"Es war dumm": Amstettner steckt 35.000 Euro ein

Staatsanwältin Kathrin Bauer

BEZIRK AMSTETTEN. „Es war dumm, dass ich mich auf diese G'schicht einlassen hab“, bedauerte ein ehemaliger Standortleiter eines Lebensmittelgroßhandels.
Dieser verkaufte Käse und Pizzakartons an einen Gastrobetrieb im Bezirk Amstetten über acht Jahre hindurch teilweise ohne Rechnung und steckte dabei Bargeld um rund 35.000 Euro in die eigene Tasche.

"Wie haben Sie das gemacht"

Am Landesgericht St. Pölten legte der 54-Jährige zu den Vorwürfen von Staatsanwältin Kathrin Bauer ein umfassendes Geständnis ab. Käse, von der billigeren Sorte, im Wert von etwa 23.000 Euro und 5.600 Stück Kartons fehlten demnach auch bei der Inventur, schlussfolgerte der Privatbeteiligtenvertreter. „Wie haben Sie das gemacht?“, wollte dieser wissen.
„Ich hab zum Beispiel gesagt, es sind 500 da, obwohl es nur 300 waren“, so die äußerst simple Erklärung des Beschuldigten, der das Geld, seiner Aussage nach, unter anderem für den unerwarteten Kauf eines neuen Autos brauchte. Nach seinem damaligen Einkommen befragt, sprach er von 2.500 Euro pro Monat. „Und da kommen Sie nicht aus?“, zweifelte der Richter.

35.000 Euro in bar

Die Schadensgutmachung erfolgte im Gerichtssaal, wo der reuige Mann 35.000 Euro bar an die Leiterin der Rechtsabteilung des geschädigten Unternehmens übergab. Geständnis, Unbescholtenheit und Schadensgutmachung führten zu einem Diversionsangebot des Richters.

Die Wahl der "Buße"

Der 54-Jährige konnte zwischen 200 Stunden gemeinnütziger Leistungen und einer Geldbuße in Höhe von 2.700 Euro wählen. Er entschied sich für die Geldbuße mit Ratenzahlung. Der Privatbeteiligtenvertreter sprach sich aufgrund der vielfachen Tatbegehung, des langen Tatzeitraumes und dem Ausnützen einer Vertrauensstellung gegen eine Diversion aus. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.

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