01.09.2014, 00:00 Uhr

Thaya, die heimliche Hauptstadt des Gitarrenbaus

Gitarren, Bässe und Verstärker so weit das Auge reicht, Roland Hauke fühlt sich hier richtig wohl und gibt sein Talent zum Besten.

Roland Hauke hat in seiner Werkstatt schon 200 Elektro- und Bassgitarren gebaut

THAYA. Kunst und Musik, dafür schlägt das Herz von Roland Hauke. Geboren wurde er in Thaya und schon früh bemerkte er seine Talente, deswegen besuchte er die Wiener Kunstuniversität und machte seine Begabungen zum Beruf. Er unterrichtete an den verschiedensten Schulen und Universitäten. Nebenbei wurde dem heutigen Pensionisten nie langweilig, denn schon seit 50 Jahren investiert er jede freie Minute in seine Unikate.
Die Gitarren und Bass Entwürfe werden in den Wintermonaten in der Wiener Wohnung gezeichnet und im Sommer wird in der Werkstatt des Waldviertler Hauses fleißig gebastelt. Um die 200 Meisterwerke sind so schon entstanden, keine davon gleicht der anderen. "Ich sage ja immer Thaya ist die heimliche Hauptstadt des Gitarrenbaus, denn solche Stücke findet man so schnell nicht nocheinmal", erzählt Roland Hauke stolz.

Noch nie da gewesene Töne
Doch wie kommt man überhaupt zu so einem Hobby? Auf diese Frage antwortet der 70-Jährige: "Ich wollte einfach einen Ton erschaffen, den es zuvor noch nicht gegeben hat.". Aber nicht nur der Ton ist unvergleichbar mit üblichen Instrumenten, auch die Optik der Gitarren ist einzigartig. "Als Künstler gebe ich mich nicht mit Formen, die schon einmal da waren zufrieden", schmunzelt der Pensionist.
200.000 Jahre alte Mooreiche, Wurzelnuss, oder Indischer Apfel, solche speziellen Hölzer sammelt Roland Hauke über Jahre bis er sie schließlich verwendet. Klar, dass die Instrumente da einen gewissen Wert haben. "Für ein hochwertiges Modell müsste man mit Arbeitsstunden schon 30.000 Euro rechnen", erklärt der leidenschaftliche Handwerker.

Tragischer Schicksalsschlag
Verkauft hat der Gitarrenbauer seine Stücke bisher nicht, nur in Museen wurden sie schon ausgestellt. Dies soll sich zukünftig aber ändern, denn vererben kann er sie nicht, sein ebenfalls musikbegeisterter Sohn verstarb leider viel zu früh.
Nun sollen auch einige große Projekte folgen. Roland Hauke plant eine Band in der die besten Gitarristen und Bassisten eigens für sie komponierte Stücke spielen sollen. Obendrein wird am Sonntag, den 21 September das "Gitarre total" in der Danielmühle in Kattau stattfinden. Vom Entwurf bis zum Klang bekommen die Besucher einen Einblick in die Künstlerwerkstatt. Eines ist klar, Roland Hauke hat noch viel vor und seinen "Unruhestand" wird er wohl weiterhin meist in der Werkstatt verbringen.
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