02.07.2016, 06:00 Uhr

ÖAMTC gibt Tipps gegen Müdigkeit auf der Urlaubsfahrt

Die häufigsten Fahrfehler werden durch Müdigkeit ausgelöst. (Foto: djd/HDI)
Bei rund vier Prozent aller tödlichen Unfälle 2015 (Quelle: BMI) wurde Müdigkeit als Ursache vermutet. "Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein, denn oft sind Müdigkeitsunfälle als Abkommensunfälle 'getarnt'", erklärt ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger. Gerade in der Ferienzeit fahren Urlauber längere Strecken, zu anderen Zeiten, in ungewohnten fremden Bereichen und das meist ohne oder nur mit kurzen Pausen. All dies erfordert mehr Konzentration und kann stressender sein als gewohnte Alltagsfahrten. "Dadurch kann es schneller zu Ermüdung, im schlimmsten Fall sogar zu Sekundenschlaf kommen", weiß die Club-Expertin und gibt Tipps, was man gegen Müdigkeit am Steuer tun kann.

Ausreichend Pausen einplanen

"Laut der ÖAMTC-KfV-Studie 'Take a rest' hören 74 Prozent der Autofahrer Musik um sich wach zu halten, 59 Prozent reden mit dem Mitfahrer und nur 38 Prozent pausieren. Dabei sind regelmäßige Fahr- oder Ruhepausen alle zwei bis drei Stunden wichtig", so Seidenberger. Vor allem lange Fahrten in den Nacht- oder in den frühen Morgenstunden, eine allgemeine Anspannung auf langen Touren, schlechter Schlaf oder wenig Erholung im Hotelbett, sowie große Hitze und Stress, können schneller zu Müdigkeit führen. Die Expertin rät: "Man sollte unbedingt Fahrpausen einlegen. Wenn möglich sollte man sich dann an der frischen Luft bewegen oder an einer Raststation oder einem Rastplatz anhalten, um zu schlafen. Das steigert das Wohlbefinden und trägt zur Verkehrssicherheit bei." Aufputschmittel wie Energydrinks sollte man vermeiden – sie "übertünchen" die Müdigkeit und wirken nur kurzfristig bzw. können sogar die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Fahrer wechseln

"Nur ein Viertel der Lenker mit mindestens einem erwachsenen Beifahrer plant einen Fahrerwechsel ein", berichtet die Club-Psychologin. Wenn möglich, sollte man sich hinter dem Lenkrad immer wieder abwechseln und dem vorherigen Fahrer eine Pause gönnen.

Als Beifahrer aufmerksam sein

Der Beifahrer sollte auf den Fahrer achten. Seidenberger: "Müdigkeit kündigt sich oft durch verstärktes Gähnen, starren Blick und Konzentrationsschwierigkeiten an. Als Beifahrer sollte man den Lenker darauf ansprechen, gegebenenfalls einen Fahrerwechsel anbieten oder eine Fahrpause einfordern."
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