Nach Fällen in OÖ
So kämpft Stadt Wien gegen Legionellen-Gefahr im Sommer
- Die Bakterien vermehren sich vor allem bei einer Wassertemperatur von 25 bis 45 Grad. (Symbolfoto)
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Aktuell kommt es in Oberösterreich zur Häufung von Legionelleninfektionen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung verursachen können. MeinBezirk hat nachgefragt und wollte wissen, wie die Situation in Wien ist.
Aktualisiert am 5. August, 16.20 Uhr
WIEN. Legionellen (Bakterien) sind keine Seltenheit und sobald sie nachgewiesen werden können, muss dies der Gesundheitsbehörde gemeldet werden. Dieser Fall ist aktuell in Oberösterreich eingetreten und Patientinnen sowie Patienten werden auch schon behandelt. In Wien wurden im Juli 2026 acht Patientinnen und Patienten mit einer Legionellose stationär und vier ambulant behandelt.
Denn die Bakterien vermehren sich vor allem bei einer Wassertemperatur von 25 bis 45 Grad. Doch Wiener Wasser (MA 31) kann beruhigen. Denn Berichte über Legionellen hängen nicht mit der Wiener Trinkwasserversorgung oder dem Wiener Wasserrohrnetz zusammen. Betroffen sind meist Warmwassersysteme, die einen Teil der jeweiligen Gebäudeinstallation darstellen.
Tipps von Wiener Wasser
Da sich die Bakterien bei höheren Temperaturen wohlfühlen, können sie im kalten Trinkwasser praktisch nie nachgewiesen werden, verrät die MA 31. Nicht nur die Temperatur ist ausschlaggebend, sondern auch der geringe Nährstoffgehalt im Trinkwasser. "Das Wiener Trinkwasser wird täglich streng kontrolliert, um den Konsumentinnen und Konsumenten höchste Qualität zu garantieren", betont die MA 31 gegenüber MeinBezirk.
- Legionellen können bei späterer Diagnose oder vulnerablen Personengruppen zum Beispiel eine Lungenentzündung verursachen. (Symbolfoto)
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Vermehren sich Legionellen dennoch, dann können sie in "Wassertröpfchen in der Luft schweben und werden als sogenanntes aerosolisiertes Luft-Wasser-Gemisch eingeatmet. Das kann zum Beispiel beim Duschen, im Whirlpool, über Inhalationsgeräte, Klimaanlagen oder Autowaschanlagen passieren", ergänzt Wiener Wasser. Das heißt: nicht das Trinken von Wasser, sondern das Einatmen von Legionellen-haltigen Aerosolen ist für Menschen gefährlich.
Da Legionellen ab einer Temperatur von 60 Grad Celsius inaktiviert werden, ist es wichtig, entsprechend hohe Temperaturen in Warmwasserleitungen sicherzustellen. Genau deshalb soll man Sanitäranlagen wie Wasserhähne, Dusch-Schläuche, Wasserstrahl-Regler regelmäßig spülen und reinigen. "Wurden Sanitäranlagen länger nicht verwendet – zum Beispiel während des Urlaubs – ist es wichtig, stehendes Leitungswasser vor der Nutzung ablaufen zu lassen", lautet das Credo.
Legionellen-Management beim WIGEV
In Wien hat der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) ein umfassendes Legionellen-Management, um das Risiko in den Kliniken und Pflegewohnhäusern so gering wie möglich zu halten. Außerdem gibt es einen Wassersicherheitsplan, der vorbeugende Maßnahmen und strukturiertes Vorgehen bei Verdachts- und bestätigen Fällen enthält.
- In Wien verfolgt der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) ein umfassendes Legionellen-Management. (Symbolfoto)
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Präventiv finden regelmäßige Kontrollen der Trinkwasseranlagen, Temperaturmessungen und Maßnahmen statt, die verhindern, dass Wasser über einen längeren Zeitraum in den Leitungen steht. Dabei kommen geschulte Technik-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie Hygieneteams zum Einsatz. Und auch der Verband spült regelmäßig seine Wasserleitungen. "Armaturen und Duschköpfe werden gewartet und ausgetauscht und bei besonders vulnerablen Patientinnen und Patienten bei Bedarf zusätzliche Schutzmaßnahmen eingesetzt", heißt es.
Behandlung bei Infektion
Ist ein Patient infiziert, erfolgt eine Antibiotika-Behandlung in einer der ambulanten Einrichtungen des WIGEV. Außer bei schweren Verläufen oder besonders gefährdeten Personen kann eine Behandlung in einer Klinik notwendig werden. Die Bakterien können bei später Diagnose oder vulnerablen Personengruppen zum Beispiel eine Lungenentzündung verursachen.
Abhängig vom Schweregrad ist neben der Antibiotika-Therapie eine Sauerstoffgabe, eine intensivmedizinischen Überwachung oder in seltenen Fällen eine künstliche Beatmung notwendig. Demnach ist im Allgemeinen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig, um schwere Verläufe möglichst zu vermeiden.
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