22.11.2016, 10:11 Uhr

"Wir haben ein Minus von 150 bis 300 Zuschauer pro Match"

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Weniger Zuschauer, dazu eine Tribünen-Diskussion: VSV-Geschäftsführer Giuseppe Mion (Foto: Cramaro)

VSV-Geschäftsführer Giuseppe Mion über sinkende Zuschauerzahlen, die Leistung seiner Mannschaft und die Wahrheit über mehr Sitzplätze in der Halle.

VILLACH. Giuseppe Mion ist schlecht gelaunt, er grantelt ins Telefon. Ein Blödsinn sei die ganze Geschichte, dauernd müsse er deswegen herumtelefonieren. Es geht um einen Bericht in der Kleinen Zeitung, wonach der VSV plane, weite Teile der Stehplatztribünen in Sitzer umzuwandeln. Vizepräsident Michael Dräbing hatte sich gegenüber einem Kleine-Reporter gesprächig gezeigt, die Pläne "seien weit gediehen", wird er zitiert.

WOCHE: Wann geht es mit dem Umbau los?
MION: Es wird keinen Umbau geben, das war ein lockeres Gespräch zwischen unserem Vizepräsidenten und einem Journalisten. Es ist für uns aber kein Thema.

Also nur eine Idee.
Nein, nicht einmal das. Es ist kein Thema.

Durchaus ein Thema sind die Besucherzahlen. Vergleicht man die offiziellen Angaben der Bundesliga vom Vorjahr mit heuer, fehlen dem VSV rund 400 Zuschauer pro Spiel. Was ist los?
Die Zahlen sind falsch. Wir haben ein Minus von 150 bis 300 Personen pro Match bei den Stehplätzen, die Sitzer sind konstant. Aber das ist kein Villach-Problem: Mit Ausnahme von Linz haben alle rückläufige Zahlen. Klagenfurt und Wien sind zum Beispiel schlimmer betroffen.

Warum?
Der Spielplan ist falsch. Jeder spielt an einem anderen Tag, manchmal haben wir drei Heimspiele hintereinander, dann wieder ein Match um 15.30 Uhr. Da wird zuviel Rücksicht auf Marketing und TV-Rechte genommen. So verliert man Fans.

Wie soll sich das ändern?
Am Montag und Dienstag haben wir eine Sitzung der Vereine in Wien. Da werden wird das thematisieren. Die Sitzung ist übrigens von den Wienern einberufen worden. Das zeigt, dass es sich um kein Villacher Problem handelt.

Was sind die idealen Spieltermine?
Freitag und Sonntag ab 19.15 Uhr. Dann werden wir auch wieder mehr Zuschauer haben.

An der teils bescheidenen Leistung der Kampfmannschaft kann der Zuschauerschwund nicht liegen?
Das lasse ich nicht gelten. Wir spielen mit vielen jungen, heimischen Talenten, da fehlt halt manchmal die Konstanz. Dazu kam viel Verletzungspech.

Was ist eigentlich das Meisterschaftsziel?

So weit wie möglich zu kommen.

Also Minimum Playoff.
Nein, ich lasse mich da von Ihnen nicht treiben. Nur so viel: Wir sind nicht so schlecht, wie manche denken. Aber auch nicht so gut.
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Michael Heber aus Villach Land | 11.12.2016 | 20:32   Melden
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