Nationalratswahl 2019
Zwettl: Die Grünen Kandidaten im Check

Raphael Neuwirth
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BEZIRK ZWETTL. Die Bezirksblätter Zwettl werden in den Wochen bis zur Nationalratswahl am 29. September 2019 alle Spitzenkandidaten der Parteien, die antreten, in einem ausführlichen Interview zu Wort kommen lassen. Den Beginn machen, die in der letzten Nationalratswahl aus dem Parlament geflogenen Grünen. Wir haben Raphael Neuwirth von der Grünen Jugend und Landtagsabgeordnete Silvia Moser um ein paar Antworten gebeten.

Warum engagieren Sie sich politisch (generell und speziell für die Nationalratswahl)?
SILVIA MOSER: "Ich möchte unsere Zukunft mitgestalten und mich für den Bezirk Zwettl und das Waldviertel einsetzen. Es ist dringend notwendig, dass wir Grüne wieder in den Nationalrat kommen um Umwelt- und Klimaschutz voran zu treiben und somit unsere Lebensqualität zu sichern."
RAPHAEL NEUWIRTH: "Politisiert habe ich mich vor etwa fünf bis sechs Jahren. Ich war damit unzufrieden, dass ich in meiner Heimatgemeinde Bad Traunstein nach 8 Schulstunden, um 16:00, keinen Bus nach Hause hatte, obwohl innerhalb von 5 Minuten zwei Busse fast Streckengleich nach Ottenschlag fuhren (der normale Schüler*innenbus und die ehemalige Linie WA51). Daher habe ich experimentiert, um herauszufinden, ob sich ein Bus so umleiten liese, dass es nicht mehr notwendig ist, dass zahlreiche Elterntaxis ihre Kinder von Grafenschlag holen müssen.
Durch dieses Projekt, welches dann auch deutlich größer wurde als ursprünglich geplant, habe ich mich politisiert und zu den Grünen gefunden, da nur diese Partei für mich glaubhaft für bessere öffentliche Verkehrsmittel kämpft.
Speziell für die Nationalratswahl kandidiere ich, weil ich auf nationaler Ebene einen besseren Rahmen für gute Infrastruktur in ganz Österreich erzielen möchte, damit dieser Luxus der einfachen Mobilität jede*r Österreicher*in zugutekommt und nicht nur jenen in Ballungsgebieten. Von den überteuerten Preisen der Öffis, die durch ein 365€ Ticket ersetzt werden müssen, ganz zu schweigen."

Welche Ziele verfolgen Sie damit?
MOSER: "Ich stehe für eine zukunftsfähige Politik und mutige Entscheidungen. Diese werden wir angesichts der anstehenden Probleme dringend brauchen. Vor allem in meinen drei Themenbereichen. Lippenbekenntnisse und Show-Politik bringen uns nicht weiter und unsinnige Projekte wie die Waldviertelautobahn brauchen wir nicht."
NEUWIRTH: " Das Ziel, welches ich damit erreichen will, ist ein ganz klares: Ich möchte, dass sich jeder Mensch schnell, einfach und leistbar fortbewegen kann. Bei uns im Bezirk Zwettl ist das leider so gut wie unmöglich. Die Preise sind für Normalverdiener*innen kaum leistbar (Zwettl - Krems kostet je Richtung z.B. 14€), und das Angebot ist viel zu schwach ausgebaut. Es muss in meinen Augen eine Alternative für alle zum Auto geben. Es kann nicht sein, dass Jugendliche, die keinen Führerschein haben, immer von ihren Eltern abhängig sind und sich nicht frei bewegen können. Ich will mich z.B. gar nicht daran erinnern, wie oft ich meinen Vater um zwei in der Nacht angerufen habe, damit er mich vom Fortgehen abholt. Oder wie oft ich meine Mutter dazu überredete mich am Samstagnachmittag ins Kino oder ähnlichem zu chauffieren.
Von den Vorteilen für die Umwelt, die durch die deutlich verringerten PKW-Kilometer entstehen würden, ganz zu schweigen."

Für welche drei Hauptthemen stehen Sie?
MOSER: "Umwelt, Soziales und Gesundheit. In allen drei Bereichen kommen große Herausforderungen auf uns zu. Die Klimakrise fordert sofortiges Handeln der Politik. Tagtäglich gibt es Nachrichten zur Erderhitzung, zum enormen Bodenverbrauch und zur Flächenversiegelung. Unsere Lebensgewohnheiten werden sich in vielen Bereichen verändern. Die Politik muss dafür den Rahmen vorgeben. Dazu gehört auch die höchst notwendige öko-soziale Steuerreform. Umwelt- und Sozialpolitik sind untrennbar. Im Gesundheitsbereich sind die Sicherstellung der bestmöglichen medizinischen Versorgung und ausreichender, individueller Pflege, vor allem bei uns am Land, mein besonderes Anliegen."
NEUWIRTH: "Mein Herzensthema ist ein ganz klares: Leistbare und attraktive Öffis für alle. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben kostengünstig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die meisten Wege zurücklegen zu können. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern wertet auch den ländlichen Raum (insbesondere für Jugendliche) auf und ermöglicht er auch sozial schwächeren Personen das Vorankommen von A nach B.
Wichtig ist mir aber auch die Förderung von LGBTIQ* (lesbische, schwule, bi, trans, intergeschlechtliche und queere) Menschen. Rechtlich bewegt es sich für diese Gruppe zwar in die richtige Richtung, aber das geht weder schnell genug noch kommt diese fortschreitende Akzeptanz in unserer Gesellschaft an. Dadurch, dass ich selbst schwul bin, habe ich selbst mit dem inneren Druck umgehen müssen, der in unserer Gesellschaft (vor dem Outing) damit einher geht. Jedoch ergeht es vielen Menschen deutlich schlechter. Oft müssen Personen ihre wahre Identität verstecken oder lange unter psychischem Druck erkämpfen - und das darf in einem fortschrittlichen Land wie Österreich, wo jeder Mensch gleichbehandelt werden sollte, nicht sein!"

Raphael Neuwirth
Landtagsabgeordnete Silvia Moser
Autor:

Bernhard Schabauer aus Zwettl

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