Friaul 1976
Als die Erde bebte und Villach zum Ersthelfer wurde

Einsatzleiter Paul Platzer mit dem Wassertank-Fahrzeug
des Wirtschaftshofes Villach.
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  • Einsatzleiter Paul Platzer mit dem Wassertank-Fahrzeug
    des Wirtschaftshofes Villach.
  • Foto: Foto: Privat
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Am 6. Mai jährt sich zum 45. Mal das große Erdbeben von Friaul. Zwei Zeitzeugen aus Villach erinnern sich.

VILLACH/ITALIEN. Es war am 6. Mai 1976 um 20:59 Uhr, als Friaul-Julisch Venetien von Erdstößen erschüttert wurde, die auf der Mercali-Skala die Stärke 8 bis 9 erreichten. Rund 1000 Todesopfer und 3000 Verletzte waren die schreckliche Folge, dazu kamen Zehntausende Obdachlose. Heute ist von den äußeren Schäden in der betroffenen Region, etwa im Ort Buja, schon lange nichts mehr zu sehen – Zeitzeugen vergessen diese Schreckensnacht und die darauffolgende Zeit nicht. Einer der ersten, der als Helfer vor Ort war, war Paul Platzer, damals Einsatzleiter der Feuerwehr Villach (später wurde er Kommandant der Hauptfeuerwache). "1975 bin ich der Feuerwehr beigetreten, 1976 war dann gleich der große Einsatz in Friaul", sagt der heutige Ehren-Kommandant und erinnert sich: "Wir haben die Bevölkerung vor allem mit Trinkwasser versorgt. Der viele Regen, der damals fiel, hat unseren Einsatz enorm erschwert."

Die Stadt Valbruna im Kanaltal nach dem Erdbeben.
  • Die Stadt Valbruna im Kanaltal nach dem Erdbeben.
  • Foto: Foto: Archiv Stadtmuseum Villach
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Als Erste vor Ort 

Der Einsatz begann bereits kurz nach dem Erdbeben. "Italienische Kollegen haben uns um Hilfe gebeten, weil wir einen geeigneten Wagen hatten, der Trinkwasserqualität liefern konnte. Diesen haben wir sofort hinunter gebracht. Wir selbst sind zwei Wochen lang jeden Tag mit einem VW-Bus nach Buja gefahren und am Abend zurück, als eine der ersten Helfer." Später kamen dann andere Hilfsorganisationen dazu, die Veldener Feuerwehr belieferte die Gegend dann auch mit Brot. Die Situation vor Ort beschreibt Platzer als erschütternd: "Es hat verheerend ausgesehen, die Einheimischen waren in einem Dämmerzustand, es gab viele Tote, viele hatten ihr Zuhause verloren. Es gab auch laufend Nachbeben. Immer wenn die Hunde anfingen zu bellen und jaulen wussten wir, da kommt was. Die Tiere lagen immer richtig." Als die erste Panik vorbei war, zeigte sich unter den Leute eine große Dankbarkeit: "Wir wurden sogar auf ein Gläschen Wein eingeladen."

Vor allem Villacher, die in Hochhäusern wohnten, wollten nicht gleich wieder zurück ins Gebäude.
  • Vor allem Villacher, die in Hochhäusern wohnten, wollten nicht gleich wieder zurück ins Gebäude.
  • Foto: Foto: Foto Kolfer_Archiv Peter Maier
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Beben in Villach spürbar

Lebhaft an den Abend des 6. Mai 1976 erinnern kann sich auch Gundl Rathke aus Villach. "Es war am späten Abend, ich war mit meinen Kindern in der Küche, mein Mann Joachim, damals evangelischer Pfarrer in Villach, war in seinem Arbeitszimmer. Joachim und ich haben uns gleichzeitig zueinander gedreht und angeschaut – es hat wirklich merklich gewackelt", erinnert sie sich. Mit ihren Kindern flüchtete sie unter einen Türrahmen. "Da stand ich, ganz gebannt. Die Gläser haben geklirrt, die Lampen gewackelt bis es sich wieder beruhigt hat. Schon eine Stunde später hat man in den Nachrichten von den vielen Toten in Italien gehört. Da man die Gegend ja kennt und die so nahe ist, war das schon sehr schockierend."

Villacher verbrachten die Nacht teilweise im Freien.
  • Villacher verbrachten die Nacht teilweise im Freien.
  • Foto: Foto: Foto Kolfer_Archiv Peter Maier
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Wackelnde Hochhäuser

Auch habe sie "Schauergeschichten" gehört von Villachern, die in Hochhäusern leben: "Da erlebt man ein Erdbeben gleich nochmal anders… Wir haben dann in der Kirche nach Schäden geschaut, nach einem Bombeneinschlag noch vom Krieg war das damals schon immer eine Sorge – die Evangelische Kirche wurden dann auch von der Baubehörde gesperrt." Kurz darauf fand aber die Konfirmation der Jugendlichen statt: "Dafür hat uns die Stadt Villach das Kongresshaus angeboten, auch meine Tochter war damals dabei, es war trotzdem ein schönes Fest und die Kirche wurde relativ schnell gerichtet." Ein Teil der Jugendgruppe der Evangelischen Kirche in Villach fuhr zudem als Ersthelfer nach Friaul. Rathke: "Wir haben für die sechs jungen Leute eine Ausrüstung und Werkzeug zusammengesucht. Sie sind dann in entlegene Gegenden gefahren, wo auch Hilftrupps nicht so schnell hinkamen. Erzählt haben sie anschließend vom Schrecken, menschlicher Anteilnahme, aber auch von der Freude, dass jemand hilft."

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