Bachmann-Preis Erfolg
13-jährige Völserin startet mit „Imagine“ ihren literarischen Weg

Die glückliche Preisträgerin aus Völs setzte sich gegen 200 Einreichungen durch und erreichte Platz 3. Weitere Texte werden folgen.  | Foto: Wieser
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  • Die glückliche Preisträgerin aus Völs setzte sich gegen 200 Einreichungen durch und erreichte Platz 3. Weitere Texte werden folgen.
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Die erst 13-jährige Völserin Anna Wieser erhielt im vergangenen Jahr den 3. Platz beim Ingeborg Bachmann Junior Preis. Der MeinBezirk Redaktion erzählte sie nun, wie es zu ihrem Gewinnertext kam und welche Träume sie in der Zukunft hat.

VÖLS. In Völs beginnt das literarische Schaffen schon sehr früh. Das beweist die 13-jährige Anna Wieser auf beeindruckende Weise. Mit ihrem Text „Imagine“ erreichte sie beim Ingeborg Bachmann Junior Preis den dritten Platz und legte so den Grundstein für ihren literarischen Weg. „Ich habe immer schon gern gelesen und auch in meiner Freizeit geschrieben. Da fiel es mir leicht, auch für diesen Wettbewerb einen Text zu schreiben“, erzählte die junge Völserin, die auch im Schauspiel ihr Können mit Wörtern zeigt. Durch ihre Deutschlehrerin, die eine der Jurorinnen des Wettbewerbs war, stürzte sie sich in die Ausarbeitung des Textes. Die Aufgabe: Die Worte „Unter einem fremden Himmel“ aus dem Gedicht „Schatten Rosen Schatten“ von Ingeborg Bachmann neu interpretieren.

„Dabei waren uns keine Grenzen gesetzt“

, erläutert Anna und ergänzt:

„Es konnten Texte aus allen Genres sein. Krimi, Fantasy, Gedichte oder auch biografische Texte. Für mich persönlich war es aber wichtig, eine Botschaft mit dem Text zu senden.“

So handelt „Imagine“ von geflüchteten Menschen, die in ihrer Hoffnung auf ein besseres und respektvolleres Leben auf Hass, Diskriminierung und fehlende Akzeptanz im neuen Land stoßen.

Die Einreichungen handelten vom Thema "Unter fremden Himmel" | Foto: Wieser
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John Lennon brachte das Aha

Das aufgearbeitete Thema beweist: Die Jugendliche denkt über Themen hinaus, die ihrem Alter zugeschrieben werden. So beschreibt sich auch Anna selbst als alte Seele – besonders auch in Bezug auf ihren Musikgeschmack.

„In meiner Freizeit höre ich gerne Songs aus den 80ern und 90ern, manchmal auch ältere. Ich bin zum Beispiel großer Queen-Fan“

, berichtet die Völserin.

„Die Songs aus dieser Zeit zeigen, dass die Songwriter sich noch Gedanken darüber gemacht haben, was sie mit den Texten oder der Musik aussagen wollen. Und das berührt und inspiriert mich.“

So hörte sie auch während des Schreibprozesses Musik aus früheren Jahrzehnten und stieß auf den Song „Imagine“ von John Lennon, der nicht nur titelgebend für den Text von Anna war, sondern auch den Denkprozess über ein faires Leben für alle anstieß. Für den Wettbewerbstext hatte die Jugendliche nach der Anmeldung rund ein halbes Jahr Zeit. Und diese nutzte sie auch. Immer wieder nach der Schule setzte sie sich an neue Abschnitte, überarbeitete bereits Geschriebenes oder ließ Alltagsgedanken miteinfließen.

„Ich habe mich nicht hingesetzt und den Text an einem Stück geschrieben. Ich habe ihn mit der Zeit wachsen lassen und geschrieben, wann mich die Muse geküsst hat.“

Das Ergebnis, das auch von ihrer Deutschlehrerin korrigiert wurde, reichte Anna dann in der Alterskategorie der 13- bis 18-Jährigen ein und ist damit eine der jüngsten unter den Teilnehmenden. Schlussendlich setzte sich die Völserin gegen 200 Einreichungen und die 15 besten Autorinnen und Autoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz durch und erreichte Platz drei.

Die Tirolerin belegte den 3. Platz. Es wird aber nicht der letzte Bewerb für Anna sein.  | Foto: Wieser
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Ein aufregender Abend

Die Verleihung des Ingeborg Bachmann Junior Preises fand in Hermagor statt, wo die Autorin viel Zeit in ihrer Jugend verbrachte.

„Der Abend war sehr aufregend für mich. Er begann mit unserer Ankunft am Veranstaltungsort, wo wir freundlich in Empfang genommen wurden. Von da an ging es direkt zur Tontechnik, um einen Soundcheck für die spätere Lesung des Textes zu machen. Und bereits eine Stunde später ging es los“,

erinnert sich Anna. Sie war eine der Ersten, die ihren Text vortragen durfte, wodurch sie im Anschluss auch interessiert den Texten der anderen lauschte. Alle Texte wurden nach strengen Kriterien bewertet, die neben dem Aufbau und Stil vor allem die thematische Relevanz und die Länge der Texte berücksichtigten. Genau diese Bewertung und einen kurzen Teaser zu den jeweiligen Texten wurden bei der Verleihung verlesen.

„Ich habe zuerst nicht erkannt, dass es sich um meinen Beitrag handelte, als ich die einleitenden Worte des dritten Platzes hörte. Als der Groschen fiel und klar war, dass ich den Preis gewonnen hatte, war ich überglücklich.“

Die 13-Jährige erhielt damit 250 Euro Preisgeld (50 davon für die Platzierung unter den ersten 15), welches sie eventuell für neue Bücher ausgibt, wie Anna der MeinBezirk Redaktion erzählte.

Wie geht es weiter?

Anna Wieser hat durch diesen Erfolg in die literarische Welt hinein schnuppern können und ist nun bereit, nicht mehr daraus zu entfliehen. Inzwischen textet sie bereits an einem neuen Text für den Ingeborg Bachmann Junioren Preis 2026, bei dem die handelnde Figur schon steht. Außerdem schreibt die Völserin an einem eigenen Roman. Es handelt sich dabei, inspiriert durch ihre liebsten Autorinnen Ursula Poznanski und Susan Collins, um eine Mischung aus Thriller und Dystopie.

„Ich wollte immer schon mal bei einem Schreibwettbewerb mitmachen und das habe ich jetzt geschafft. Und auch in der Zukunft soll Schreiben Teil meines Lebens sein. Am liebsten würde ich im Journalismus arbeiten oder mich im Schauspiel verwirklichen“

, erzählt Anna von ihren großen Träumen. Ihre ersten Bücher werden wohl ihre Freundinnen aus ihrem eigenen Bücherkanal auf WhatsApp lesen. Dort tauschen sich die Mädchen über Cover, Inhalt und vieles mehr rund um Bücher und Literatur aus. Eines ist gewiss: „Imagine“ waren nicht die letzten Worte der eifrigen Jungautorin.

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