04.11.2016, 12:07 Uhr

SPÖ Tirol will Nightliner-Zug ins Oberland auf Schiene bringen

LA Georg Dornauer, Verkehrssprecher der SPÖ im Landtag, und Eda Celik, Vorsitzende der Jungen Generation Tirol, wollen die Nightliner-Züge, die seit Dezember 2015 in den Nachtstunden die Landeshauptstadt und das Unterland bis Kufstein verbinden, auch ins Oberland bringen.

"Es ist unser Thema", macht sich LA Georg Dornauer stark für eine Mobilitätsinitiative im Tiroler Oberland, den "Nightliner"-Zug. Im Dezember 2017 könnte der "Nightliner" auf Schiene sein, wie Dornauer als realistisches Ziel erklärt. Ein SPÖ-Antrag dazu wurde jetzt im Landtagsausschuss einstimmig angenommen. Gar keine Freude damit hat Telfs: Mit der Einführung des Nightliner-Zuges wird die Streichung des bestehenden und bewährten Nightliner-Busses befürchtet (BEZIRKSBLÄTTER haben berichtet).

TELFS. Bei einer Pressekonferenz am Freitag Vormittag im Telfer "Stadtcafé" machen Eda Celik aus Imst, Vorsitzende der Jungen Generation Tirol, sowie SPÖ-LA Georg Dornauer, Verkehrssprcher der SPÖ im Landtag, nochmal Dampf für den Zug, der Nachtschwärmer sicher und schnell ins Oberland bringen soll.
"Die SPÖ in Landeck hat das Thema ins Rollen gebracht, die SPÖ Tirol hat es übernommen und der Antrag dazu wurde jetzt im Landtagsausschuss einstimmig angenommen", freut sich Dornauer und macht auch klar, dass es dafür mittlerweile "Trittbrettfahrer" in der Politik gibt, die jetzt auch für den Nachtzug ins Oberland kämpfen. "Es freut mich aber, wenn auch die Volkspartei (JVP) im Oberland dafür kämpft und alle für den Nightliner-Zug an einem Strang ziehen", meint Celik, die sich landesweit und insbesondere in Imst für die Forderung der SPÖ-Jugendlichen stark macht.

Telfs sieht das mit Sorge

In Telfs kam die SPÖ mit ihrem Anliegen bisher nicht weit. PZT/SPÖ-Mandatar RA Mag. Norbert Tanzer ist mit dem Antrag im Ortsparlament abgeblitzt, der Telfer Gemeinderat hat der Forcierung des Nachtzuges eine klare Absage erteilt. Die Befürchtung, dass nämlich der Nacht-Zug den Nacht-Bus völlig ersetzen wird, ist zu groß. Und ein Nightliner-Zug ist für Telfer kein Ersatz für die bestehenden und gut genutzten Nachtbusse (BB hat berichtet, siehe Link dazu unten).
Der Nightliner-Zug von und in die Landeshauptstadt hat bereits in Schwaz den Nacht-Bus ersetzt. Das soll laut Telfer Bgm. Christian Härting (Wir für Telfs) nicht passieren.
"Das wäre eine Verhandlungssache", meint SPÖ-LA Dornauer zur Telfer Haltung und meint, niemand kann gegen ein zusätzliches Angebot sein. "Der Bahnhof in Telfs-Pfaffenhofen ist eine wichtige Nahverkehrs-Drehscheibe, die können wir nicht einfach auslassen", so Dornauer und meint, ein Shuttledienst vom Bahnhof ins Telfer Zentrum wäre eine Lösung: "Dafür könnte man über das Bahnticket 2 €-Gutscheine ausgeben." Jedenfalls müsste der Shuttledienst von den Gemeinden finanziert werden, so Dornauer weiter.
Auch der Zirler Bgm. Thomas Öfner sieht im Nightliner-Bus, der über Zirl und Pettnau nach Telfs pendelt, immer noch die bessere Lösung, wie er sagt, aber: "In meiner Brust schlagen zwei Herzen, ich bin ja auch SPÖler." Bisher wurde dieses Thema im Zirler Ortsparlament nicht behandelt.
In Inzing wurde bereits ein Grundsatzbeschluss zum SPÖ-Anliegen gefasst, erklärt der dortige Bgm. Josef Walch: "Auch wir sind für den Nightliner-Zug, der Bus fährt bei uns leider nicht durch. Wenn der Nacht-Zug kommt, ist es eine Verbesserung."

Nachtschiene ins Oberland ab Dezember 2017 realistisch

"Ob Ausgehen oder Kulturangebote nutzen – unser Ziel ist es, dass das für Nachtschwärmer mit Öffis möglich wird und so die Lebensqualität erhöht wird“, erklärt Dornauer weiter: "Ein gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Landflucht stoppen. Die jungen Menschen lernen von Beginn an, dass sie ihren Heimatort nicht verlassen müssen und trotzdem das Nachtleben in der Stadt genießen können“, ist die Imsterin Eda Celik überzeugt.
Realistischer Zeitrahmen für die Einführung der Nachtschiene ins Oberland ist für Dornauer Dezember 2017. „Jetzt ist es an der Landesregierung, sofort Gespräche mit den Gemeinden und den ÖBB aufzunehmen“, so der SPÖ-Verkehrssprecher.

Erste Gespräche dazu mit Telfs finden diese Woche statt, zuständig ist LH-Stv.in Ingrid Felipe. Grünen-Sprecher Hubert Weiler-Auer meint dazu: "Bei der Nightliner-Diskussion geht es um ein zu erweiterndes Herzstück im Öffentlichen Verkehr. In diesem Fall um die Verlängerung bis Landeck. Wie diese Erweiterung und Verbesserung gelingen kann, da werden sich die Gemeinden und Regionen abstimmen. Immerhin tragen sie auch finanziell dazu bei. Ich bin zuversichtlich, dass eine gute Lösung gelingt."

BERICHT zur Entscheidung im Telfer Gemeinderat:
http://www.meinbezirk.at/telfs/politik/telfs-will-...
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