15.03.2017, 05:30 Uhr

Der Holzsarg "eigentlich ein Kulturgut"

Pro Jahr werden von den zirka 100 Mitarbeitern der Firma "Moser Holzindustrie GmbH" rund 30.000 Särge gefertigt. Ein Großteil davon ist aus Holz. Betriebsleiter Peter Perchtold (li.) ist der Betriebsleiter der Firma, die ihren Sitz in Unterweißburg bei Sankt Michael im Lungau hat. Er hat den Bezirksblättern letzten Woche den Betrieb gezeigt.

In Sankt Michael werden in der Firma Moser Holzindustrie unter anderem Särge aus Holz erzeugt. Seit 24 Jahren arbeitet der Halleiner Roland Mayer als Vertreter für die Firma, er kennt die Trends und gibt Einblicke in die Welt der Särge.

Seit 24 Jahren arbeiten Sie als "Sargvertreter", wie reagiert ihr Umfeld, wenn Sie über ihren Beruf sprechen?
ROLAND MAYER: "Unterschiedlich reagieren die Leute, wenn ich über meinen Beruf spreche. Die Meisten könnne sich nichts daruter vorstellen, was gemacht wird. Wenn man aber ein bischen was erklärt, dann wird der Bezug ganz gut thematisiert."

Sie sind Halleiner, arbeiten für ein Unternehmen im Lungau und sind auch sonst viel im Land Salzburg unterwegs. Sind die Vorlieben der Einkäufer andere, je nach Bezirk?

MAYER: "Ich verkaufe direkt an Bestattungsunternehmen. Im Lungau kaufen die Bestatter eher helle Hölzer, wie Fichte, Tanne oder Pappel. Nicht zu vergessen die Lungauer Lärche. Aber auch in anderen Bezirken stehen helle Hölzer an erster Stelle."

Es gibt über 1000 Ausführungen der Grundmodelle, was dominiert in jener Hinsicht?

MAYER: "Was die Ausführung betrifft, geht der Trend in Richtung Schlichtheit. Im Laufe meiner Tätigkeit konnte ich beobachten, dass große Motive oder Verziehrungen nicht mehr so gewünscht werden, wie vor etwa zehn Jahren."

Was den Einkauf der Hölzer betrifft, worauf muss geachtet werden? Wie erfolgt die Verarbeitung?
MAYER: "Vor allem die größe ist für die Sargproduktion wichtig. Wir kaufen Rundholz und Schnittholz. Das Holz wird zugeschnitten und über ein Jahr im Freien getrocknet. Bevor es verarbeitet wird, kommt es in Trockenkammer (2-3 Tage)."

Warum hat sich genau Holz als Rohstoff für die Produktion der Särge durchgesetzt?

MAYER: "Es gab vor 100 Jahren keine anderen Materialien. Kein Plastik oder andere in Frage kommende Materialien. Das Holz zersetzt sich mit der Zeit in der Erde und ist somit umweltfreudlich. Ich würde Särge eigentlich als Kulturgut bezeichen."

Wieviele Särge werden im Betrieb in Sankt Michael produziert?

MAYER: "Es wird bei uns permanet gefertigt, an vier Tagen in der Woche. Im Jahr werden von den rund 100 Mitarbeitern 30.000 Särge erzeugt."


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