Bürgermeistersprecher von Braunau zur Abberufung Wojaks
„Für mich zu viel des Guten!“

Noch-Bürgermeistersprecher Franz Zehentner (ÖVP) aus Kirchberg.
  • Noch-Bürgermeistersprecher Franz Zehentner (ÖVP) aus Kirchberg.
  • Foto: ÖVP
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Franz Zehentner kündigt seinen Rücktritt an.

BEZIRK BRAUNAU (ebba). Franz Zehentner bestätigte heute gegenüber der BezirksRundschau, dass er in zirka drei Monaten, wenn das Abberufungsverfahren rund um Bezirkshauptmann Georg Wojak offiziell und endgültig abgeschlossen ist, als Bürgermeistersprecher von Braunau zurücktreten wird. Er tue dies aus Solidarität gegenüber Wojak und weil er mit einem neuen Bezirkschef nicht zusammenarbeiten wolle.

Enttäuscht vom "Intrigantenstadl"

Zehentner, der Bürgermeister in Kirchberg bei Mattighofen ist, erwäge sogar, aus der Partei (ÖVP) auszutreten – allerdings erst, wenn er sich Ende 2020 in den Bürgermeister-Ruhestand verabschiedet. „Ein parteiloser Bürgermeister möchte ich nicht sein, auch wenn ich im Moment nicht gut auf die eigene Partei zu sprechen bin. Ich bin zutiefst enttäuscht über diesen Intrigantenstadl, der für die Abberufung Wojaks sorgte“, ist Zehentner sauer.

Die Entscheidung von Landeshauptmann Thomas Stelzer, der Empfehlung der Begutachtungskommission zu folgen, kann Zehentner nicht nachvollziehen. „Diese Kommission war nie und nimmer unabhängig.“ Er meint sogar, dass die Entscheidung von Anfang an feststand und kritisiert, dass die Abberufungsgründe geheimgehalten werden – laut dem Land OÖ aufgrund des Datenschutzgesetzes. „Unsere Forderung nach Klarheit, Transparenz und Aufklärung wurde damit nicht erfüllt“, so der Noch-Bürgermeistersprecher.

Letzte Chance

Wojak habe jetzt nur noch eine Chance, indem er vor das Arbeitsgericht zieht. Laut seinem Anwalt Bruno Binder, werde er diesen Schritt noch abwarten: „Wir prüfen nun, welches konkrete berufliche Angebot ihm vom Landeshauptmann gemacht wird.“

Wer Wojak nachfolgen wird, ist noch offen. „Ich habe aber gehört, dass es niemand aus der Braunauer Behörde, sondern jemand aus einem anderen Bezirk sein soll“, verrät Zehentner. Bis zur Neubestellung wird die Bezirkshauptmannschaft (BH) Braunau weiterhin interimistisch von der Bezirkshauptfrau von Ried, Yvonne Weidenholzer, geleitet. Laut dem Land OÖ soll bereits Anfang 2020 eine neue Leiterin oder ein neuer Leiter den Dienst an der BH Braunau aufnehmen.

Zur Sache:
Ein Bürgermeistersprecher ist ein gewählter Vertreter für alle Bürgermeister eines Bezirks. Laut Josef Tischlinger, Leiter der Gemeindeaufsicht an der BH Braunau, gibt es keine spezielle Aufgabenstellung für einen Bürgermeistersprecher. Er ist im Grunde Ansprechpartner und Sprachrohr für die Bürgermeister. Eine finanzielle Abgeltung gibt es für ihn nicht. Erklärt ein Bürgermeistersprecher seinen Rücktritt, muss im Rahmen einer Bürgermeisterkonferenz ein neuer Sprecher gewählt werden.

Autor:

Barbara Ebner aus Braunau

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