Schluss mit lustig: Der Kinderfasching fällt aus

Bgm. Egger - ein Kinderschreck? „Blödsinn!“, brummt der.
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  • hochgeladen von Theresa Kaserer

BAD VIGAUN (tres). Der Bad Vigauner Vizebürgermeister Alexander Sartori (SPÖ) zumindest ist davon überzeugt. Fakt ist jedenfalls: Heuer fällt der Kinderfasching in der Gemeinde Bad Vigaun aus. Zum Hintergrund: Seit 41 Jahren organisiert die SPÖ Bad Vigaun den traditionellen Kinderfasching im Gasthaus Neuwirt – also in jenem Gasthaus, dessen Eigentümer Bad Vigauns Bgm. Raimund Egger (ÖVP) ist. „Wir konnten in jedem Jahr rund 300 Gäste begrüßen, aus Bad Vigaun, aber auch aus den Nachbargemeinden“, betont VBgm. Sartori. Heuer aber stellt Bgm. Egger den Saal in seinem Gasthaus für den Kinderfasching der SPÖ nicht mehr zur Verfügung.

„Egger bestraft die Kinder!“
Was ist passiert, dass 2012 der beliebte Kinderfasching in Bad Vigaun ausfallen muss? Für Sartori ist die Sachlage klar: „Bürgermeister Egger ist beleidigt! Er bestraft unsere Kinder dafür, dass in der Gemeindevertretung seinem Wunsch, zwei Parkplätze von der Gemeinde zu kaufen, nicht entsprochen wurde.

„Viel Müll und kein Umsatz“
Bürgermeister und Wirt Raimund Egger selbst begründet die Absage damit, „dass der Aufwand zu hoch ist.“ Mit den Parkplätzen habe das nichts zu tun: „Ich wollte zwei Parkplätze von der Gemeinde ankaufen und das wurde abgelehnt. Na und?“ Sartori aber meint entrüstet: „Wie kann man es als Aufwand bezeichnen, wenn man Kindern eine Freude macht und ihnen einen lustigen Nachmittag bereitet?“ Bgm. Egger erklärt die Sachlage so: „Der Kinderfasching bereitet mir seit Jahren Probleme. Es geht extrem zu, kein Wunder bei 100 Kindern. Ich habe jede Menge Arbeit und keinen Umsatz. Nachher muss mein Personal acht Stunden putzen. Ich habe noch nie Miete dafür verlangt, aber die SPÖ-ler gebeten, mir beim Putzen zu helfen, was sie immer dankend abgelehnt haben.“

Ein Kinderfasching 2013?
Im Jahr 2013 soll der Kinderfasching jedenfalls wieder stattfinden. Geprüft wurde bereits eine Verlegung. „Eine Alternative wären im Ort nur noch die Turnhallen von Volks- und Hauptschule. Aber hier hat der Bürgermeister das Ausschankrecht“, bedauert Sartori. Der Vize hofft nun aber, „dass sich Egger bis 2013 wieder beruhigt hat und dann den Saal für unsere Familien wieder öffnet“.

„Die SPÖ kann mir den Buckel runter rutschen“, poltert Egger: „Seit Oktober haben sie gewusst, dass mein Saal nicht mehr zur Verfügung steht, da hätten sie genug Zeit gehabt, etwas anderes zu finden. Und dass ich das Ausschankrecht in der Hauptschule habe, ist eine Lüge! Es ist sicher kein Problem, den Kinderfasching 2013 in der VS- oder HS-Turnhalle zu machen. Dass ich hier als Kinderfeind hingestellt werde, obwohl ich so viel für die Kinder mache, ist eine Frechheit.“

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