Antrag von ÖVP abgelehnt
Holztransporte im Waldviertel: Schwarz-Grüner Schlagabtausch

LKW oder Schiene? Der Zugang zum Holztransport im Waldviertel spaltet die politischen Parteien im Land.
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  • LKW oder Schiene? Der Zugang zum Holztransport im Waldviertel spaltet die politischen Parteien im Land.
  • Foto: Symbolfoto: ÖBB
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

Schiene statt Straße? Die Grünen wollten Gespräche mit Holzindustrie, ÖVP betont Knappheit auf Rundholzmarkt.

WALDVIERTEL/ZWETTL. Die Grüne Landtagsabgeordnete und Zwettler Bezirksobfrau, Silvia Moser, forderte in einem Antrag in der letzten Landtagssitzung unter anderem einen runden Tisch zum Thema Holztransporte im Waldviertel. 
Neben der Ausarbeitung eines Verkehrskonzeptes und einer Kennzeichenanalyse, traten die Grünen für Gespräche mit den Verantwortlichen der Holzindustrie, Fahrverbote, Geschwindigkeitskontrollen und der Schaffung von Grundlagen für die Verlagerung der Transporte auf die Schiene ein. Moser forderte eine rasche Entlastung für die Bevölkerung: "Frächter benützen den kürzesten Weg durch Dörfer und fahren auf nicht für den Schwerverkehr ausgelegten Straßen. Die Bevölkerung in den betroffenen Ortschaften und Regionen des Waldviertels hat kein Verständnis mehr dafür, dass sie mit ständig steigendem Durchzugsverkehr leben sollen. Die LKWs fahren teilweise mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Dörfer und gefährden Fußgänger, Radfahrer und vor allem Kinder. Dazu kommt die Belastung durch Lärm, Feinstaub und Emissionen aufgrund des massiven Anstieges der Anzahl der durchfahrenden Holztransporter. Das ist für unsere Bevölkerung nicht mehr akzeptabel“, so Moser.

Antrag nicht auf Tagesordnung

Doch zu einer Diskussion über eben diese Punkte kam es im Landtag dann gar nicht. Denn die ÖVP lehnte die Aufnahme in die Tagesordnung ab. 
Für den Landtagsabgeordneten und Zwettler ÖVP-Bürgermeister, Franz Mold, liegt der Fokus auf den Arbeitsplätzen, die durch die Sägeindustrie in der Region gehalten werden: "Wir müssen in Österreich immer Rundholz importieren, wenn wir nicht die Hälfte der Sägeindustrie zusperren wollen."
Die Waldviertler Sägeindustrie verarbeitet laut Mold rund 18 Millionen Festmeter Holz. Davon stammen rund zehn Millionen Festmeter aus dem Inland und die restlichen acht Millionen, also rund 40 Prozent müssen importiert werden.
"Der enorme Anfall an Schadholz durch den Borkenkäfer ist nun aufgearbeitet. Daher herrscht derzeit wieder Knappheit am Rundholzmarkt", bemerkt Mold. Und schließlich sind für den Bürgermeister die rund 300 Arbeitsplätze, die allein im Bezirk Zwettl an der Sägeindustrie hängen, sehr wertvoll.
"Das Land NÖ ist bemüht, dass vor allem Schrott-LkW aus dem Verkehr gezogen werden. Dazu wird an den Grenzen in Grametten und Neunagelberg immer wieder der Prüfzug eingesetzt", erklärt Mold die Schwerpunktsetzung der ÖVP Niederösterreich in dieser Thematik.

"Kämpfen für Transport auf Schiene"

„Schwarz-Blau lehnen den Antrag ab, lassen ihn nicht einmal zur Diskussion zu und stärken der Holztransport-Lobby den Rücken. Auf der Strecke bleiben die geplagte Bevölkerung und die Lebensqualität in unserem Waldviertel. Die Grünen NÖ werden weiterhin für eine Verlagerung der Transporte auf die Schiene gemeinsam mit einem entsprechenden Ausbau der Bahnstrecken kämpfen“, zeigt sich Silvia Moser vom Abstimmungsverhalten enttäuscht.

LKW oder Schiene? Der Zugang zum Holztransport im Waldviertel spaltet die politischen Parteien im Land.
Für Silvia Moser (Grüne) stärkt die ÖVP der Holztransport-Lobby den Rücken.
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