Kirche beschädigt
Leichtes Erdbeben im Raum Gramastetten und St. Gotthard mit Folgen

Beschädigter Boden in der Pfarrkirche St. Gotthard
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  • Beschädigter Boden in der Pfarrkirche St. Gotthard
  • Foto: Reinhard Nimmervoll
  • hochgeladen von Gernot Fohler

Im Raum Gramastetten und St. Gotthard war die Erschütterung deutlich spürbar. "Nichts Ungewöhnliches", sagt der Experte.

GRAMASTETTEN/ ST. GOTTHARD. Wie bereits berichtet, registrierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am 9. Jänner nordwestlich von Gramastetten ein leichtes Erdbeben der Stärke 1,9 nach der Magnituden-Skala. Das Epizentrum lag zwischen den Ortschaften Wieshof und Limberg. Helmut Rudlstorfer aus Wieshof erinnert sich genau: "Es war eine Erschütterung wie bei einer Dachlawine. Wir fragten zwar bei meinen Eltern nach, ob ein Kasten umgefallen ist, aber es war nicht besorgniserregend." Im benachbarten Rottenegg (Gemeinde St. Gotthard) hörte Sandra Diendorfer einen "lauten Knall und der Boden hat vibriert".
Obwohl laut ZAMG bei Erdbeben dieser Stärke keine Schäden bei Gebäuden zu erwarten seien, hat sich der Boden im Altarraum der Pfarrkirche St. Gotthard aufgewölbt und sprengte die Fliesen. Auch Risse an der Fassade wurden festgestellt (siehe Regionautenbericht von Reinhard Nimmervoll).

"Nichts Ungewöhnliches"

Laut dem Seismologen Anton Vogelmann (ZAMG) sind solche Beben im Mühlviertel "nichts Ungewöhnliches". Dabei werden Spannungen in der Erdkruste abgebaut. "Ein Knall ist typisch bei einem schwachen Beben. Wenn Felswände in der Nähe sind, strahlen diese den Schall ab", sagt Vogelmann. In Oberösterreich würde die Erde im Schnitt drei- bis viermal pro Jahr und in Österreich 50 mal pro Jahr beben.

Nicht elastischer Granit

Die gefährdetsten Gebiete in Österreich seien das Inntal rund um Innsbruck, das Mur- und Mürztal, das südliche Wiener Becken und der südliche Teil Kärntens. Vogelmann: "In Oberösterreich braucht man sich keine Sorgen zu machen, außer das Haus ist in einem desolaten Zustand." Dass es in der Pfarrkirche Fliesen gesprengt habe, hält er für möglich. "Ich schließe aber aus, dass es den Boden in der Kirche gehoben hat."
Heutige Erdbeben im Mühlviertel würden, so Vogelmann, mit dem Ende der Eiszeit vor zirka 12.000 Jahren zusammenhängen. "Der Gletscher hatte ein enormes Gewicht. Die Erdkruste im Mühlviertel hebt sich seit dem Ende der Eiszeit, aber vielleicht um einen Millimeter in 100 Jahren. Der im Mühlviertel vorherrschende Granit ist nicht elastisch."

"Rodl-Störung"

Der Gramastettner Heimatforscher Herbert Ginterseder kann sich an ein Erdbeben Anfang der 1970er-Jahre erinnern, als "Lampenschirme wackelten". Im Gramastettner Heimatbuch vermerkte der Ortschronist die sogenannte "Rodl-Störung", die er vor längerer Zeit in einer Doktorarbeit über den geologischen Aufbau des Mühlviertels recherchiert hatte. Entlang der Rodl kommt es demnach zu Spannungen und Reibungen.

Mehr Infos: zamg.ac.at

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