Chop Chop Inc. Test
Absurder Humor trifft auf holprige Handwerkskunst
- In Chop Chop Inc. rächt man sich, mit einer Axt ausgestattet, an der Fabrik, die einen sang- und klanglos rausgeworfen hat. Dabei geht es aber nicht brutal zu, obwohl das auf den ersten Blick so klingt.
- Foto: NullRef Entertainment
- hochgeladen von Lennard Nitsch
Das Debütspiel von NullRef Entertainment punktet mit absurdem Humor, entspanntem Spielspaß und einer Umgebung voller versteckter Überraschungen. Doch ein paar Dellen gilt es noch auszubügeln, bis das Axtabenteuer voll durchstarten kann.
Die Prämisse von Chop Chop Inc. ist recht einfach: Man wurde gerade eben wortwörtlich aus seinem Job im Möbelkonglomerat Furnox gefeuert und setzt nun alles daran, sich an seinen ehemaligen Chefitäten zu rächen.
Zum Glück steht einem dabei eine sprechende Kiste namens Chester zur Seite, die mit Rat, Tat und vielen Videospiel-Weisheiten aushilft. Damit geht es auch schon ab in eine wahrhaft komische Welt, in der man Missionen für Bewohner der nahegelegenen Stadt erledigt, einen abwechslungsreichen Wald nach neuen Bäumen durchforstet und in zeitintensiver Handarbeit (oder vollautomatischer Maschinenproduktion) Möbel, Spielzeug und Elektronikgeräte aus Holz zusammenbaut.
Fortschritt und Verbesserung sind angesagt
Während man am Spielanfang nur mit einer Holzaxt ausgestattet und einigen wenigen Aufgaben beschäftigt ist, so dauert es nicht lange, bis man das Land der gewohnten Tischlerei verlässt. Plötzlich freundet man sich mit sprechenden Bibern und blaublütigen Fischen an, fällt Stein- und Kristallbäume und beweist einer riesigen Krabbe seine Stärke, um technologische Fortschritte freizuschalten.
Ein ständiger Begleiter ist dabei, dass man von einer absurden Situation in die nächste fällt. Humor ist natürlich, wie man so schön sagt, Geschmackssache. Unseren Geschmack trifft Chop Chop Inc. dabei eher selten, das Spiel ist uns persönlich meist zu derb. Keineswegs soll das aber heißen, dass man hier nicht seinen Spaß finden kann.
- Tief unter der Erde, wo denn auch sonsts, findet man Metallbäume, mit denen man der Steinzeit entkommt und sich eine wahrhaftige Stahlaxt schmieden darf.
- Foto: NullRef Entertainment
- hochgeladen von Lennard Nitsch
Immerhin ist es in all seiner Absurdität schon humorvoll, dass man fast alles im Spiel mit seiner vertrauten Axt angeht. Gilt es eine Kiste zu öffnen oder einen Baum zu fällen, setzt man die Axt ein. Das ist einleuchtend! Spätestens wenn man dann die eigene Haustür mit Hilfe einer Axt öffnet und hierbei nicht seine beste Jack Nicholson-Performance hinlegt oder einen Knopf zum Verschicken der produzierten Möbel mit derselben betätigt, findet das Spiel in seiner Axt-Faszination wirklich Humor.
Gewohnte Priviligien fehlen
An einigen Stellen ist das Fundament robust, Bäume zu fällen und Geheimnisse zu entdecken macht schnell Spaß und bleibt auch nach mehreren Spielstunden frisch, in dem man in neue Teile der Karte gelangt und wichtige Belohnungen in versteckten Ecken, hinter Parkour-Puzzeln und durch Missionen erhalten kann.
Gleichzeitig fiel uns bei unserem Test auf, dass einige der Genre-Klassiker wie ein Hotbar-Balken, ein automatisch-sortierbares oder zumindest bewegbares Inventar oder Charakteranpassung in Chop Chop Inc. leider nicht vorgesehen sind.
Besonders unpraktisch fanden wir es in unserem Spieldurchlauf auch, dass Fertigungsstätten nicht beweglich, sondern an bestimmten Plätzen auf der Karte verankert sind. Wenn man im späteren Spielverlauf die automatische Möbelproduktion freischaltet, löst sich dieses Problem zwar bis zu einem gewissen Grad, doch vor allem am Anfang des Spiels wird es schnell monoton, zwischen verschiedenen Fertigungsstätten hin- und herzulaufen.
- Die Spielzeuge, Möbel und andere Gegenstände bastelt man am Anfang in Handarbeit zusammen.
- Foto: NullRef Entertainment
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Wo Chop Chop Inc. jedoch punktet, ist bei den Designs der Gegenstände, die man aus Holz, und anderen klassischen Baummaterialien wie Eisen und Kristall fertigt. Sämtliche Gegenstände, von hölzernen Computern bis hin zu klassischen Holzspielzeugen, sind charmant, detailliert und erinnern ein bisschen an digitale Modellbausätze. Bei den Computern etwa steckt man Platine und Monitor eigenhändig selbst zusammen.
Fazit
Wer nach entspannter Unterhaltung mit viel (oft derbem) Humor, zahlreichen kleinen Aufgaben und einem vielstufigen Verbesserungspfad auf der Suche ist, der wird bei Chop Chop Inc. fündig. Die Charaktere, denen man über den Weg läuft, sind oft zugleich absurd und hilfreich und die Welt ist dicht mit Geheimnissen besiedelt, was das Erkunden nicht nur bei der Suche nach neuen Baumarten belohnt.
Da der Spielverlauf außerhalb des Humors jedoch relativ monoton ist und man sich schlussendlich meist von einer Holzart zur Nächsten hangelt, würden wir euch das Spiel erst nahelegen, wenn sowohl die Prämisse „Jedes Problem kann mit einer Axt gelöst werden“ als auch der Humor des Spiels für euch passend klingen. Chop Chop Inc. ist ab heute auf Steam verfügbar.
MeinBezirk hat "Chop Chop Inc. " zum Testen erhalten. Der Entwickler hatte keinen Einfluss auf den Testbericht.
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