25.10.2016, 12:59 Uhr

US-Labor analysierte Telfer Brückenreste

SR Ferdinand Koch mit Holzstücken, die er den Pfahlresten der alten Innsbrücke entnommen hat. (Foto: MG Telfs/Dietrich)

Ein Stück der Telfer und Pfaffenhofener Lokalgeschichte wurde jetzt auf Initiative von SR Ferdinand Koch erhellt. Der geschichtsinteressierte Schuldirektor i. R. hat Holzteile der 1905 abgebrochenen Innbrücke datieren lassen.

TELFS. Bei der chemischen Analyse, die ein Labor in den USA durchgeführt hat, wurde der Zerfall des Kohlenstoffisotops C14 gemessen, was Rückschlüsse auf das Alter der Holzprobe zulässt. Das Ergebnis: Alles spricht dafür, dass der abgesägte Pfostenrest, der noch im Uferschlamm neben der heutigen Fußgängerbrücke steckt, etwa 250 Jahre alt ist.
Dieses Ergebnis passt gut zu den schriftlichen Quellen, die von einem Neubau der Brücke um das Jahr 1760 berichten.

Errichtet wurde die Telfer Innbrücke wahrscheinlich im 15. Jahrhundert. Früher dürfte eine Fährverbindung bestanden haben. Im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte hat man den Übergang immer wieder saniert und schließlich um 1760 neu gebaut. 1809 fand an der Innbrücke ein heftiges Gefecht zwischen bayrischen Truppen und Tiroler Kämpfern statt.

Im Jahr 1905 wurde die vollständig aus Holz bestehende Brücke durch eine moderne Eisenkonstruktion mit steinernem Mittelpfeiler ersetzt. Auch diese Brücke mit ihren charakteristischen Bögen, an die sich noch viele Telfer erinnern, wurde inzwischen – konkret: im Jahr 1980 – abgebrochen.

Veranlasst hat die C14-Analyse SR Ferdinand Koch, die Kosten von 350 Euro trägt die Gemeinde Telfs. Ferdinand Koch: „Organisatorisch war das für mich ein nicht geringer Aufwand, eine Unmenge E-Mails waren dafür nötig. Aber ich glaube, es hat sich gelohnt."
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