300.000 Euro zusätzlich für den NÖ Arbeitsmarkt

Die Dame auf dem Foto ist Fr. Lischka - ist bei der Gemeinde Kottingbrunn (nach Förderung) in ein fixes Dienstverhältnis übernommen worden und hat über ihre Erfahrungen (Arbeitsuche und Unterstützung des Einstieges durch die Förderung) berichtet
  • Die Dame auf dem Foto ist Fr. Lischka - ist bei der Gemeinde Kottingbrunn (nach Förderung) in ein fixes Dienstverhältnis übernommen worden und hat über ihre Erfahrungen (Arbeitsuche und Unterstützung des Einstieges durch die Förderung) berichtet

  • Foto: Foto: NLK/Burchhart
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Eichtinger/Hergovich: Neue Jobinitiative für arbeitslose Frauen 55+

Ende Oktober war die Zahl der arbeitslosen Personen in Niederösterreich mit einem Minus von knapp einem Prozentpunkt zwar noch rückläufig. Die nun seit März 2017 anhaltende Erholungsphase am Arbeitsmarkt neigt sich allerdings dem Ende zu. Vor allem ältere Arbeitslose, und hier besonders Frauen, sind von steigender Arbeitslosigkeit betroffen. Landesrat Martin Eichtinger und der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ Sven Hergovich steuern hier rasch gegen und haben mit dem Projekt „Frauenpower 55+“ eine neue Initiative gestartet, die ab sofort AMS-Kundinnen der Geschäftsstellen rund um Wien sowie im niederösterreichischen Zentralraum angeboten wird. Über den Weg der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung soll jobsuchenden Frauen im Alter ab 55 der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelingen. 300.000,- € werden durch das Land NÖ dafür aufgewendet.

Zielgruppe Frauen 55+

„Wir wissen, dass es Frauen über 55 Jahre besonders schwer am Arbeitsmarkt haben. Daher stellen wir für dieses wichtige Projekt 300.000 Euro für ca. 20 arbeitslose Frauen über 55 bereit. Wir wollen besonders den Frauen in den Bezirken St. Pölten, Tulln, Mödling, Baden und Gänserndorf helfen. Die Abwicklung erfolgt rasch und unbürokratisch durch den Verein ‚Jugend und Arbeit‘“, so der für den Arbeitsmarkt zuständige Landesrat Martin Eichtinger.

Bewährtes Modell der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung

Mit Hilfe gemeinnütziger Arbeitskräfteüberlassung soll den Teilnehmerinnen ein attraktives Sprungbrett ins Berufsleben geboten werden. Jobsuchende Frauen im Alter ab 55 werden durch die genannten AMS-Geschäftsstellen an den Verein „Jugend & Arbeit“ vermittelt. Dort erhalten die Projektteilnehmerinnen ein individuelles Coaching, werden in passende Schulungen eingebunden und an Beschäftiger im Bereich der Gemeinden, bei gemeinnützigen Vereinen sowie auch an Unternehmen der Privatwirtschaft für die Dauer von maximal sechs Monaten überlassen. Die Beschäftiger leisten dabei einen Pauschalkostenersatz von lediglich 350,- € pro Monat. Um sämtliche Angelegenheiten rund um die Personaladministration kümmert sich der Verein „Jugend & Arbeit“.


Vielfältige Einsatzbereiche für die Teilnehmerinnen

„Uns ist wichtig, die Frauen nicht nur aus der Arbeitslosigkeit herauszuholen, sondern ihnen sinn- und wertvolle Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrer Wohnregion anzubieten“, so der AMS NÖ-Chef Sven Hergovich. Einsatzmöglichkeiten sollen unter anderem in folgenden Bereichen entstehen:
Stützkräfte in Kinder- und Seniorenbetreuungseinrichtungen
Alltagsbetreuerinnen für ältere Menschen
Freizeitservicekräfte in Gemeinde- und Landeseinrichtungen
Unterstützung im Pflege- und Gesundheitsbereich
Fahrdienste bei gemeinnützigen Organisationen

4 von 10 sollen wieder Job finden

„In Anbetracht des Erfolges vergleichbarer Projekte gehen wir davon aus, dass 4 von 10 Projektteilnehmerinnen der dauerhafte Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelingen wird“, ist Landesrat Eichtinger überzeugt.

Steigende Altersarbeitslosigkeit vor allem im Bereich urbaner Zentren
Ende Oktober waren 46.407 Personen bei den 22 AMS-Geschäftsstellen in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt. 40% von ihnen gehörte der Generation 50 plus an. Seit Oktober des Vorjahres steigt die Zahl der jobsuchenden Niederösterreicherinnen über 50 wieder an (+6,3% von Jänner bis Oktober 2019). Besonders betroffen sind Frauen im Alter ab 55: Hier beträgt der Anstieg heuer bereits 12,3%.

Ein Blick auf die niederösterreichischen Regionen zeigt, warum gerade hier das neue Projekt „Frauenpower 55+“ angeboten wird:

In diesen Regionen ist Ende Oktober 2019 bei arbeitslos vorgemerkten über 55-jährigen Frauen ein deutlicher Anstieg gegenüber Oktober 2018 zu verzeichnen, am stärksten in Baden (+12,9%) und St. Pölten (+12,7%), der nö-weite Anstieg liegt bei 8,4%.

Während die Langzeitarbeitslosigkeit nö-weit rückläufig ist, fällt auf, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit der über 55-jährigen Frauen in vielen Regionen bei weit über 300 Tagen (nö-Schnitt in dieser Gruppe: 267 Tage) liegt: „Spitzenreiter“ sind hier Baden (336 Tage), Gänserndorf (348 Tage) und St. Pölten (313 Tage).

Markant ist weiters der Anstieg von über 55-jährigen Frauen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen: Während hier Ende Oktober der nö-weite Anstieg gegenüber Oktober 2018 +15,7% beträgt, ist er in den AMS-Bezirken Gänserndorf (+41%), Tulln (+33,7%) und Mödling (+29,3%) deutlich höher.

Schnell helfen

„Mit dem `Frauenpower 55+´ setzen wir einen ersten raschen Schritt im Kampf gegen Altersarbeitslosigkeit in Niederösterreich ganz nach dem Motto `Wer schnell hilft, hilft doppelt´ und können jetzt schon ankündigen, dass er nicht der letzte sein wird. Wir lassen niemanden am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zurück“, so Sven Hergovich abschließend.

Autor:

Gabriela Stockmann aus Baden

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