Bad Erlach
Hilfszug aus der Buckligen Welt nach Rumänien vor 35 Jahren
- Nach 35 Jahren reisten wieder Vertreter Bad Erlachs nach Schönberg.
- Foto: Gemeinde Bad Erlach
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35 Jahre ist es jetzt her, dass eine Gruppe Bad Erlacher Hilfsgüter nach Rumänien brachte. Nun statteten Erlachs Bürgermeister adé Johann Rädler und der aktuelle Vizebürgermeister Alois Hahn (beide ÖVP) die Gemeinde Schönberg. Sie machten sich einen Eindruck davon, wie das Leben in Schönberg 35 Jahre nach den Hilfslieferungen ist.
BAD ERLACH/SCHÖNBERG. 1989 im Dezember brach das kommunistische System in Rumänien zusammen. Schon im darauffolgenden Jahr organisierten der damalige Gemeinderat Johann Rädler und Erlachs Vizebürgermeister Adolf Tauchner einen von der Erlacher Bevölkerung großzügig unterstützten Hilfszug in die Gemeinde Schönberg bei Hermannstadt in Rumänien. Der damals in Erlach noch vorhandene Kinosaal ging einfach über mit Lebensmittelspenden, Kleiderspenden und Spenden von Dingen des täglichen Gebrauches.
- Johann Rädler und Alois Hahn reisten gemeinsam nach Schönberg, um zu sehen, was in den vergangenen Jahren so passiert ist.
- Foto: Gemeinde Bad Erlach
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In einer 18-stündigen Fahrt unter widrigen Umständen von teilweise nicht vorhandenen Asphaltstraßen, die von Pferdefuhrwerken befahren wurden. Es ging bei Nacht und Nebel von Erlach nach Schönberg mit einem Lastzug der Firma Romano und einem Lkw des roten Kreuzes der Rotkreuzstelle Erlach.
Hilfsgüter übergeben
Dort wurden die Hilfsgüter dem Pfarrer übergeben und in der alten Kirchenburg eingelagert und versperrt. Die Gemeinde Schönberg bestand damals aus 300 Rumänen rund 300 deutschen und rund 300 Roma unter denen diese Hilfsgüter aufgeteilt wurden noch zwei Jahre hindurch wurden Hilfszüge aus. Erlach nach Schönberg organisiert.
Jetzt besuchten Rädler und Hahn in einer privaten Fahrt die Gemeinde Schönberg um deren Entwicklung sich anzusehen. Es wurde dort Martin Maurer als einziger angetroffen, der die Kirche noch betreut, von den 300 deutschen sind nur mehr zehn geblieben, alle anderen sind nach Deutschland ausgewandert.
Nur wenige geblieben
"Martin gab uns zu verstehen, dass man das den Menschen nicht verübeln kann. Er verdient hier in Rumänien 500 € im Monat als Angestellter der Universität bei Lebenserhaltungskosten, die das gleiche Niveau wie bei uns in Österreich haben. Er berichtete noch voller Stolz dass er damals als Elfjähriger erstmals Kaffee gesehen hat sowie Kugelschreiber und Lebensmittel aber auch Kleidung die alle gut gebrauchen konnten", so Rädler.
Und Hahn ergänzt: "Die Menschen von Schönberg erinnern sich noch gerne an diese Hilfsgüter die damals aus Bad Erlach ankamen. Voll Stolz zeigte er uns im Kirchenbuch eine Eintragung von 1990 mit der damaligen Unterschrift von Teilnehmern am Hilfszug aus Erlach mit dem Namen Johann Puffitsch, Grete Brouschek, Johann Kabelik, Willibald Brandstätter Brigitte Tauchner."
Martin Maurer begründete den Verbleib seiner Familie in seinem Heimatort Schönberg mit der Heimatverbundenheit und mit seiner Lebenseinstellung, dass nicht Geld sondern Glück und Gesundheit das Leben ausmachen.
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