Schloss Thürnthal
Die geschundene Schönheit

(c) Raidl
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Wenige wissen um das imposante barocke Schloss in Thürnthal in der Gemeinde Fels am Wagram.

THÜRNTHAL. "Ich hatte nie die Absicht ein Schloss zu kaufen, eher war es meine Leidenschaft für  historische Architektur, die mich damals aufmerksam gemacht hat", erzählt der Besitzer des Schlosses Thürnthal, Gerhard Zehethofer. 1998 kaufte Zehethofer das Schloss samt rund 9.000m2 rund um das Schloss. 

Wertvolles Landschloss

Majestätisch, in stiller Anmut liegt der barock-klassizistische Bau verborgen hinter großen Bäumen. Umgeben von einem trockengefallenen Wassergraben erkennt man, beim Spazieren im Schlossgarten, die verblasste Schönheit des Gebäudes. Urkundlich erwähnt wurde es als Wasserschloss am Fuße des Wagram um 1575, wo es von Hartmann von Trautmannsdorf errichtet wird, welches unter Hofkammerpräsident Reichard Streun von Schwarzenau, aus dem niederösterreichischen Adelsgeschlecht, fertiggestellt wird. 1696 fällt das Renaissanceschloss Flammen zum Opfer und wird wenig später von Adrian Wenzl Graf Enckevoirt (kaiserlicher Kämmerer und geheimer Rat) gekauft. Der italienische Baumeister Martinelli beginnt in Folge mit dem Bau und um 1720 übernimmt Joseph Emanuel Fischer von Erlach die Bauführung und das Schloss bekommt seinen unverwechselbaren barocken Stil. 

Traurige Entwicklung

Von vielen Jahrzehnten der zweckentfremdeten Nutzung - nach dem Revolutionsjahr 1848 wurde der barock-klassizistische Bau als Industriegebäude genutzt - wurde das Schloss während des 2. Weltkrieges als Luftschutzbergungsort und Kunstdepot genutzt. Gerhard Zehethofer kaufte es nach mehreren privaten Besitzern in einem optisch schlechten Zustand. "Seither versuche ich in einer sanften Restaurierung das Gebäude vor dem Verfall zu bewahren. Die Schönheit beeindruckt mich zutiefst und das Schloss verdient es erhalten zu werden - trotz vieler widriger Umstände, die mich fordern und mich oft meinen Grenzen nahe bringen. Dennoch habe ich meine Entscheidung, das Schloss zu kaufen, nie bereut.", berichtet Gerhard Zehethofer. 

Gefragte Kulisse

In den letzten Jahren wird das Schloss sehr häufig für verschiedene Projekte im Kunst- und Kulturbereich genutzt. "Serien wie SOKO Donau und diverse Dokumentationen wurden hier schon gedreht und ich freue mich, wenn sich jemand für das Schloss interessiert und eine Führung bucht", beantwortet Gerhard Zehethofer die Frage auf die aktuelle Nutzung. Das Landschloss ist auch eine gefragte Kulisse für Fotografen, Modeshootings von Gucci fanden ebenfalls hier statt. Zehethofer selbst bewohnt einen kleinen Teil des mächtigen Gebäudes und bietet auch tierischen Gästen Unterschlupf. So finden hier jedes Jahr Turmfalken ein Zuhause.

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