08.03.2017, 17:16 Uhr

Lions Club Baden Helenental spendet 20 neue Nützlingshotels

Im Bid: Bürgermeister Dipl.-Ing. Stefan Sziruscek, Stadtgartendirektor Dipl.-Ing. Gerhard Weber, Christian Gumilar, Seitens des Lions Clubs Baden: Wolfgang Trenner, Herbert Grünwald, Herwig Schneider, Siegfried Rebhandl sowie Tischler Florian Hönigsberger (Foto: psb)
BADEN. Dass Marienkäfer nicht nur hübsch aussehen, sondern auch die Läuse an den Pflanzen vertilgen, ist bekannt. Auch dass die Bienen nicht nur Honig erzeugen, sondern auch die Blüten bestäuben und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der schmackhaften Äpfel, Birnen, Paradeiser und Vielem mehr an Obst und Gemüse leisten, weiß fast jedes Kind.


Auch Ohrwürmer und gruselige Spinnen haben ihren Sinn

Mit der Sensibilisierung für die Notwendigkeit einer intakten Umwelt verbreitet sich auch immer mehr das Wissen um noch viele andere nützliche, kleine Gartenhelfer. So verspeist z. B. der Ohrwurm am liebsten Spinnmilben und Blattläuse. Auch die Florfliege erfreut sich an dieser Nahrung. Neben der bekannten Honigbiene leben in Österreich noch ca. 700 verschiedene Wildbienenarten, deren Bestäubungsleistung der der Honigbiene zumindest ebenbürtig ist. Die „gruseligen“ Spinnen sollte man unbedingt im Garen belassen. Sie kommen kaum ins Haus und fangen in ihren klebrigen Netzen Blattläuse, Fliegen, Gelsen und andere Lästlinge.

Klimawandel wirkt sich aus

Leider setzen Klimawandel, Pestizide, Pilze, Viren und Milben den Nützlingsbeständen massiv zu. So sind ca. 10 % der Wildbienen, vom Aussterben bedroht und beinahe 50 % sind bereits gefährdet. Sie sind übrigens eine geschützte Nützlingsgruppe, die Insektenhotels besonders gern besiedelt, leben sie doch in der Natur in abgestorbenen Totholzgängen und sind zudem völlig harmlos - sie stechen nicht!

Trend zu sauberen Gärten ist nicht nur gut

Der Trend der letzten Jahrzehnte zu pflegeleichten, „sauberen“ Gärten, die mit wenigen heimischen Blütenpflanzen und sofortigem Rückschnitt aller „unansehnlichen“, abgestorbenen Pflanzenteilen gleichgesetzt wurde, tat ein Übriges zur Verkleinerung der Lebensräume der Nützlinge.
Mit dem nun aufkeimenden Umweltbewusstsein trat auch in den Gärten eine Trendwende ein. So werden öffentliche Grünräume und Parkanlagen zunehmend ohne Pestizide und mineralische Dünger nach rein biologischen Grundlagen gepflegt. Vermehrt wird wieder Wert auf natürliche Regulierungsmechanismen gelegt, die beispielsweise durch Brut- und Eiablagemöglichkeiten in Form von Nützlingshotels gefördert werden können.

Insektenhotels im Handel

Zu deren Unterstützung bietet der Handel zahlreiche, hübsch anzusehenden Insektenhotels an. Manche davon sind jedoch nur bedingt besiedelbar, da grundlegende Notwendigkeiten für die Nützlinge nicht berücksichtigt werden.
Darum haben die Badener Stadtgärtner mit Fachleuten von "Natur im Garten" sowie mit der Tischlerei Florian Hönigsberger Kontakt aufgenommen. Die Nützlingshotels von Hönigsberger aus Pottenstein entsprechen den Empfehlungen von "Natur im Garten" und somit dem neuesten Erkenntnisstand und können sogar vor Ort, in Baden, in der Gärtnerei Kerschbaumer erworben werden. Die Installierung von Nützlingshotels als weitere Ergänzung der nachhaltigen und ökologischen Bewirtschaftungsweise der Stadtgärten Baden wurde von Mitgliedern des Lions - Club Baden Helenental initialisiert. Der Lions - Club stellt der Stadtgemeinde auch gleich tatkräftig 20 dieser ökologisch wertvollen Nützlingshotels zur Verfügung.
Deren zukünftige Bewohner werden die städtischen Grünanlagen mit ihrer Artenvielfalt und als wichtige Bestäuber der zahlreichen Nutzpflanzen, die im Rahmen der Initiative der Stadtgemeinde Baden „Essbare Stadt“ in den Parkanlagen gepflanzt wurden, bereichern. Die Badener Stadtgärtner werden im Kurpark, im Rosarium, im Gutenbrunner- und dem Ökopark sowie in anderen Grünanlagen diese Nützlingshotels anbringen. Damit wird neben den beinahe das ganze Jahr über blühenden Stauden- und Gehölzauspflanzungen, wobei besonderer Wert auf Bienennährgehölze gelegt wird, ein weiterer Beitrag zum Erhalt eines nachhaltig genutzten und gesunden Umfeldes für Badener und Besucher der Stadt geleistet.
Im Übrigen macht sich auch in jedem Privatgarten ein derartiges Nisthäuschen gut. Idealerweise ist es dort an einem sonnigen Standort - nach Südosten ausgerichtet - angebracht. Es wird mindestens einen halben Meter vom Boden entfernt aufgehängt und gut fixiert, damit es nicht wackelt.
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