Junge Frauen verschleppt und ausgebeutet
Ungarische Zuhälterbande steht in Wels vor Gericht
- Fortsetzung der Verhandlung: Vier Männern und zwei Frauen wird am Welser Landesgericht der Prozess gemacht – sie sollen Teil einer Zuhälterbande sein.
- Foto: MeinBezirk/Aschermayer
- hochgeladen von Philipp Paul Braun
Vier Männer und zwei Frauen müssen sich am Landesgericht Wels verantworten: Ihnen wird vorgeworfen, drogenabhängige, junge Frauen aus Ungarn nach Österreich gelockt und dann zur Prostitution gezwungen zu haben. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft.
WELS. Am Landesgericht in Wels sitzen vier Männer im Alter zwischen 25 und 46 Jahren sowie zwei Frauen (46 und 29 Jahre alt) auf der Anklagebank. Als Teil einer kriminellen Vereinigung sollen sie laut Staatsanwaltschaft Wels seit 2018 junge, ungarische Frauen nach Österreich gelockt und zur Prostitution gezwungen haben. Zwölf Opfer konnten bislang ausgeforscht werden. Ohne Bleibe, Geld und soziales Umfeld seien sie der Bande ausgeliefert gewesen sein. Diese hätte ihre Opfer schamlos ausgenutzt. Nach Polizeikontrollen habe eine Frau ihr Schweigen gebrochen. Ersten Angaben zufolge sollen sich die Zuhälter um rund 850.000 Euro bereichert haben.
Kinder bedroht
Besonders ein Schicksal erschüttert: So habe eines der Opfer angegeben, dass sie durch ausgeübten Druck zur Prostitution gezwungen worden sei, denn: Einer der Beschuldigten drohte laut Gericht, die in Ungarn lebenden Kinder der Frau für Pornos zu missbrauchen oder ihnen Gewalt anzutun.
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