Region kalt erwischt
Tourismus-Chef abgewählt: Bezirk in Schockstarre

Die Schönheit des Waldviertels (im Bild der Edlesberger See in der Gemeinde Gutenbrunn) wird zukünftig Peter Sigmund nach außen hin vertreten.
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  • Die Schönheit des Waldviertels (im Bild der Edlesberger See in der Gemeinde Gutenbrunn) wird zukünftig Peter Sigmund nach außen hin vertreten.
  • Foto: Waldviertel Tourismus
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

BEZIRK. Andreas Schwarzingers Zeit als Waldviertel Tourismus Manager läuft ab. Mit Ende des Jahres muss der Zwettler seine Zelte nach zehn Jahren abbauen. Er wird von Peter Sigmund, der zuvor im Donauraum für die Tourismus-Agenden zuständig war, abgelöst. Das hat ein Hearing samt Jury-Entscheid im Oktober 2021 zutage gebracht.

"Nicht eingebunden"

Doch die Nachricht der Ablöse von Schwarzinger löste umgehend heftige Reaktionen aus. An vorderster Front stellte sich der Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister von Groß Gerungs, Maximilian Igelsböck (ÖVP), auf die Seite von Schwarzinger. Der Aufsichtsrat sei nicht eingebunden gewesen, die Entscheidung nicht objektiv, so Igelsböck, der sogar eine rechtliche Prüfung des Ablaufs sehen möchte. Igelsböck legte jedenfalls sein Amt nieder.
Und auch in der restlichen Politik und Wirtschaft wird die Entscheidung über den Wechsel an der Spitze mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Karl Schwarz, Inhaber der Privatbrauerei Zwettl und Mitbegründer der größten Tourismus-Veranstaltung in Wien, waldviertelpur, meint: „Die Nachricht, dass Andreas Schwarzinger in seiner Funktion als Geschäftsführer der Destination Waldviertel nicht wieder gewählt wurde, hat mich überrascht und ich finde es sehr schade! Wie auch immer der Ablauf des Hearings erfolgt ist und was die genauen Gründe für die Entscheidung waren, kann und möchte ich nicht beurteilen.
Faktum ist, dass Andreas Schwarzinger in den zehn Jahren seiner Tätigkeit einen wesentlichen Anteil für die positive Entwicklung des Waldviertels verantwortet! Er hat das fast Unmögliche geschafft, alle wesentlichen Interessensgruppen und Stakeholder hinter sich zu vereinen und im Sinne des Waldviertels einen gemeinsamen erfolgreichen Weg zu beschreiten. Strategisch hat er die richtigen Themen besetzt und unsere Region damit noch attraktiver für Urlauber und Besucher gemacht.
In der Zusammenarbeit mit Andreas Schwarzinger habe ich immer seinen fairen, kompetenten und fleißigen Arbeitsstil geschätzt. Die Entwicklung von Waldviertel pur wurde durch ihn professionalisiert und so stellt diese Veranstaltung heute die wichtigste verbindende Klammer in der Öffentlichkeitsarbeit für das Waldviertel dar. So bedauerlich und unverständlich das Ausscheiden von Andreas Schwarzinger auch ist, so zweckmäßig erscheint es mir dennoch, seinem Nachfolger eine faire Chance zu geben und ihn auch in seiner Arbeit für die Region zu unterstützen!“

Blauensteiner nicht in Jury

Anders als in Medienberichten kommuniziert ist jener Umstand, dass die Zwettler Wirtschaftskammerobfrau, Stadträtin Anne Blauensteiner (ÖVP), nicht in der Jury und somit im Entscheidungsprozess eingebunden war. Auch sie zollt Schwarzinger Respekt: "Andreas ist Touristiker durch und durch und hat in den letzten Jahren mit viel Einsatz zahlreiche Projekte im und für das Waldviertel entwickelt und umgesetzt. Ich kann hier aus meiner persönlichen Sichtweise sprechen und mitteilen, dass die Zusammenarbeit mit Andreas stets motivierend und sehr positiv war. Er hat sich das Vertrauen der Gemeinden und Betriebe engagiert erarbeitet und das ist natürlich jetzt auch der Grund, warum viel Unsicherheiten und Vorbehalte gegen die Neubesetzung bestehen. Diese Vorbehalte wurden auch von uns in der Generalversammlung offen kommuniziert und uns wurde versichert, dass es keinen Stillstand geben wird und die offenen Projekte weiter abgewickelt werden. Es wird noch vieler Gespräche mit allen touristischen Gremien im Waldviertel bedürfen, um die überraschende Entscheidung zu erklären, diese haben wir in der außerordentlichen Generalversammlung dringend eingefordert und diese wurden uns auch zeitnah zugesagt."

100% für Sigmund

Fakt ist aber auch, dass Sigmund mit 100 Prozent gewählt wurde. Blauensteiner dazu: "Beim Hearing und in der Jury war ich nicht vertreten, somit auch nicht in der Juryentscheidung. Die Obleute der restlichen Tourismusverbände waren nach der Juryentscheidung zu einer außerordentlichen Generalversammlung geladen, wo uns das Ergebnis der Juryentscheidung präsentiert wurde und wo sich auch der Erstgereihte vorstellte. Es erfolgte eine Abstimmung für oder gegen den erstgereihten Kandidaten, zu diesem Zeitpunkt ging es nicht mehr darum für oder gegen Andreas Schwarzinger zu sein, sondern sich gegen einen bereits ausgewählten Kandidaten zu stellen und die Zusammenarbeit von Beginn weg zu erschweren, oder dieser Zusammenarbeit eine Chance zu geben."
"Andreas Schwarzinger hat mit viel Engagement und Herzblut für unser wunderschönes Waldviertel gearbeitet und viele positive Projekte umgesetzt. Gerade als Regionalverbandsobmann habe ich im letzten Jahr eng mit ihm zusammengearbeitet und bin sehr dankbar für alles, was er für unsere Heimatregion geleistet hat", stimmt Nationalrat Lukas Brandweiner (ÖVP) mit den anderen mit ein.

Sind Sie mit der Entwicklung von Waldviertels Tourismus zufrieden?

Vom NÖ-Tourismus heißt es: "Alle sechs nominierten Kandidaten wurden auf Basis der Jury-Vorschläge mittels Beschluss in der Generalversammlung gewählt."
Andreas Schwarzinger selbst wollte im Moment noch keine Stellungnahme abgeben.

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