05.10.2016, 14:15 Uhr

Entscheidung erst in der Overtime

Turm in der Schlacht war EVZ-Torhüter Andreas Brenkusch, der in dieser Szene gegen Hoppl siegreich blieb. Letztlich behielt der KSV die Oberhand. (Foto: Gröbl)

Im packenden Derby blieb den EVZ-Löwen letztlich ein Punkt - Referee sorgte für kuriosen Abschluss.

EVZ Murtal Lions - Kapfenberg 4:5 n. V. (3:1, 1:1, 0:2; 0:1).

Den zahlreichen Fans wurde vom ersten Bully ein spannendes, hart geführtes, aber jederzeit faires Match geboten - das Derby sollte auch noch nach dem Ende für jede Menge Gesprächsstoff unter Spielern, Funktionären und Zuschauern sorgen.

Dafür verantwortlich zeichnete in erster Linie Headschiedsrichter Goriupp, der nach dem Siegestor der Kapfenberger in der Overtime zur allgemeinen Verwunderung weiterspielen ließ...

3:0-Führung bejubelt

Der Jubel im Zeltweger Lager war Mitte des ersten Drittels groß, als die Lions binnen 98 Sekunden durch Christoph Scherngell, Thomas Schiechl und Bernd Liebscher mitten in eine Drangperiode des KSV 3:0 in Führung gingen.

Winkler holte kurz vor Drittelsende einen Treffer, verkürzte auf 3:1.

Drei EVZ-Cracks in der Kühlbox

Zu Beginn des zweiten Drittels konnten die Löwen eine doppelte Unterzahl mit großem Einsatz und einem blendend disponierten Torhüter Andreas Brenkusch zunächst unbeschadet überstehen, nach einem weiteren Ausschluss gelang den Gästen fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe durch Grüneis der 3:2-Anschlusstreffer.

Shorthander durch Sulzer

In der Schlussminute des Mittelabschnittes stand die Halle kopf, als sich Mario Sulzer in Zeltweger Unterzahl die Scheibe erkämpfte, KSV-Torhüter Still mit einem Haken elegant düpierte und die Scheibe zum 4:2 im Netz versenkte.

Im Schlussdrittel folgte ein offener Schlagabtausch mit Chancen, Latten- und Stangentreffern auf beiden Seiten, das bessere Ende sollten in einer ereignisreichen Schlussphase die Kapfenberger haben.

Grüneis gelang mit zwei Treffern noch in der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 4:4 - nach der Schluss-Sirene nach 60 Minuten hatten beide Teams zumindest einen Punkt auf der Haben-Seite.

Referee im Mittelpunkt

Die Verlängerung musste die Entscheidung über den Sieger und den Zusatzpunkt bringen, nach einem Solo fast über die gesamte Eisfläche war es dann Adrian Stühlinger, der die Scheibe in der 63. Minute unter die Latte setzte und die Kapfenberger mit dem Tor zum 4:5 jubeln ließ.

Beide Teams machten sich bereits zum Shakehands auf, als Schiedsrichter Goriupp, der wohl als Einziger nicht mit der „Sudden Victory Overtime“-Regel vertraut war, zum großen Erstaunen der Spieler und Fans für ein Novum sorgte: Die Verlängerung wurde trotz des gültiges KSV-Tores fortgesetzt!

„Telefonjoker“ musste her

Nach verzweifelten Angriffsbemühungen der Zeltweger - und noch bevor die Lions in einem Powerplay und mit Sechs-gegen-Vier alles auf eine Karte setzen wollten - machte KSV-Obmann Gärtner dem „Spuk“ mittels Handy ein Ende:

Aber nicht Armin Assinger aus der bekannten „Millionenshow“ war in der Leitung, sondern Wettspielreferent Günther Klug, der den Referee telefonisch auf seine Fehlinterpretation einer Overtime aufmerksam machte, worauf dieser das Derby endgültig beendete.

Ein gellendes Pfeifkonzert für den Schiri und seine Linesmen dröhnte von den Rängen...

Trainerstimmen zum Derby

Gerhard Puschnik, Kapfenberg-Trainer:
„Wir haben gewusst, dass Zeltweg eine gute Mannschaft ist, ich habe sie letzte Woche live beobachtet. Ich habe meine Spieler auch davor gewarnt, wenn wir nicht bereit sind, von Anfang an 100 Prozent zu geben, dass es verdammt schwer werden wird und genau so ist es gekommen.

Einige Cracks haben wohl geglaubt, sie sind etwas Besseres, weil sie in der zweiten Liga agiert haben. Sie haben aber zum Glück am Ende Charakter bewiesen und den Spielstand noch umgedreht.“

Michael Pollross, EVZ-Trainer:
„Es war das erwartet harte Spiel für uns. Wir haben speziell im ersten Drittel vieles richtig gemacht, sind auch klar in Führung gegangen, haben dann aber viele Strafen kassiert. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob auch alle gerechtfertigt waren. Wir haben dann das Momentum wieder zurückgewonnen Ende des zweiten Drittels, wo wir in Unterzahl das 4:2 erzielt haben.

Eigentlich waren wir danach auf Schiene und voll im Plan, aber der KSV war ein guter Gegner und hat unsere wenigen Fehler im letzten Drittel eiskalt ausgenützt, somit ist es zur Overtime gekommen - es hätte auch 5:4 für mein Team ausgehen können, wir hatten noch zwei, drei Topchancen zum Schluss.

In Summe war es ein echt gutes Derby mit einer guten Leistung meines Teams. Wenn wir jedes Match mit diesem Einsatz absolvieren, werden die Zuschauer mit uns sicher zufrieden sein“.
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