Die Schlüsselblume
Eine 20-jährige Erfolgsgeschichte auf den Waldland Feldern
- Robert Haidl , Andrea Wagner (hinten) Franz Tiefenbacher, Michael Popp, Stephan Pernkopf (vorne).
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Waldland lud zu einem Hintergrund- und Pressegespräch zum Thema „Schlüsselblume – die Apotheke vom Feld“ direkt auf ein blühendes Schlüsselblumenfeld in Nadelbach bei St. Pölten.
ST.PÖLTEN/ZWETTL. Das Wetter und die Natur präsentierten sich bei strahlendem Sonnenschein von ihren besten Seiten und die Schlüsselblumenpflanzen boten ein wahres Blütenmeer.
Im Rahmen der Veranstaltung sprachen LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner, Bionorica-CEO Prof. Dr. Michael Popp und Waldland Geschäftsführer Franz Tiefenbacher über diese wichtige Blühkultur und die starke Vernetzung und Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Industrie.
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Bereits seit 2006 besteht nun schon die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem pharmazeutischen Unternehmen Bionorica und Waldland. Eine Zusammenarbeit, die durch Qualitätsbewusstsein, Innovationskraft und wissenschaftlich fundierte Arbeit beider Unternehmen geprägt ist.
Start vor 20 Jahren
Begonnen hat alles vor 20 Jahren mit dem Anbau von 2 Hektar Schlüsselblumen im Waldviertel. Eine neue Sonderkultur sollte sich durch die Nachfrage der Industrie auf den Waldland Feldern etablieren und zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Bionorica führen.
Durch intensive Forschungstätigkeiten und die Entwicklung von Spezialmaschinen werden heute auf rund 220 Hektar Schlüsselblumen durch Waldland Landwirtinnen und Landwirte kultiviert.
Waldland Geschäftsführer Franz Tiefenbacher ging in seinen Ausführungen auf die Kulturführung ein. „Die uns allen aus der Natur gut bekannte Pflanze entwickelten wir zu einer großflächigen Blühkultur für das Auge der Konsumentinnen und Konsumenten und für die Bienen und Insekten“.
Die Primel oder Schlüsselblume (Primula Veris) steht mehrere Jahre auf den Feldern und zeichnet sich durch eine gute Winterhärte aus. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 20-30cm. Der Blühbeginn ist etwa Ende April, die Vollblüte erreicht sie meist Anfang bis Mitte Mai. In diesem Zeitraum findet dann auch die Ernte durch die von Waldland entwickelten Spezialmaschinen statt.
Großer Bedarf in Pharmazie
Die Schlüsselblumenblüten finden Verwendung als pharmazeutischer Rohstoff in Mitteln gegen Erkältungskrankheiten, allen voran bei Sinusitis (Erkrankung der Nasennebenhöhlen).
Über 120 landwirtschaftliche Betriebe sind derzeit aktiv in die Kultivierung von Pflanzen gegen Erkältungskrankheiten eingebunden. Und es wird auch weiterhin in die Produktion und Zusammenarbeit mit Bionorica investiert, sodass in den nächsten Jahren von Seiten der Industrie eine Flächenausweitung von mindestens 60 Hektar/Jahr zugesichert wurde. Auf zusätzlichen 100 Hektar werden pharmazeutische Rohstoffe wie Eisenkraut, Enzianwurzel, Wiesenampfer, Thymian angebaut. „Eine erfolgreiche Kooperation, die man sich bereits vor 20 Jahren erhofft hat und die durch Forschung, Innovation, technische Entwicklungen und die gute Zusammenarbeit noch weit in die Zukunft bestehen soll“, betont Geschäftsführer Franz Tiefenbcher.
Im Anschluss an die Ausführungen demonstrierte die Firma Waldland nicht nur das Setzen der Jungpflanzen auf einem Feldstück neben dem bereits blühenden Feld, sondern präsentierte auch live die Schlüsselblumenernte am Feld.
Beim Setzen werden 110.000 Pflanzen pro Hektar gepflanzt. „Die Firma Bionorica stellt uns die Jungpflanzen zur Verfügung. Dadurch unterstützen sie uns beim Aussetzen enorm, da wir uns auf eine gute Pflanzenqualität verlassen können. Seitens Waldland wurde im Herbst 2024 in einen selbstfahrenden Pflanzensetzroboter ‚einen roten Ferrari‘ investiert, um den sehr hohen Personalaufwand beim Auspflanzen zu minimieren. Dadurch benötigen wir anstatt 160 Arbeitsstunden nur mehr rund 40 Stunden pro Hektar für das Setzen der Primel“, so Franz Tiefenbacher.
Produktion wird erhöht
Bei der Ernte werden pro Hektar 100 bis 200 kg getrocknete Blüten geerntet, woraus rund 60.000 Packungen Sinupret hergestellt werden können. „Ein schöner Beweis für die erfolgreiche und regionale Apotheke vom Feld“. Die frisch geernteten Primelblüten werden unmittelbar nach der Ernte am Waldlandhof zur weiteren Verarbeitung angeliefert. In Oberwaltenreith erfolgt dann das Separieren zwischen Blätter und Blüten durch eine eigens entwickelte Windseparierung, die schonende Trocknung und die Verpackung und Vorbereitung für den Transport.
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Bionorica schätzt die Kompetenz der Qualitätsproduktion von Waldland entlang der gesamten Wertschöpfungslinie, beginnend am Feld mit dem sehr herausfordernden Giftpflanzenmanagement durch die Vertragslandwirte bis hin zur hausinternen Analytik am Waldlandhof. Er betont, dass die Schlüsselblume Bionoricas wichtigste Pflanze ist, weil sie in beiden Produkten sowohl im Sinupret als auch im Bronchipret enthalten ist. „Wir brauchen eine nachhaltige, ökologische und innovative Landwirtschaft und sind froh eine solche durch die Kooperation mit Waldland gefunden zu haben“, so Prof. Dr. Michael Popp. Waldland und die Niederösterreichische Landwirtinnen und Landwirte sind daher für Bionorica einer der innovativste und wichtigste Rohstofflieferant für die Firma.
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Wir sind stolz, dass wir so großartige Betriebe bei uns haben, die investieren und unser Land wieder an die Spitze bringen! Waldland und Bionorica zeigen gemeinsam, wie innovativ und stark unsere Landwirtschaft ist, und das weit über Niederösterreich hinaus. Diese Zusammenarbeit wird in den nächsten Jahren noch intensiviert, das bedeutet konkrete Impulse für die gesamte Wertschöpfungskette und damit für die Wirtschaft und die Landwirtschaft in Niederösterreich. Denn auch am Firmensitz in Oberwaltenreith bei Zwettl wird weiter investiert, in neue Verarbeitungsanlagen, neue Lager und in die Weiterverarbeitung der Rohstoffe. Bisher hat das nur in Deutschland passieren können, bald werden diese Arbeitsschritte bei uns in Niederösterreich geschehen.“
Wichtig für Biodiversität
„Heil- und Gewürzpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil der niederösterreichischen Landwirtschaft. Sie verbinden Biodiversität mit regionaler Wertschöpfung und internationaler Nachfrage. Dass ein Großteil der Verarbeitung in den Regionen erfolgt, stärkt unsere bäuerlichen Betriebe nachhaltig. Waldland gilt als Zentrum des Sonderkulturenanbaus und ist ein wichtiger Partner für uns Bäuerinnen und Bauern. Der Schlüsselblumenanbau zeigt beispielhaft, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Industrie funktioniert“, betonte Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner.
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Zum krönenden Abschluss verwöhnte das Waldland Catering alle Gäste mit kulinarischen Spezialitäten aus der hauseigenen Waldland Backstube und Küche.
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