, holt für den SG Scharnitz die ÖM-Goldmedaille!

Heuer wird Meinschad noch öfters bei Turnieren mit seiner Ausrüstung und dem seltenen Bogen auffallen. Druck hat er keinen: "Mein Ziel für heuer hab ich erreicht, weitere Erfolge sind eine Zugabe!"

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