12.06.2016, 12:41 Uhr

Vortrag und Diskussion zum Thema "Flucht & Asyl" in Bruck - durchaus kritisch, aber sachlich

Ein Blumenstrauß als Dankeschön. Klaus Horvat-Unterdorfer bzw. der Integrationsplattform ist es gelungen, die Landesrätin als Vortragende nach Bruck zu holen. (Foto: Christa Nothdurfter)
BRUCK / PINZGAU (cn). Im Bezirk leben derzeit 835 Asylwerber. Landesweit sind es aufgeteilt auf 180 Quartiere 4.826 Menschen. Pro Monat erhalten 100 bis 150 Flüchtlinge einen positiven Bescheid; ein Großteil davon zieht in die Städte. Vor allem in Wien herrscht großer Andrang, wie die Salzburger Landesrätin Martina Berthold (Grüne) unter anderem berichtete.

Sehr informativ

Die sehr informative Veranstaltung ging am vergangenen Freitag über die Bühne. Eingeladen hatte die mit Vertretern aller Ortsparteien besetzte "Integrationsplattform Bruck" mit Sprecher Klaus Horvat-Unterdorfer. Gekommen waren vor allem Menschen, die sich privat und ehrenamtlich in der Betreuung und Integration von Flüchtlingen engagieren.

"Nicht nur die EU, auch unsere Bundesländer agieren unterschiedlich"

Wohltuend sachlich wurden daher - im Gegensatz zur aufgeheizten Atmosphäre bei anderen öffentlichen Info-Abenden zum Thema Flüchtlinge - Kritikpunkte und Fragen vorgebracht. Einige Wortmeldungen: "Auf die EU wird geschimpft, weil sie nicht einheitlich agiert - dabei schaffen das bei uns in Österreich nicht einmal die Bundesländer - zum Beispiel bei der Höhe der Mindestsicherung." Oder: "Warum ist es nicht möglich, dass strebsame Flüchtlinge pro Jahr zumindest zwei aufeinander aufbauende Deutschprüfungen absolvieren dürfen?"

"Teilweise wenig hilfreiche Bürgermeister..."

Kritisiert wurde auch, dass Asylwerber nicht einmal in Berufen, in denen es einen Mangel an Arbeitskräften gibt, tätig sein dürfen beziehungsweise, dass es manche Pinzgauer Bürgermeister den Menschen schwer machen würden, im Bereich der gesetzlich erlaubten gemeinnützigen Arbeit aktiv zu sein.

Charta und Vereinbarung zur Integrationspartnerschaft

Sachlich blieb auch die Landesrätin; sie verwies teilweise auf bestehende Gesetze, lobte Helfer, Institutionen und Projekte und berichtete von der beim Land nun gemeinsam erarbeiteten "Charta und Vereinbarung zur Integrationspartnerschaft" für Asylberechtigte. Die Themen darin beziehen sich auf Bereiche wie Arbeit, Sprache oder Grundwerte der Gesellschaft.


Zur Sache:
Diese Veranstaltung der Integrationsplattform Bruck war die letzte einer dreiteiligen Reihe; zuvor standen im Rahmen dieser "Frühlingstrilogie" die Themen "Kunst" und "Islam" im Fokus.
Im Herbst geht es dann mit drei weiteren Veranstaltungen weiter. Den Auftakt bildet ein Familienfest am 3. September.
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