Erinnerung an "Mühlviertler Hasenjagd"

Wann: 01.02.2015 19:00:00 Wo: Mahnmal für den Frieden, Anton-Riepl-Straße, 4210 Gallneukirchen auf Karte anzeigen

GALLNEUKIRCHEN. Am Ort des Mahnmals sind am Abend des 2. Februar 1945 20 geflüchtete Mauthausner KZ-Häftlinge ermordet worden. "Wir kennen deren Namen nicht. Wir erinnern bei diesem Gedenken auch an mutige Frauen, die nicht gleichgültig waren und Flüchtlingen Schutz zum Überleben gaben. Wir wollen erinnern gegen die Gleichgültigkeit des Vergessens und uns mahnen zu widersprechen, wenn Unmenschlichkeit in unserer Zeit gleichgültig hingenommen wird", sagt Rupert Huber vom Mauthausenkomitee.
Der Präsident des Roten Kreuz OÖ Walter Aichinger wird die Gedenkrede halten. Die Feier wird mitgestaltet von der Pfadfindergruppe Gallneukirchen-Engerwitzdorf und der Stadtkapelle Gallneukirchen.

Information zur Menschenhatz im Februar 1945
Unsere Gedenkkundgebung ist eine mahnende Erinnerung an die Menschenhatz, die mit dem Begriff „Mühlviertler Hasenjagd“ ein Geschichtsbegriff geworden ist.
In der Nacht auf den 2. Februar 1945 sind aus dem KZ Mauthausen über 500 Soldaten der Sowjetunion ausgebrochen um dem absehbaren Tod durch Folter und Hunger zu entkommen. Deren Losung war „wenn auch nur einer von uns durchkommt, er wird berichten über die Schmach, die unseren Kameraden hier angetan wurde.“ Diesen Ausbruch haben nur 14 überlebt. Alle, die damals in den nationalsozialistischen Organisationen organisiert waren, auch in der Hitler-Jugend, haben diese wehrlos Flüchtenden gejagt, auf die Flüchtenden geschossen oder sie gefangen genommen und der SS übergeben. Hier in Gallneukirchen, am Ort dieses Mahnmales sind am Abend des 2. Februar die in und um Gallneukirchen gefangen Genommenen von der SS exekutiert worden. Nach Recherchen sind hier rund 20 Flüchtlinge, die schon elendig geschunden waren, ermordet worden. Wir kennen nicht deren Namen.
Wir erinnern bei diesem Gedenken auch an mutige Frauen1, die nicht gleichgültig waren, als sie jeweils zwei Flüchtlinge entdeckten, die sich in ihrem Haus versteckt hatten. Auch in Gallneukirchen gaben zwei Familien - alleinerziehende Frauen mit Kind, weil der Vater im Krieg war - Flüchtlingen Schutz zum Überleben.

Motivationen der Organisatoren der Veranstaltung
Hilfe ist im Jahr 2015 in Gallneukirchen ein zentrales Thema. HILFE ist das Thema der Landessonderausstellung, die 2015 in Gallneukirchen ausgerichtet werden wird23. Unser Thema „Mut zum Helfen. Nicht wegschauen – handeln!“ appelliert an eine Grundhaltung. In der NS-Diktatur war helfen Widerstand. Hilfe in unserer Zeit heißt „nicht wegschauen“, heißt „nicht gleichgültig sein“ und kann Mut zum Widerspruch erfordern.

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