Wieder ein "Paarl" weniger
Traditionelle Metzgereien in Wels und Wels-Land verschwinden zunehmend
- Der Lambacher Metzger Martin Butz (l) sperrte sein Geschäft mit 150-jähriger Firmengeschichte Ende Dezember zu.
- Foto: Privat/Butz
- hochgeladen von Felix Aschermayer
Die Zahl der klassischen Metzgereien in der Region schrumpft weiter: mit dem Jahresende 2025 gingen erneut zwei Traditionsbetriebe für immer vom Markt. Am 24. Dezember schloss die Fleischhauerei Grabner in Steinhaus nach 55 Jahren. Monika und Rupert Grabner verabschiedeten sich in den Ruhestand, einen Nachfolger gab es nicht. Nur eine Woche später folgte die Filiale der Fleischerei Butz in Lambach, die 150 Jahre lang die Region mit Fleisch- und Wurstwaren versorgte.
WELS/WELS-LAND. "Ein bedeutendes Kapitel regionaler Nahversorgung geht damit zu Ende“, betont WKO-Bezirkstellenleiter Thomas Brindl. Butz führte die Fleischerei 34 Jahre lang erfolgreich, fand aber ebenfalls keinen Nachfolger. Für sein jahrzehntelanges Wirken erhielt er zur Pension die Ehrenmedaille der WKO Oberösterreich.
60 Prozent weniger in zehn Jahren
Die Statistik der Wirtschaftskammer unterstreicht den Abwärtstrend: Seit 2015 ist die Zahl der konzessionierten Fleischer in Wels um mehr als 60 Prozent von 13 auf fünf zurückgegangen. Im Bezirk Wels-Land blieb die Zahl der Betriebe in den letzten zehn Jahren zwar stabil bei knapp um die 20. Für klassische Metzgereien mit Verkaufslokal braucht man in der Region inzwischen aber kaum noch zwei Hände, um alle abzuzählen. Auch der Nachwuchs ist rar: Aktuell lernen nur vier Lehrlinge in Wels und Wels-Land das traditionelle Handwerk der Fleischveredelung.
Branche unter Druck
Schon in den Jahren zuvor mussten zahlreiche Betriebe schließen oder reduzierten ihr Angebot, wie etwa die Metzgerei Zellinger in Wels, die ihre Filiale in der Neustadt aufgab. Statt heimischer Würstel und Fleisch gibt es dort jetzt einen 24-Stunden-Automatenshop. In Stadl-Paura sperrte die letzte Metzgerei "Schlair" bereits vor einigen Jahren zu. Die vielen Betriebsaufgaben zeigen recht eindrücklich, wie die Branche und das Handwerk durch die Frischfleischtheken in den Supermärkten unter Druck geraten sind und wie sich dadurch die Nahversorgungs-Landschaft in Wels und Umgebung kontinuierlich verändert.
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