01.06.2016, 08:47 Uhr

Fit für den Schulbeginn

Harald Schindelka ist zuständiger Schulpsychologe für die Region Mühlviertel. (Foto: Schindelka)

Kinder müssen nach dem Kindergarten gewisse Fähigkeiten aufweisen, um als "schulreif" zu gelten.

BEZIRK (vom). Der Schulbeginn des Kindes ist für Eltern eines der wichtigsten Ereignisse in ihrem Elterndasein. Erziehungsberechtigte sind oft verunsichert was auf ihr Kind zukommen wird und ob es überhaupt schon reif für die ers- te Klasse ist. Harald Schindelka, zuständiger Schulpsychologe für die Region Mühlviertel, weiß über die Schulreife genau Bescheid: "Laut Schulpflichtgesetz ist ein Kind dann schulreif, wenn angenommen werden kann, dass es dem Unterricht in der ersten Schulstufe folgen kann, ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden."
Neben der Beherrschung der deutschen Sprache sollen Kinder im Kindergarten drei wichtige Kompetenzen entwickeln: Selbstkompetenz, Sachkompetenz und Sozialkompetenz. "Selbstkompetenz bedeutet, dass die Kinder ihre Ausdrucksfähigkeit weiterentwickeln, selbständig Handeln sowie mit Erfolg und Misserfolg umgehen lernen", so der Schulpsychologe. Zu Sachkompetenz zählen das Experimentieren mit Materialien, sachgerechtes Einsetzen von Werkzeugen sowie Begriffe aufzubauen und zu differenzieren. Das Einfühlungsvermögen weiterzuentwickeln, Gemeinschaft erleben und Verantwortung zu übernehmen fällt unter Sozialkompetenz.


Gutachten einholen

Falls es Unklarheiten bezüglich der Schulreife gibt oder die Erziehungsberechtigten eine Überprüfung haben möchten, muss der Schulleiter entscheiden, ob das Kind die Schulreife aufweist. "Vor der Entscheidung muss bei Bedarf ein schulärztliches Gutachten eingeholt werden oder sofern es zur Feststellung erforderlich scheint, auch ein schulpsychologisches Gutachten", sagt Schindelka.

Vorbereitung auf die Schule

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule bringt natürlich Veränderungen für Kinder und Eltern mit sich. Um herauszufinden, wie die bestmögliche Vorbereitung auf die erste Schulstufe aussehen kann, bieten Schulpsychologen Einzelgespräche mit den Eltern an. Außerdem sollte Emotionen wie Vorfreude, Neugier aber auch Angst oder Unsicherheit mit einem gemeinsamen Schulbesuch noch im Kindergartenalter begegnet werden.
"Die richtige Zusammenarbeit der Erziehungsberechtigten mit der Schule ist der Schlüssel für gute Beziehungen und Erfolg der Kinder. Idealerweise gibt es bereits vor dem Schuleintritt eine Vernetzung des Kindergartens mit der jeweiligen Schule", so Harald Schindelka.
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