25.05.2016, 07:04 Uhr

Gradlanger: Teures "Zentrum für Wörgl"

Um 898.000 Euro soll der Platz zwischen den Wohnanlagen zur neuen „Begegnungszone“ in Wörgl werden.

Zur Platzgestaltung am Gradlanger werden weitere 400.000 Euro aus den Rücklagen entnommen.

WÖRGL (mel). Für eine hitzige Debatte in der vergangenen Gemeinderatssitzung sorgte wieder einmal das „Gradl-Areal“. Nachdem der Bereich hinter der Kirche mit zwei Wohnanlagen verbaut wurde, will die Stadt nun auf dem verbliebenen Platz ein „Vorzeigeprojekt“ für Naherholung, Feste und Begegnung schaffen.

898.000 Euro Gesamtkosten

Ging man vorerst noch von Investitionen in Höhe von etwa einer halben Million Euro aus, hat sich dieser Wert nun fast verdoppelt: 898.000 Euro wird die Platzgestaltung am Gradl-Areal kosten. Die enorme Budgetüberschreitung sei durch die Verlegung der Tiefgarageneinfahrt sowie durch Kosten für Beleuchtung und Möblierung entstanden. „Dieser Platz ist ein Referenzprojekt, und es liegt an uns, das Beste daraus zu machen“, verteidigt Bgm. Hedi Wechner die Mehrkosten. „Der Platz ist jeden Euro wert“, stellte auch GR Emil Dander (LHW) bei der Sitzung fest.

Begegnungszone in allen Wegachsen

Auch die drei ÖVP-nahen Listen sprachen sich für die Genehmigung der Kostenüberschreitung aus: GR Michael Riedhart (JWL) sieht den Platz als „Prestigeprojekt“ für Wörgl und einen „würdigen Ersatz“ für den ehemaligen Gradlanger. VBgm. Hubert Aufschnaiter (ÖVP) bezeichnete den Gradlanger als „Bereicherung für Wörgl“ und GR Kaya Kayahan (ÖVP) ergänzte, dass die Wörgler „lange auf eine solche Begegnungszone gewartet“ haben. GR Andreas Taxacher (Team Wörgl) betonte, dass dieses Areal besonders wertvoll sei, da es in allen Geh- und Radwegachsen liege.

Blau-Grüner Protest

Anderer Meinung sind hingegen die Freiheitliche Wörgler Liste und die Grünen. „Wir tun uns schwer, den Preis für diesen Platz zu rechtfertigen“, so VBgm. Mario Wiechenthaler. Außerdem kritisierte die FWL eine mögliche Lärmbelästigung für die Anrainer durch Feste am Gradlanger.
„Wir pflichten der FWL bei“, erklärte die grüne Gemeinderätin Christine Mey. Da für die Musikschule und das Feuerwehrhaus noch immer keine Lösung gefunden wurde, könne man laut den Grünen nicht so viel Geld für eine Platzgestaltung ausgeben.
Die Kostenüberschreitung am Gradl-Areal wurde mit 15-Ja-Stimmen und den Gegenstimmen von FWL und Grünen beschlossen. Der Kontrollausschuss befasst sich nun mit der exakten Kostenaufschlüsselung.
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