Grinzens
Herzstillstand bei Übung: Feuerwehrmänner retten Kameraden
- Das schönste Bild nach dramatischen Ereignissen: Der Feuerwehrmann (grünes T-Shirt) inmitten seiner beteiligten Kameraden und der Rettungsteams.
- Foto: Hassl
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Glücklicher Ausgang eines dramatischen Zwischenfalls bei einer Bewerbsprobe der Feuerwehr Grinzens: Das entschlossene Handeln der Feuerwehrmänner und eine perfekt funktionierende Rettungskette retteten einem 34-jährigen Kameraden das Leben!
GRINZENS Eine Bewerbsprobe am Abend des 16. Juni am Sportplatz in Grinzens verlief vorerst reibungslos, ehe es zu einem dramatischen Zwischenfall kam: Ein 34-jähriger Feuerwehrmann brach plötzlich mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand zusammen.
Die Chronik der Ereignisse
... ist ein vorbildliches Beispiel einer perfekten Rettungskette mit vielen Beteiligten: Seine Kameraden reagierten sofort, setzten über Funk den Notruf ab, starteten die Herzdruckmassage und holten im Laufschritt den örtlichen Gemeinde-Defibrillator. Nach der Alarmierung durch die Leitstelle Tirol trafen der Notarzthubschrauber Christophorus 1 und kurz darauf ein Rettungswagen des Roten Kreuzes ein, um die Reanimation erfolgreich fortzuführen. Dank des reibungslosen Zusammenspiels aller Beteiligten und der hervorragenden klinischen Weiterversorgung in der Universitätsklinik Innsbruck ist der Patient wieder vollständig genesen zu Hause.
- Die Kameraden wurden zu Lebensrettern: Ihr sofortiges kompetentes Handeln bot den Profis der Rettungsteams die Grundlage für den weiteren positiven Verlauf.
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Emotionale Ausnahmesituation
In solchen Sekunden entscheidet das schnelle Handeln der Menschen vor Ort - dies wurde im vorliegenden Fall einmal mehr unter Beweis gestellt. Feuerwehrkommandant Manuel Oberdanner erinnert sich an die emotionale Ausnahmesituation: „Für uns steht die Sicherheit im Einsatz immer im Vordergrund, aber an diesem Abend ging es um das Leben eines eigenen Kameraden. Es ist eine enorme psychische Belastung, wenn man plötzlich Erste Hilfe an einem Freund leisten muss, mit dem man gerade noch gelacht hat. Unsere Leute haben genau das abgerufen, was wir in den Erste-Hilfe-Schulungen trainieren. Ich bin stolz auf die Besonnenheit der gesamten Mannschaft, die sofort reagiert und ohne Zögern geholfen hat.“
Sicherer Windschutz für die Landung
Da der Notarzthubschrauber Christophorus 1 direkt auf dem Sportplatz landen musste – also in unmittelbarer Nähe des Patienten, an dem gerade die Herzdruckmassage durchgeführt wurde – galt es für die Feuerwehrleute am Boden, schnell zu handeln. Noch bevor medizinische Teams vor Ort waren, bauten sie einen effektiven Windschutz auf und räumten lose Gegenstände beiseite. Nur so konnte die Flugcrew sicher aufsetzen, ohne Staub und Dreck auf den Patienten und die Ersthelfer aufzuwirbeln. Die reinen Flug- und Fahrzeiten der Rettungskräfte nach der erfolgten Alarmierung um 19:04 Uhr waren extrem kurz: Nach nur rund sieben Minuten setzte der Hubschrauber zur Landung an. Kurz darauf traf auch der erste Rettungswagen des Roten Kreuzes Innsbruck-Land aus der Ortsstelle Kematen am Einsatzort ein.
- Einsatzort Sportplatz Grinzens: Hier kam es zu dem dramatischen Vorfall, der ein glückliches Ende genommen hat.
- Foto: Rotes Kreuz Innsbruck, Georg Preishuber“
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Perfekte Übergabe am Sportplatz
Wenige Minuten nach den ersten Rettungskräften trafen auch der Dienstführer sowie ein weiterer Rettungswagen des Roten Kreuzes Innsbruck-Stadt zur Unterstützung ein. Am Einsatzort übernahmen die Sanitäter gemeinsam mit dem Notarzt des Hubschraubers, Dr. Lukas Gassner, die weitere medizinische Versorgung. Nach insgesamt rund 14 Minuten kontinuierlicher Herzdruckmassage hatte der Patient wieder einen eigenen Kreislauf und die Atmung setzte ein.
Hervorragende Erstversorgung
Notarzt Dr. Lukas Gassner betont die Wichtigkeit der ersten Minuten: „Als wir mit dem Hubschrauber landeten, fand ich eine hervorragende Erstversorgung vor. Die Feuerwehrleute haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und die Herzdruckmassage perfekt durchgeführt. Das war die halbe Miete. In Grinzens hat jedes Zahnrädchen der Rettungskette
einwandfrei ineinandergegriffen.“
Notfallsanitäter Mario Assmus von der Rotkreuz-Ortsstelle Kematen lobt die Zusammenarbeit: „Die Übergabe und die gemeinsame Arbeit mit dem Notarzt des Hubschraubers liefen absolut Hand in Hand. Wenn die Ersthelfer vor Ort so gute Vorarbeit leisten, macht das unsere Arbeit im Rettungsdienst um ein Vielfaches effektiver.“
Taktische Herausforderung
Für die optimale Strukturierung der Einsatzstelle sorgte die Rettungsdienst-Einsatzleitung. Einsatzleiter Georg Preishuber (Rotes Kreuz Innsbruck) erklärt die taktische Herausforderung vor Ort: „Aus organisatorischer Sicht lief die Strukturierung der Einsatzstelle durch das perfekte Zusammenspiel von Rotem Kreuz, Christophorus 1 und Feuerwehr absolut mustergültig. Meine Aufgabe als Einsatzleiter ist es, immer einen Schritt vorauszuplanen und so sicherzustellen, dass sich die Sanitäterinnen und Sanitäter voll und ganz auf die lebensrettenden Sofortmaßnahmen konzentrieren können. Der Erfolg einer Reanimation hängt von einer kontinuierlich durchgeführten Herz-Druckmassage in höchster Qualität ab.“
Das klinische Sicherheitsnetz und die Genesung
Da der Zustand des Patienten nach dem Herzinfarkt weiterhin instabil war, traf das Notarztteam eine wichtige Vorsichtsmaßnahme: Für den Transport in die Klinik Innsbruck wurde das eCPR-Akutprogramm vorbestellt. Bei diesem Programm steht ein interdisziplinäres Spezialteam im Schockraum bereit, um im Notfall sofort eine Herz-Lungen-Maschine anzuschließen. Zwar stabilisierte sich der Patient auf dem Weg so weit, dass die Maschine nicht aktiv zum Einsatz kommen musste, doch diese maximale Vorbereitung gab dem Rettungsteam zusätzliche Sicherheit. Die anschließende hervorragende Betreuung auf der Intensiv- und Normalstation der Klinik Innsbruck trug wesentlich dazu bei, dass der 34-Jährige die Klinik bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen konnte.
"Sie haben mir mein Leben geschenkt"
Der betroffene Feuerwehrmann blickt mit großer Erleichterung auf den Vorfall zurück: „Ich bin meinen Kameraden der Feuerwehr und den Teams des Roten Kreuzes und der Christophorus 1 Crew unendlich dankbar – sie haben mir mein Leben geschenkt. Dass ich heute wieder gesund zu Hause sein darf, verdanke ich dem schnellen Handeln aller Beteiligten. Bitte macht alle regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs – das rettet im Ernstfall wirklich Leben.“
- Eindringlicher Appell eines Mannes, der es jetzt genau weiß: "Bitte macht alle regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs – das rettet im Ernstfall wirklich Leben.“
- Foto: Hassl
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DANKE-Aktion
Vor kurzem gab es eine nicht minder bemerkenswerte Aktion, um sich bei allen Beteilitgten zu bedanken. Die Feuerwehr Grinzens lud alle, die im Einsatz waren, zu einer kleinen "DANKE-Aktion" in das Feuerwehrhaus ein. Kommandant Manuel Oberdanner überreichte den Teams in Anwesenheit des geretteten Feuerwehrmannes ein kleines Präsent."Dass wir jetzt mit unserem Kameraden und allen, die zu seiner Rettung beigetragen haben, gemütlich zusammensitzen können, ist für uns ein besonderer Moment," so der Kommandant.
Erste Hilfe ist keine Raketenwissenschaft
Die Bezirksstellen des Roten Kreuzes Innsbruck-Land und Innsbruck-Stadt nehmen diesen glücklichen Ausgang zum Anlass, an die Bevölkerung zu appellieren. Das größte Problem bei medizinischen Notfällen ist oft die Angst der Umstehenden, etwas falsch zu machen. Doch die Rettungskette zeigt: Wenn das erste Glied – die Erste Hilfe vor Ort – funktioniert, haben die nachfolgenden Profis im Rettungsdienst und in der Klinik deutlich bessere Chance, erfolgreich zu helfen. Erste Hilfe kann jeder lernen und auffrischen. http://www.erstehilfe.at/
Lesen Sie auch diesen Bericht:
Alle Berichte über die Tiroler Feuerwehren finden Sie auf unserer Themenseite TIROLER FLORIAN auf www.meinbezirk.at
Weitere Berichte aus der Region: https://www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge
Weitere Berichte aus Tirol: https://www.meinbezirk.at/tirol
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