22.01.2018, 07:20 Uhr

Dem Borkenkäfer zu Leibe rücken

Der einzige Käferbaum im Wald von Siegfried Zechmeister aus Merkenbrechts. Seine Methode wirkt.

Gefährliche Massenvermehrung von Forst-Schadkäfern kann auf einfache, natürliche Art und Weise verhindert werden.

MERKENBRECHTS (kuli). „Ich beobachte seit 30 Jahren die Natur ganz genau und weiß, wie man sich Käferkalamitäten erspart“, erklärt Siegfried Zechmeister (Jg. ’38) und äußert sich verständnislos darüber, wie andere Waldbesitzer und Forstbehördenvertreter entweder nichts oder das Falsche tun und somit die nächste, noch schlimmere Kupferstecher- und Buchdrucker-Invasion förmlich unterstützen. „Dabei geht es ganz einfach: Gut verteilte, vitale Brennholzfichten (sogenannte Fangbäume) schlägern und liegen lassen, in denen die vom Winter geschwächte, erste Generation eine leicht zu beziehende Unterkunft vorfindet und die vitalen, stehenden Fichten weitgehend ignoriert. Vor dem Ausfliegen müssen die Fangbäume natürlich entfernt und am besten gleich verbrannt werden!“, so der Achtzigjährige, der sich im Laufe der Zeit viel theoretisches Wissen angeeignet und praktische Erfahrungen gesammelt hat. „Wenn man weiß, wann wegen bestimmter interplanetarischer Konstellationen kühl-regenreiche oder heiß-trockene Phasen bevorstehen, kann man präventiv Schlimmes verhindern“, erläutert Zechmeister und zieht ein Buch mit dem „Planetenfahrplan“ aus der Tasche. „Mitte April 2018 wird’s nass wegen des Merkurdurchtritts, und im Mai dann trocken wegen der Venus; dann wollen die Käfer ausfliegen.“

Auf acht Hektar nur ein einziger Käferbaum

Bei einem Lokalaugenschein in seiner Nadelholzparzelle in der Wild zeigt er stolz den unmittelbar auf der Grenze zum Nachbarn stehenden, einzigen Käferbaum auf seinen acht Hektar Waldfläche. Bei den Nachbarn sieht es schlimm aus, und das noch liegende Käferholz könnte weitere Kalamitäten bringen, wenn nicht zeitgerecht abtransportiert wird.

Ökologisches Ungleichgewicht und übersäuerter Boden

„Die momentane, miserable Käfersituation hat auch damit zu tun, dass die Kleine Rote Waldameise, deren Populationen die Käfer normalerweise gut im Griff haben, bei viel Regen ertrinkt. In der Wild ist sie nach dem nassen 2014er-Jahr praktisch verschwunden. Umso mehr muss man genau hinschauen und auf die Zeichen achten, zum Beispiel auf die Spuren, die der Kupferstecher in der Wipfelregion hinterlässt. Ist der erst einmal drin, hat der Buchdrucker nachher leichtes Spiel“, so Zechmeister weiter.
„Vorschädigungen etwa durch sauren Niederschlag, auch und vor allem Nebel, haben die Bestände bereits geschwächt. Auch heute noch gibt es fatale Emisssionen“, ärgert sich Siegfried Zechmeister.
Aber das ist eine andere Geschichte. Fortsetzung folgt.
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