22.07.2016, 08:33 Uhr

Schweres Hagelunwetter trifft den Norden des Bezirks

Bei Karlstein fiel ein Baum auf ein Auto. (Foto: © BFK Waidhofen a. d. Thaya / Stefan Mayer)

Massive Schäden in Kautzen, Dobersberg, Karlstein, Raabs und Ludweis: Hagelkörner lagen 35 Zentimeter hoch

Schwere Verwüstungen verursachte ein Hagelunwetter am Donnerstagabend im Bezirk Waidhofen. 257 Feuerwehrmitglieder standen in sechs Gemeinden im Einsatz, um die teils enormen Schäden an der Infrastruktur und an Wohngebäuden zu beseitigen. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

Gegen 21:30 Uhr traf eine mächtige Gewitterzelle von Nordwesten her den Bezirk Waidhofen an der Thaya. Mit orkanartigen Windgeschwindigkeiten, schwerem Hagelschlag und enormen Regenmengen zog das Unwetter eine Spur der Verwüstung. Wenige Minuten später gingen die ersten Notrufmeldungen von Überflutungen und Hagelschäden aus der Gemeinde Dobersberg bei der Feuerwehr ein. Keller standen unter Wasser, Dächer wurden abgedeckt bzw. durch die taubeneigroßen Hagelkörner zerstört. Im Minutentakt gingen weitere Notrufmeldungen ein. In der Gemeinde Kautzen standen zwei Hallen einer Textilfirma unter Wasser.

Eine halbe Stunde später erreichte die Gewitterzelle die Gemeinde Karlstein. Hier kam es zu massiven Schäden im gesamten Gemeindegebiet. Zahlreiche Bäume wurden durch den Sturm entwurzelt, einer fiel auf ein geparktes Auto. Das Hagelunwetter war dermaßen heftig, dass die Straßengräben voll mit Hagelkörner waren und in Schlader ein Schwimmbecken komplett zerstörte. Im Ortsgebiet von Karlstein lag stellenweise eine bis zu 35 cm dicke Schicht aus Hagelkörnern. Mit einem Bagger mussten die Anlieferrampen eines Betriebes vom Eis befreit werden.

Die Landesstraße 59 von Karlstein Richtung Waidhofen musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden, da laut Polizeiangaben rund 100 Bäume im Holzgraben die Straße blockierten. Feuerwehrleute und Polizisten durchkämmten das Gebiet mit Motorsägen und suchten nach Verletzten - glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden. Die Räumung der Straße dauerte bis in die späten Nachtstunden.

In den Gemeinden Dobersberg und Karlstein kam es vorübergehend zu Stromausfällen. In den Gemeinden Kautzen, Dobersberg, Karlstein, Raabs und Ludweis standen am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag insgesamt 257 Feuerwehrmitglieder im Einsatz. Hauptaufgabengebiete der Feuerwehren waren das Freimachen der Verkehrswege nach umgestürzten Bäumen, Auspumpen von überfluteten Kellern und Garagen sowie provisorische Abdichtungen von Dächern, die durch den Hagelschlag zerstört wurden.

Das wahre Ausmaß der Verwüstungen wird sich jedoch erst im Laufe des Freitages zeigen. Denn durch den massiven Hagelschlag sind auch Schäden in der Landwirtschaft zu erwarten. Laut Angaben der Polizei ist bei manchen Getreidesorten mit Totalausfällen zu rechnen.
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