Wiener Neustadts SPÖ-Bugnar im Gespräch
Langfristige Kultur von Respekt und Wertschätzung gegen Gewalt

Sabine Bugnar von den SPÖ Frauen steht weiter für die Frauen in der Stadt ein. | Foto: Zezula
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MeinBezirk im Gespräch mit SPÖ-Stadtfrauenvorsitzender Sabine Bugnar über Gewaltprävention, Sicherheit von Frauen und warum die Aufklärung nicht früh genug anfangen kann und auch die Burschen und Männer dabei nicht vergessen werden dürfen.

WIENER NEUSTADT. Die jüngsten Gewaltvorfälle in Niederösterreich und auch anderen Bundesländern (wie Steiermark und Wien) hat MeinBezirk zum Anlass genommen, um mit Sabine Bugnar, der Stadtfrauenvorsitzenden der SPÖ, über die Prävention solcher Vorfälle und die Aufgabe der Politik zu sprechen.

MeinBezirk: Wie sehen Sie Ihre Rolle vor allem hinsichtlich des Schutzes für Frauen und der Gewaltprävention?

Sabine Bugnar: Ich sehe meine Rolle darin, Gewalt gegen Frauen konsequent zu thematisieren, Präventionsmaßnahmen zu unterstützen und Rahmenbedingungen zu fördern, die Frauen wirksam schützen. Besonders wichtig ist mir dabei der präventive Ansatz: Gewalt darf nicht erst dann behandelt werden, wenn sie bereits passiert ist. Vielmehr müssen wir frühzeitig Bewusstsein schaffen, Respekt fördern und ein zeitgemäßes Verständnis von Gleichberechtigung vermitteln.

Mit Jüngsten arbeiten wichtig

Ein wichtiger Baustein sind Bildungsangebote und Workshops an Schulen. Positiv hervorzuheben ist, dass bereits ab der 7. Schulstufe entsprechende Programme angeboten werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass Gewaltprävention noch früher beginnen sollte. Kinder lernen bereits in jungen Jahren den Umgang mit Konflikten, Grenzen und Respekt. Deshalb unterstütze ich die Durchführung altersgerechter Workshops bereits in der Volksschule.

MeinBezirk: Welche Maßnahmen bräuchte es, um besser auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und hinsichtlich der Prävention?

Sabine Bugnar: Prävention muss möglichst früh ansetzen. Die Einführung von Workshops zur Gewaltprävention in der Volksschule wäre ein wichtiger Schritt. Ziel sollte sein, Kindern Werkzeuge für einen respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln, Empathie zu stärken und Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Solche Programme fördern nicht nur die Gewaltprävention, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl und das Vertrauen innerhalb der Schule. Gleichzeitig sollten die bestehenden Workshops ab der 7. Schulstufe weiter ausgebaut werden.

Darüber hinaus braucht es eine stärkere gesellschaftliche Sensibilisierung für psychische und physische Gewalt sowie niederschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene. Gewaltprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Schulen, Familien, Vereine und Institutionen gemeinsam tragen müssen.

Verantwortung der Politik

MeinBezirk: Wie sehen Sie die Aufgabe der Politik zu diesem wichtigen Thema?


Sabine Bugnar:
Die Politik hat die Verantwortung, wirksame Schutzmaßnahmen zu schaffen und ausreichend finanzielle Mittel für Präventions- und Unterstützungsangebote bereitzustellen. Dazu gehören Frauenhäuser, Opferschutzeinrichtungen, Beratungsstellen und Präventionsprogramme.

Gleichzeitig sollte die Politik den Fokus verstärkt auf Männer- und Burschenarbeit legen. Männerberatungsstellen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie frühzeitig bei Konflikten, problematischen Verhaltensmustern oder Krisensituationen unterstützen. Gewaltprävention bedeutet nicht nur Opferschutz, sondern auch die Verhinderung von Gewalt, bevor sie entsteht. Deshalb sind Investitionen in Männer- und Burschenarbeit ebenso wichtig wie der Ausbau von Hilfsangeboten für Frauen.

Respekt und Bewusstseinsbildung

MeinBezirk: Was möchten Sie noch ansprechen, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Sabine Bugnar: Besonders am Herzen liegt mir, dass wir präventiv gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft vorgehen – sowohl gegen körperliche als auch gegen psychische Gewalt. Dabei geht es nicht nur um einzelne Maßnahmen, sondern um eine langfristige Kultur des Respekts und der gegenseitigen Wertschätzung.

Ein zeitgemäßes Geschlechterverständnis, soziale Kompetenzen, Empathie und Verantwortungsbewusstsein sollten bereits früh vermittelt werden. Je früher Kinder lernen, Konflikte friedlich zu lösen und die Grenzen anderer Menschen zu respektieren, desto größer ist die Chance, Gewalt nachhaltig zu verhindern.

Gewaltprävention beginnt nicht erst im Erwachsenenalter, sondern bereits im Kindesalter. Deshalb sind Investitionen in Bildung, Prävention und Bewusstseinsbildung die wirksamsten Maßnahmen für mehr Sicherheit und ein respektvolles Miteinander.

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