Metalldetektor
Moderne Schatzsucher

Gerhard Aichholzer (links) und Reinhard Markatsch verbindet das gemeinsame Hobby
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Reinhard Markatsch ist "Sondler" mit Leib und Seele. "Schätze" zu finden liegt dabei nicht im Fokus.

FÖDERLACH. Im ersten Moment sieht man Reinhard Markatsch seine große Leidenschaft nicht an. Durch Zufall fand er im Herbst 2017 ein Video im Internet. Dabei wurde die Suche mit einem Metalldetektor veranschaulicht. "Ich habe mich sofort in die Gesetzeslage eingelesen, musste jedoch feststellen, dass diese wirklich kompliziert formuliert ist", erklärt der Föderlacher. Da er früher selbst im Gemeinderat tätig war, verschlug es in auf die Gemeinde um sich über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren. Kurze Zeit später bestellte er sich den ersten Metalldetektor im Internet. "Bereits am 14. November habe ich endlich mit der Suche beginnen können", verrät er lächelnd. 

Bereits beim ersten Mal

Bei seiner ersten Suche wurde Markatsch bereits fündig, stieß auf die ersten Münzen. "Natürlich war da auch viel Dreck wie Kronkorken, Patronenhülsen oder Knöpfe dabei", zeigt er sich erzürnt. Für ihn ist es unverständlich, was Menschen alles wegschmeissen. Bei einer seiner letzten Suchen am Silbersee fand er zerbrochene Flaschenhälse, die mit der scharfen Bruchstelle knapp unter der Erde lagen.

Gemeinsames verbindet

Mit wachsendem Enthusiasmus meldete er sich in einem Forum an. "Hier habe ich auch Ötzi kennen gelernt." Gemeint ist damit der passionierte "Schatzsucher" Gerhard Aichholzer aus Bad Bleiberg. Das gemeinsame Hobby verbindet. Mittlerweile wurde ein Stammtisch mit rund zehn "Sondlern" aus ganz Kärnten ins Leben gerufen. Jeder der Zehn besitzt seinen eigenen Spitznamen. Markatsch selbst wird "Kronkorken-Pirat" genannt. Gemeinsam bauen sie ihre eigene Homepage auf. Besonderes Extra ihrer Internetseite: Personen, die etwas verloren haben, können Suchanfragen erstellen. Gesucht wird eigentlich überall. Markatsch bevorzugt die Suche an Orten, wo er dem Trubel entfliehen kann. So führt ihn die Suche auf Äckern, Wäldern und rund um den Silbersee und dem Gemeindebad in Föderlach. "Natürlich wird vorher um Erlaubnis gefragt", fügt er hinzu.

Nach über 18 Jahren

"Auf einen Fund bin ich sehr stolz", erwähnt er in dem Gespräch stolz. Gemeint ist ein goldener Ehering, den er in einem Waldgebiet in Föderlach gefunden hat. Besonders dabei ist das eingravierte Datum. Zu lesen ist dort der 19. April 1958 und der Name Rosi. Nach wochenlanger Suche im Eheregister bei der Stadt Villach und der Gemeinde Wernberg kam endlich der Durchbruch. Aus Datenschutzgründen war es dem Finder nicht möglich eine Telefonnummer zu erhalten, er selbst durfte seine jedoch hinterlegen. Dann kam der erhoffte Anruf. Der Ringbesitzer, mittlerweile 92 Jahre alt, hat seinen Ehering bei Forstarbeiten im Wald vor über 18 Jahren verloren. "Als ich den Ehering seinen Besitzern endlich übergeben konnte, war das schon ein tolles Gefühl", verrät er. Er selbst, sieht sich nie als Besitzer der gefunden Gegenstände – eben nur als Finder.

Im eigenen Vorgarten

Zum Abschluss des Gespräches möchten die beiden noch die Funktionsweise der Metalldetektoren vorführen. Als ausgewählter Platz dient der eigene Vorgarten. Plötzlich fängt der Detektor zum Piepen an. "Das wird sicher nur Müll sein", ist der O-Ton der beiden. Trotzdem muss der Fund ausgegraben werden. Reinhard Markatsch traut seinen Augen kaum: "Das ist ein Deutscher Kreutzer aus dem Jahr 1851. So einen schönen hab ich bis heute noch nie gefunden." Die beiden können es kaum glauben, bemerken grinsend: "Wenn mir jemand diese Geschichte erzählen würde, könnte ich sie auch nicht glauben."

Autor:

Lara Piery aus Villach

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