Interview mit Thomas Borenich
Reisebranche am Limit

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KOTTINGBRUNN. „So ein turbulentes Jahr habe ich noch nie erlebt“, sagt Thomas Borenich. Der Badener ist Inhaber des Reisebüros Aubora in Kottingbrunn. Er redet natürlich von einem: vom Corona-Jahr 2020.

Kunterbunt & durcheinander

Reisestornos, Reisewarnungen, sich ständig ändernde Regeln, Kurzarbeit, Plexiglas im Büro, Maskenpflicht bei der Beratung. Heuer war alles anders. Und man weiß auch nicht so recht, wie es weitergeht. „Reiseexperten gibt es mindestens so viele wie Virologen“, so Borenich.
Eine der Hauptherausforderungen im heurigen Jahr waren – rückblickend – die Rückholaktionen von Urlaubern, die während des Lockdowns irgendwo gestrandet waren. In Südafrika, auf den Kanaren, in Asien. „Wir haben unsere Kundschaften angerufen und sie vom Ernst der Lage informiert, manche wollten es nicht glauben und wollten gar nicht heim. Andere wieder durften nicht direkt nach Österreich zurück. Zum Beispiel hatten wir eine Reisegruppe in Madrid, die musste den Umweg über Holland nehmen, wo aber explizit keine Österreicher einreisen durfen. Also es war manchmal schon sehr knifflig“, resümiert Borenich.

"Familien blieben aus"

Und die Zeiten bleiben unsicher. Deshalb empfiehlt er allen, die urlauben wollen, über einen Reiseveranstalter zu buchen, denn dann muss dieser die Kosten für eventuelle neue Rückholaktionen übernehmen. Man weiß ja nicht was kommt.
Die Buchungen wurden heuer überwiegend storniert oder gar nicht getätigt. „Familien sind komplett ausgeblieben. Zum Glück gibt es auch immer mehr Junge, die dem Dienst eines Reisebüros vertrauen, und Ältere sowieso. Sie sind gut beraten. Denn im Fall des Falles sind wir für sie da, das ist unsere Daseinsberechtigung. Wir garantieren, dass wir das Telefon abheben, während der Urlauber noch die letzten Tage am Strand genießt. Wer individuell übers Internet gebucht hat, riskiert es, stundenlang in anonymen Leitungen zu hängen. So ist das heuer im Frühjahr passiert. Der Erholungseffekt ist dann im Nu dahin.“
Eine Frage bekam Thomas Borenich heuer von Urlaubsinteressenten besonders häufig gestellt. Nämlich die nach dem Publikum, das einen am Urlaubsort erwartet. „Viele wollten sichtlich nicht mit Urlaubern aus aktuellen Risikogebieten an einem Ort sein.“
Die Ferienkataloge für das nächste Jahr 2021 sind in etwas abgeschlankter Form bereits gedruckt und verfügbar. Die winterliche Fernreise dürfte freilich heuer auch noch ausfallen. „Ich hoffe, dass wir dann ab Ostern 2021 wieder Buchungen bekommen und die Reisebranche wieder in ruhigeren Fahrwassern segeln kann.“

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