Es ist noch nicht zu spät.
Wie sinnvoll ist ein Kreisverkehr im Zentrum von Bad Vöslau

Neue Ampelanlage Autobahnabfahrt Leobersdorf

In Bad Vöslau gibt es schon seit einiger Zeit Überlegungen, im Stadtzentrum vor dem Schloss bzw. Rathaus, die bestehende Ampelanlage, durch einen Kreisverkehr zu ersetzen. Normalerweise ist die Reihenfolge genau umgekehrt, dass bestehende Kreisverkehre, wegen der Zunahme der Fahrzeuge, durch eine Ampelanlage ersetzt werden. Auch in Leobersdorf wurde dies gemacht. Der bestehende Kreisverkehr, an der Autobahnabfahrt A2 Leobersdorf, wurde aktuell durch eine Ampelanlage ersetzt, die mit dem erhöhten Fahzeugaufkommen besser fertig wird. Auch in Bad Vöslau gibt es einen Kreisverkehr beim Merkur. Bei geringem Verkehrsaufkommen regelt sich der Verkehr im Kreisverkehr wie von selbst. Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen zur "Rushour" staut sich der Verkehr, da er dann gleichzeitig aus mehreren Richtungen kommt und sich so gegenseitig blockiert. Auch in Wien, am großen Kreisverkehr Favoriten wurden Ampeln vorgesehen, die das Gegenseitige Blockieren im Kreisverkehr verhindern.
Grundsätzlich macht der Kreisverkehr dann Sinn, wenn es Kreuzungspunkte mit geringerem Verkehrsaufkommen gibt und sich die teurere Ampelanlage noch nicht rentiert.
In Bad Vöslau liegt das eigentliche Problem aber im immer größer werdenden Verkehrsaufkommen. Dies lässt sich durch einen Kreisverkehr nicht lösen, weshalb die Überlegungen dazu nicht wirklich nachvollziehbar sind.
Seit vielen Jahren wünscht sich die Stadt eine großräumige Umfahrung, die den Verkehr um die Stadt herum führen soll.
Leider gibt es aber keine weitere Lobby für die Umfahrung, die Verkehrstechnisch sicherlich die beste Lösung wär und die Lebensqualität für alle Bürger nachhaltig verbessern würde. Da man keine zeitnahe Chance auf eine Umfahrung hat, diskutiert man ewig über einen Kreisverkehr oder eine Unterführung. Besser wäre es über Verkehrssteuerung zu diskutieren. Wenn man den Verkehr nicht aus dem Stadtzentrum heraus bekommt, dann muss man über eine bessere Verkehrslenkung nachdenken. Man kann das Verkehrsaufkommen an den "Brennpunkten" durch Einbahnstraßen halbieren oder die Durchfahrt durch entsprechende Maßnahmen unatracktiv machen. Durch Ampeln, z.B. an den Ortseingängen kann man die Zahl der einfahrenden Fahrzeuge beeinflussen. Es gibt Ampeln an Ortseinfahrten, wo man sich fragt, warum steht die hier und warum ist die Nachts eingeschaltet.
Ganz einfach, durch eine entsprechende Taktung wird die Zahl der pasiserenden Fahrtzeuge begrenzt. Eventuelle Staus sind dann nicht mehr im Ortszentrum, sondern vor dem Ort, wo sie weniger stören. Außerdem überlegt sich, wegen des Zeitverlustes, mancher Fahrer dann doch über die Autobahn und nicht durchs Stadtzentrum zu fahren.
Aber nicht nur der fahrende Verkehr ist ein Problem. Immer mehr wird der ruhende Verkehr zum Problem. Die schönsten Plätze im Ort werden den Autos geopfert. Viele Städte gehen deshalb immer mehr dazu über außerhalb Parkplätze mit Shuttleservice vorzusehen. Großeinkäufe, wo man bis vor die Haustür fahren möchte, werden größtenteils in den außerhalb liegenden Einkaufscentren getätigt. Diese haben auch entsprechende Parkplätze. In den Ortszentren sind dann eher Fußgängerzonen mit kleineren Geschäften und Lokalen zum Bummeln anzutreffen.
Viele Stadte sind bereits vor Jahren dazu übergegangen die Stadt um den Menschen und nicht um das Auto zu entwickeln. Heute sind das sehr attraktive Städte. Bad Vöslau sollte sich an erfolgreichen Städteplanungen orientieren und nicht nur über punktuelle Notlösungen nachdenken. Städteplanung bzw. Städteentwicklung bedeutet immer, dass man den ganzen Ort im Blick haben muss und dass es immer Vor- und auch Nachteile für den Ein und Anderen geben wird. Es ist noch nicht zu spät.

Autor:

Dr. Peter Föller aus Baden

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