01.07.2017, 10:06 Uhr

Einhausung ist das Ziel für Zirl

Der Lärmschutz entlang der Zirler Nordumfahrung bringt für die Anrainer keine Erleichterung. Zirl fordert eine Einhausung.

Einigkeit herrscht in Zirl, wenn es um den Lärmschutz für die Bevölkerung geht. Der Zirler Gemeinderat hat vorigen Mittwoch den Beschluss vom 15. Dezember 2016 aufgefrischt und sich erneut für eine Einhausung der Nordumfahrung (B177, Seefelder Straße) ausgesprochen.

ZIRL. Ein Erhöhung der bestehenden Schutzwände, wie im kürzlich präsentierten Gutachten zur Lärmreduktion vorgeschlagen wurde, lehnt die Gemeinde laut Bürgermeister Mag. Thomas Öfner ab.
"Eine geringe Erhöhung bringt außer Kosten gar nichts", meint auch Anrainer Walter Kröll, der seit 20 Jahren die Entwicklung des Verkehrslärm miterlebt. Obwohl das Land bereit wäre, 50% der Errichtungskosten zu übernehmen. "Aber für die anderen 50%, etwa 800.000 €, müsste Zirl aufkommen. Dieses Geld haben wir nicht", so Öfner, der die große - und teurere - Lösung anstrebt, wenn dafür auch weitere Fördertöpfe angezapft werden müssten und das Land tiefer in die Taschen greifen müsste: "Es ist eine politische Sache. Langfristig ist die Einhausung das Ziel."
Der Landtagsklub der SPÖ unter LAbg. Ing Georg Dornauer wird einen Antrag im Landtag einbringen, informiert Bgm. Öfner, darin wird klargestellt: "Die Einhausung soll als Zielformulierung gelten." Bgm. Thomas Öfner sieht die Bemühungen des Landes Tirol und der Abteilung Verkehr und Straße und des zuständigen Referenten LH-Stv. Josef Geisler: "Das werte ich als Zeichen, dass die Problematik grundsätzlich erkannt und anerkannt wird.

Ohne Landeshilfe geht es nicht

Für Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser ist der neuerliche GR-Beschluss eine Bestätigung ihres Engagements seit 2014: "Wir sind sehr froh, dass sich die Marktgemeinde Zirl nun per Gemeinderatsbeschluss eindeutig zu allen Verbesserungsvorschlägen bekannt hat, die wir seit Jahren Schritt für Schritt aufgearbeitet haben." Per GR-Beschuss wird auch die Errichtung einer weiteren Luftgütemessstelle an der A12 gefordert.
Für Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforum Austria-Tirol, geht alles zu langsam: "Während Lärm und Abgase rund um die Uhr produziert werden, hinken Politik und Beamtenschaft oft hinterher, wenn es NUR darum geht, den gesetzlichen Zustand herzustellen." Gurgiser und Vize-Bgm.in Zangerl-Walser fordern das Land auf, "sehr rasch Maßnahmen zu planen und umzusetzen, die das zum Ziel haben, was den Menschen im besonders sensiblen alpinen Raum an stark frequentierten Straßen zusteht: Eine hohe Gesundheits- und Lebensqualität nach dem Prinzip: Zuerst der Mensch und dann der Verkehr."
„Sehr froh sind wir auch, dass unser sehr arbeitsintensives, ehrenamtliches Engagement nun neuerlich durch eine weitere Untersuchung in einer umfassenden Studie unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts vollinhaltlich bestätigt wird“, so Fritz Gurgiser - hier der Link dazu:
https://www.swisstph.ch/de/swiss-%20tph-news/news-...

Bodenmarkierungsplan

Rascher umzusetzen ist ein weiterer Beschluss des Gemeinderates, nämlich neue Bodenmarkierungen, die den Verkehr auf der breit angelegten Nordumfahrung einbremsen soll, informiert Bgm. Öfner. Aktuell wird vom Ingenieurbüro für Verkehrswesen Huter und Hirschhuber OG ein Plan dafür ausgearbeitet. Die BH Innsbruck soll die Maßnahmen verordnen, umgesetzt soll sie noch heuer durch das Baubezirksamt.
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