Nichtraucherschutz, Gastronomie
Ohne Rauch geht´s auch - oder nicht?

Oliver Hinterhölzl, Multi-Gastronom in Wels wird für die Raucher viel Geld in die Hand nehmen müssen.
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  • Oliver Hinterhölzl, Multi-Gastronom in Wels wird für die Raucher viel Geld in die Hand nehmen müssen.
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Schneller als erwartet kommt der 1. November daher. Und dieses Datum hat im Jahr 2019 eine ganz besondere Bedeutung. Es ist gleichbedeutend mit dem Start des Rauchverbots in der Gastronomie. Absolut kein Grund zur Freude auch für die Wirte im Bezirk, wie die BezirksRundschau zu berichten weiß.

WELS, STEINHAUS. Thomas Hübl, Betreiber der Haiderstubn in der Fabrikstraße versteht nicht, weshalb man die bestehende Lösung mit getrennten Räumen für Raucher und Nichtraucher nicht belassen hat. "Das hat für beide Seiten gut gepasst, außerdem wurde ja auch ordentlich in die Abtrennung der Räume investiert", sieht Hübl keinen Grund für diese Änderung. Er selbst hat im Gastgarten eine überdachte Ecke, die den Rauchern zukünftig zur Verfügung stehen wird. Und er verliert dabei nicht seinen Humor. Um die Funktionalität der getrennten Räume nicht zu verlieren, wird er in Zukunft den Nichtraucherbereich für Vegetarier frei halten, erklärt der Wirt mit einem Augenzwinkern.

Steinhauser Wirt wird zum Staatsverweigerer

Weniger gelassen reagiert Jagawirt Peter Wiesner aus Steinhaus. "Bei mir werden auch in Zukunft die Aschenbecher auf den Tischen bleiben", reagiert Wiesner verärgert über das neue Gesetz. Lediglich während der Essenzeiten zu Mittag und am Abend will er das Rauchverbot einhalten.
Der Welser Multi-Gastronomen Oliver Hinterhölzl,  Betreiber mehrerer Lokale in der Welser Innenstadt sieht Umsatzeinbußen auf sich zukommen. "Ein Großteil meiner Gäste sind Raucher, um sie nicht zu verlieren sind Investitionen in einen Wintergarten, Markisen und Heizlampen notwendig. Alleine der Wintergarten beim Mocca wird mindestens 70.000 Euro kosten, da stellt sich die Frage, ob das noch Sinn macht", so Hinterhölzl.

Saunakreuzung Shisha Bar fühlt sich gewappnet

 „Wir haben den Gastgarten behördlich genehmigen lassen. Dementsprechend dürfen unsere Gäste dort Wasserpfeife rauchen“, berichten Serife und Hakan Caglar vom Blue Shisha. In Vorbereitung auf den Winter haben die beiden fast 5.000 Euro in Decken und Wärmestrahler investiert. Zudem wurde dem Gastgarten eine elektrisch zu öffnende Überdachung für etwa 30.000 Euro verpasst. Einen gravierenden Einbruch der Gästezahlen befürchtet Caglar aufgrund der Auslagerung des Hauptgeschäftes in den Gastgarten jedoch nicht. 

Behörden reagieren gelassen

Weniger dramatisch sieht die Situation Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ). Von Seiten der Stadt soll nicht proaktiv kontrolliert werden. "Wir wissen, dass speziell in der Hafergasse schon bisher die meisten Probleme durch Lärmbelästigung aufgetreten sind, durch das Rauchen im Freien wird sich daran nicht allzu viel ändern", hofft Kroiß auf ruhige Nächte in der Innenstadt. Im Vorfeld schon gravierende Maßnahmen zu setzen, wäre seiner Meinung nach übertrieben. Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner sieht die Polizei was das neue Gesetz betrifft außen vor. "Das ist Sache der Gewerbebehörde, lediglich bei Anzeigen wegen Lärmbelästigung oder anderen Delikten wird, wie schon bisher, die Polizei zum Einsatz kommen", bleibt Hübner gelassen.


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