Bezirk Zwettl: Impfung auf dem Prüfstand

Hier finden Sie alle Beiträge der Impf-Serie: Übersicht

BEZIRK ZWETTL (bs). Ein heute geborenes Baby bekommt bis zu seinem 18. Geburtstag satte 50 Impfungen. Während die einen darin den medizinischen Fortschritt und die Ausrottung gefährlicher Krankheiten sehen, finden Kritiker viele Impfungen schlicht für überflüssig. In unserer neuen Serie „Gute Impfung, schlechte Impfung“ (Seite 16) beleuchtet Medizinjournalist Bert Ehgartner ab dieser Woche Vorteile und Nachteile des Impfens. Wir haben unsere Ärzte im Bezirk gefragt, wie es um die Impfmoral steht und welche Impfungen sie empfehlen – oder auch ablehnen.

Versierter Ratgeber

Der Zwettler Arzt Norbert Wißgott kann auf Bezirksblätter-Anfrage nicht pauschal sagen, welcher Impfung er zustimmen würde und welcher nicht: "Das sind nämlich immer individuell zu betrachtende Entscheidungen. Diese Entscheidungen treffen überdies nicht Ärzte, sondern die Patienten beziehungsweise ihre Eltern selbst."
Ärzte seien in diesem Entscheidungsprozess die fachlich versierten Ratgeber. "Ein hochemotionell wütender Kampf ‚Impfbefürworter‘ gegen ‚Impfgegner‘ wird auf dem Rücken verunsicherter Eltern ausgetragen", so Wißgott. In der Impfbefürworter-Szene würden impfskeptische Eltern schnell als „Verbrecher“ abgestempelt und in der radikal impfablehnenden Szene würde es impfbefürwortenden Eltern ebenso ergehen, befindet er. Beides ist für Wißgott Unsinn: "Denn Eltern wollen meiner Erfahrung nach fast immer das Beste für ihre Kinder. Und wie bei jeder medizinischen Maßnahme können Impfungen ebenso sinnvoll wie schädlich sein."
Sachliche Pro-Kontra-Diskussionen scheinen Norbert Wißgott in der aufgeheizten Stimmung seit mindestens zwei Jahrzehnten leider unmöglich. "Insbesondere für die wissenschaftlich argumentierenden Beteiligten in diesem Kampf ist das ein offensichtliches Armutszeugnis", so der Homöopath abschließend.
Für eine individuelle Impfentscheidung empfiehlt Wißgott das Portal www.impf-info.de
Wie zwiegespalten die Meinung zum Thema Impfen in der Gesellschaft tatsächlich sein muss zeigt auch jener Umstand, dass einige der Redaktion bekannte Impf-Kritiker öffentlich nicht Stellung beziehen wollten. Selbst eine Anfrage an die Kinderärzte des Landesklinikums Zwettl wurde von der Gesundheitseinrichtung mit dem Verweis, hier kein Statement abzugeben, zurückgewiesen.

Kinderarzt Jaros: "Selbstverständlich muss man Impfen!"

Eine nachträgliches Statemant von Zwettls Kinderarzt Dr. Zdenek Jaros erreichte uns dann doch noch: "In meiner Ansicht zum Impfen stehe ich voll und ganz hinter dem Österreichischen Impfplan."
Der Impfplan Österreich 2018 enthält alle aktuellen, nationalen Impfempfehlungen. Es wird in den einzelnen Kapiteln zwischen Impfungen des kostenfreien Kinderimpfkonzepts und anderen wichtigen Impfungen, welche nicht im kostenfreien Kinderimpfkonzept bereitgestellt werden, aber dennoch für den Individualschutz wichtig sind und empfohlen werden, unterschieden.
Zur Sache:Impf-Infos des Sozialministeriums

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