08.09.2014, 09:25 Uhr

Gesundes Brot soll heimischen Bäckern Wettbewerbsvorteile liefern

Als neue Wettbewerbschance für die heimischen traditionellen Bäckermeister gegenüber Industriebetrieben sieht Johann Ehrenberger, Landesinnungsmeister des Lebensmittelgewerbes in der NÖ Wirtschaftskammer, das EU-Projekt „Health Bread“. Mit Fermentation und Zugabe von Bestandteilen des Weizenkorns entsteht so ein besonders bekömmliches, leichtes und gesundes Brot bzw. Gebäck, das handwerkliches Geschick erfordert und daher nicht in einem Industriebetrieb erzeugt werden kann. „Hier bekommt das klassische Handwerk wieder einen Stellenwert und die Möglichkeit, sich gegen gleichförmige Industrieprodukte behaupten zu können“, stellt Ehrenberger im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. „Health Bread“-Gebäck ist in Wien beim „Meinl am Graben“ erhältlich.

Begeistert von „Health Bread“ ist auch Erich Kasses, Bäckermeister in Thaya. Er war einer von acht europäischen „Probebäckern“ dieses Projektes und sogar der fleißigste von ihnen. 20 Sorten Backwaren hat er mit dem System „Health Bread“ bereits erfolgreich getestet und sogar einen Pizza-Teig gewagt. „Das Geheimnis ist die Fermentation des Teiges - der gute alte Sauerteig - und als Novität der Zusatz von 15 Prozent des Mehles mit der extrahierten nährstoffhaltigen Aleuronschicht des Weizens. Mit diesem Zusatz wird aus jedem Gebäck ein Vollkorngebäck, das aber luftig und leicht bleibt“, erklärt Kasses und betont, dass vor allem die Fermentation des Teiges zwei Tage brauche und man nur in der klassischen handwerklichen Backstube sich die Zeit nehmen könne, den Teig so lange reifen zu lassen.

Die Bäckerei Kasses ist ein Familienunternehmen, das mit 25 Mitarbeitern und acht Lehrlingen einen Jahresumsatz von etwa 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Kasses beliefert in Wien den „Meinl am Graben“, die Firmen Pöhl, Rumplel, Kaas und Staud sowie im Bezirk Waidhofen an der Thaya die Billa- und Spar-Filialen.

In ganz Niederösterreich gibt es 377 Bäckereibetriebe mit etwa 4.000 Mitarbeitern und 200 Lehrlingen. Zwei Drittel davon sind Kleinbäckereien, denen das „Health Bread“ die Chance einer Erweiterung ihres Geschäftsfeldes eröffnet. (hm)
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