18.03.2016, 12:41 Uhr

Trofaiach thematisiert die Asylpolitik

Städtefreundschaft: Pat English (Bürgermeister Clonmel, Irland), Evelyne Frenais (Vizebürgermeisterin Eysines, Frankreich), Sabina Panzeri (Bürgermeisterin Costa Masnaga, Italien), Mario Abl, Enzo Farinella (Gangi, Italien) (Foto: KK)
TROFAIACH, CLONMEL. Ein städtepartnerschaftliches Treffen auf der "Grünen Insel" nützte der Trofaiacher Bürgermeister Mario Abl, um mit seinem Amtskollegen aus Clonmel (Irland) und europäischen Kommunalpolitikern Fragen rund um Flucht und Asyl zu diskutieren. Trofaiach wird die Möglichkeiten einer Unterstützungsinitiative ausloten, um dann gemeinsam mit dem Netzwerk der Partnerstädte aktiv zu werden.
„Hilfe in den betroffenen Gebieten sollte aus unserer Sicht nicht von oben nach unten, sondern als Unterstützung durch Wissens-und Know-how-Transfer auf Augenhöhe erfolgen. Die derzeitige Entwicklung gibt uns allen sehr zu denken. Wir sind zwar keine Regierungsoberhäupter, aber gemeinsam können wir vielleicht zumindest einen kleinen Teil zur Minderung des unglaublichen Leides in Teilen unserer Erde beitragen“, betonte Bürgermeister Abl.


Ernster Hintergrund

Abl war einer Einladung von Trofaiachs irischer Partnerstadt Clonmel zu den Feierlichkeiten anlässlich des St. Patrick's Days gefolgt.
Begleitet wurde er von EU- und Städtepartnerschaftsreferent Helmut Wiesmüller und Kulturreferent René Pichler. Das Feiern stand für die Trofaiacher Delegation aber nicht im Vordergrund. Vielmehr waren es konstruktive Gespräche mit Bürgermeistern und Gemeindevertretern aus Frankreich, Italien und Irland. Beim großen Zusammentreffen der Delegationen aus den Städten Clonmel (Irland), Eysines (Frankreich), Costa Masnaga, Gangi (Italien) und Trofaiach wurden intensiv Lösungsansätze sowie denkbare Unterstützungsmöglichkeiten für die Menschen in den weltweiten Krisengebieten diskutiert.

Wirksame Initiativen

In der Stadt Trofaiach wurden bereits wirksame Initiativen zur Unterbringung und Integration von Asylwerbern gesetzt. Eine syrische Familie wohnt seit dem Vorjahr auf dem Areal des Stockschlosses. Dort erhalten auch 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge über die Initiative "Art of Reconciliation Unterricht und Betreuung. Die Jugendlichen selbst sind im ehemaligen Gemeindeamt in Gai untergebracht.
Über den Verein Zebra werden in Trofaiach Patenschaften initiiert. Durch den Aufbau einer stabilen Beziehung zwischen Pate/Patin und einem jungen Flüchtling kann den Jugendlichen Sicherheit, Orientierung und Halt geboten werden.
Andererseits engagieren sich auch Flüchtlinge im Zeit-Hilfs-Werk. Die Idee ist, Zeit und Hilfe zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise bietet ein afghanischer IT-Experte der Bevölkerung Unterstützung bei PC-Problemen an. Eine Ukrainerin fungiert als Haushaltshilfe bei einer nach einer Herzoperation rekonvaleszenten Trofaiacherin.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Wolfgang Gaube.
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